Sonntag, 29. August 2010
Montag, 26. Juli 2010
Stell Dich! - Aus meinem Drachenbilderbuch
"Stell Dich!" rief der kleine Ritter dem Drachen zu.Und der Drache setzte sich auf den Felsen. (ald)
Bleistift und Aquarell auf Papier
(Draufklicken zur Vergrößerung)
Einer meiner Projektzombies, der mich hin und wieder anstubst, ist ein Bilderbuch. Genauer gesagt, sind es die Figuren dieses Bilderbuches, die mir immer wieder vor dem inneren Auge auftauchen und mir ihre Geschichten erzählen. Sie betonen, wie wichtig es sei, dass ich sie endlich illustriere und veröffentliche. Das geht schon seit Jahren so und sie sind nicht die einzigen.
Bisher sind die Figuren auf meiner E-Gitarre, der Drachenstrat, zu finden und in einer Zeichenmappe mit Skizzen, Notizen, Texten, Dialogfetzen und Illustrationen.
Und so wuselt ein kleiner Ritter mit seinem Pferdchen vor mir auf dem Schreibtisch herum und erklimmt die Tastatur, um sich bemerkbar zu machen, gleichwohl er weiß, wie gefährlich die riesigen Hände für ihn und sein Reittier sein können. Hinter mir entfaltet der Drache seine ledrigen Flügel und reckt seinen Hals gähnend zur Zimmerdecke in schläfriger Geduld eines Jahrtausendtiers, das die Hektik schreibender Finger beobachtet wie ein Hund auf dem Sofa seinem staubsaugenden Herrchen oder Frauchen zusieht.
"Das Bilderbuch hätte schon vor Jahren fertig gestellt sein sollen." murmelt der Drache in mein Ohr. Jaja, denk ich. Aber das ist eine lange Geschichte!
Es war einmal vor langer langer Zeit...
Begleitend zu einem zweisemestrigen "Seminar zum Bilderbuch" an der JLU Gießen bei Prof. Dr. Axel von Criegern fertigte ich Zeichnungen, Skizzen, Notizen und allerlei Fragmente zu einem Bilderbuch, das den Namen Ritter&Drache trägt.
Das Seminar erschien insofern interessant, als Axel von Criegern selbst Illustrator ist und entsprechend Erfahrungen sammeln konnte. Zuvor hatte ich an einem Bilderbuch (Die Reise nach Irgendwo - Eine Bärengeschichte) gearbeitet, das mich zu jenem Zeitpunkt schon als Projektzombie verfolgte. Sowohl Handlung als auch Figuren wandelten sich in einem langen Prozess des Sinnens und Schaffens.
Vom Seminar erhoffte ich mir die nötige Struktur und Erkenntnisse über den Arbeitsprozess der Erstellung eines Bilderbuches, dem Verhältnis von Erzähltext und Illustration, sowie Praxis in der Coloration, da mich meine Aquarellarbeiten nicht zufriedenstellten.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)
Die Handlung
Es ist die Geschichte von einem kleinen Ritter, der auszog einen Drachen zu bezwingen, um so einer gefangenen Prinzessin seine Liebe und Tapferkeit zu beweisen. Dummerweise schien es nirgendwo auf der Welt noch Drachen zu geben und anstatt die Prinzessin einfach ohne besiegtem Drachen zu befreien, begann er eine lange Queste nach dem letzten Drachen dieser Welt.
Erzählt wird die Geschichte von einem Nilpferd, das zusammen mit ein paar Tierkindern die Geschichte in Form eines Puppenspiels darstellt. Es sind durch Text und Illustration verschiedene Ebenen der Narration verwoben: die eigentliche Geschichte von Ritter und Drache, die gelesene Erzählung des Nilpferds und die Darstellung der Geschichte im Puppentheater.
ein kleiner Elefant mit Fprachfehler, ein kleines bissiges Krokodil
und eine kleine verpeilte Hyäne.
Bleistift und Aquarell auf Papier. (ald)
Ein weiterer Handlungsstrang ist die Begegnung des Drachen mit seinen Tierfreunden, die ihn auf seiner Reise zum Mond begleiten, da er sich erhofft, dort vielleicht eine Drachenfrau zu finden. Immerhin ist er als letzter Drache dieser Welt ziemlich einsam.
Das Problem
Ich erlebte u.a. zwei Dämpfer, die mich nachhaltig verunsicherten.
- Axel von Criegern bezweifelte, dass das Buch jemals fertig würde, als ich ihm anbot, ein fertiges Exemplar zukommen zu lassen. ;) Das war vielleicht nur ein Witz, oder Lebensweisheit, jedenfalls traf mich das doch nachhaltig stark, zumal ich das Scheitern solcher Projekte leid war.
- Auf der Frankfurter Buchmesse (2004) machte mich ein Literaturagent, mit dem ich (Dank gezeichneter Visitenkarte) ein Treffen vereinbaren konnte, darauf aufmerksam, dass es keine Bilderbücher für Jugendliche und Erwachsene, wie meines eins zu werden schien, gebe. Anders gesagt: es würde niemand kaufen. Desweiteren merkte er an, dass es zwar eine Reihe guter Illustratoren und gute Texter gebe, aber eben nicht in einer Person und ich sollte doch überlegen, ob ich nicht bei den Illustrationen bliebe. Ich war etwas empört und erklärte, ich würde ihm Illustrationen und Text zu einem anderen Bilderbuchprojekt (der Reise nach Irgendwo...) in den folgenden Wochen zur Ansicht zukommen lassen.
Italien schien mir unerreichbar weit weg, die Fahrt zu teuer, die Reise und die vielen Leute zu unbekannt und überhaupt stand ich ohne Plan da. Ich war durcheinander.
der neben dem Elefanten auch den Drachen halten musste.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)
Formatschwierigkeiten
Ich wählte aus Unkenntnis ein mich ansprechendes aber kniffliges Format irgendwo zwischen A4 und A3. Das bedeutete u.a., dass ich die Illustrationen nicht ganzseitig einscannen konnte. A3 Scanner waren rar und teuer und das Stückeln mittels A4-Scanner war mir zu fummelig.
die unbeteiligt an ihrem Puppenstock knabberte.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)
Desweiteren hatte ich weder genug Erfahrung, noch Routine im Umgang mit digitaler Bildbearbeitung. Kein Grafiktablett und keinen dafür brauchbaren Computer. Das war noch zu den (Atari-Clone-)Milan-Zeiten.
Bleistift auf Papier
Was vor mir liegt...Sollte ich Zeit, Kraft und (nicht nur intrinsische) Motivation finden, um das Projekt weiter und mit einem fertigen Bilderbuch zu Ende zu führen, dann bedeutet das: lange harte Arbeit (das habe ich heute schon mehrfach gehört).
- Das Storyboard muss neu aufgerollt werden.
- Ich muss weiter üben, die Figuren zu zeichnen und Routine erlangen.
- Das Format muss eventuell neu gewählt werden, so dass die weiteren Arbeitsschritte dadurch nicht behindert werden.
- Die Art der Coloration und Weiterbearbeitung muss geklärt werden. Aquarell, Tusche oder digitale Bildbearbeitung?
- Arbeitsmaterialien (Papier, Tusche, Grafiktablett) müssen gekauft und ein Arbeitsbereich (zeitlich und räumlich) eingerichtet werden.
- Mit Text und Bildverhältnis experimentieren.
- Text überarbeiten. Verhältnis von Text und Meta- bzw. Subtext abwägen.
- Einen Verlag finden und mich am besten vor allen Schritten über diverse Anforderung der Bildbearbeitung erkundigen.
- Feedback sammeln und Kritik ernst nehmen.
- Weitere wichtige Dinge, die ich vergessen oder noch garnicht erkannt habe.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)
Im Hinblick auf meine (Auto-)Biographiestudien ist die Geschichte des Bilderbuches, sowie die Geschichte der Figuren auch meine eigene. Ein kleiner Ritter, der auszog, um unbedingt einen Drachen zu bezwingen, um sich zu beweisen, während die eigentlichen Prüfungen im Leben woanders und garnicht weit entfernt liegen?
Wer kennt das nicht?
Dieses Gefühl etwas Wichtiges verpasst zu haben? Und die Vorwürfe des eigenen schlechten Gewissens (und anderer, die meinen dazu etwas sagen zu müssen.) Ach, hätte ich doch damals die Kraft gehabt, mich der Kritik des Literaturagenten zu stellen, ihm meine Arbeiten zukommen zu lassen! - Ach, hätte ich mich doch erkundigt und wäre nach Bologna gefahren!
Tatsache ist, dass ich die Kraft eben nicht hatte und dieses Scheitern zum Arbeitsprozess und zum Leben dazugehört. Es sind also bald sieben Jahre vergangen, in denen die Welt ganz gut ohne dem Bilderbuch ausgekommen ist. "Weil fie nicht weif, waf fie verpaft hat!" spricht mir der kleine Elefant zu.
Mir fällt dabei auf, dass ich heute immernochnicht vor die Haustür getreten bin.
"Stell' Dich!" rufen Ritter und Drache in mein Ohr und jagen einander durchs Zimmer.
(Alexander-Lars Dallmann - ald)
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Dienstag, 20. Juli 2010
Samstag, 3. Juli 2010
Sturm und Klang Festival 2010 in Gießen
Ein verrückendes Wochenende
Ein Kommentar zu Erlebnissen während des Sturm und Klang Festivals 2010 an der JLU Gießen:
Ein Kommentar zu Erlebnissen während des Sturm und Klang Festivals 2010 an der JLU Gießen:
Ich will es nicht in Worte fassen.
Ich will davon bewegt bleiben.
Von unserer Lebendigkeit, unserem Tanz, unserer Liebe.
Ich will davon bewegt bleiben.
Von unserer Lebendigkeit, unserem Tanz, unserer Liebe.
ald 27.06.2010
The Day I jumped over all my Fears
I skipped the fun parts." (ald)
Graphitstift auf Tapetenrückseite - 01.07.2010
Einladung zur Malnacht
Nachtaktiv durch den Sommer. Während die einen auf Parties tanzen, schaffen andere Kunst.
Einer spontanen Einladung zur Malnacht folgend, hatte ich mir ein paar Stifte geschnappt und bin in die Atelierräume in der Ludwigstraße gelaufen, um mich dort mit einer Künstlerin zu treffen.
Ich fertigte eine kleine Arbeit zum Thema Angstbewältigung an. Text und Illustration in der Art der Zeichnungen, die ich in der letzten Zeit durchgeführt hatte. Kürzlich griff ich nach Axel von Criegerns Buch "Vom Text zum Bild - Wege ästhetischer Bildung" und daraufhin zum Zeichenstift, um wieder bewusst zu zeichnen. Als Folge waren die vorangegangenen kleinen Arbeiten entstanden.
Nach der Zeichnung fand ich mich beobachtet und verharrte in den Gedanken zur Zeichnung und wie es dazu kam. Den Textanfang "On the Day I jumped over all my fears" sprach ich spontan im Geiste und verwendete ihn, trotzdem ich etwas Lustiges versuchen wollte. Sobald die Selbstfigur gezeichnet und von Buchstaben umstellt war, vollendete ich den Satz mit dem zweiten Teil, wusste mich aber noch nicht zu entscheiden, ob nicht ein too oder as well an den Schluss gehörte. Ich ließ beides aus, da mir der Text so ausdrücklicher schien.
Also wurde ich portraitiert. Und ich wüsste nicht, wie noch jemand meine Stimmung und innerliches Befinden trefflicher auf die Leinwand bringen sollte, als es die Künstlerin Lu Bouten tat. Als ich es betrachtete, fühlte ich mich betroffen von der Schwere wie mein mir bekanntes Innere dem gemalten Äußeren glich.
Wie lassen sich Text und Illustration interpretieren?
Am dem Tag, als ich über all meine Ängste hinwegsprang,
verpasste ich die spaßigen Teile.
Vielleicht sollte es in der Übersetzung spaßige Zeiten heißen. Jedenfalls fällt mir ein innerer Konflikt auf zwischen dem befreienden Sprung über alle Ängste hinweg und dem Verpassen der spaßigen Zeiten. Hängen denn beide zusammen? Eine Angst mit einer spaßigen Zeit? So dass jene genauso übersprungen werden, hebt man über alle Ängste ab?
Irgendwie egal, da ich keinesfalls über all meine Ängste hinweggesprungen bin und also nach der Bewältigung der einen oder anderen jeweils eine spaßige Zeit erlebte. Bei Achterbahnfahrten im Europapark beispielsweise oder beim Sturm und Klang Festival und dem Durchtanzen der Nacht und beim Schwimmen im See ohne Angst vor dem Unbekannten in der Tiefe.
Unter den Atelierräumen wummerte eine Party und draußen hing ein Mond in der Nacht und schien sich um alles mit gespielter Unbeteiligtkeit nicht zu kümmern.
sing. dance. move.
Herzlichen Dank für die Einladung und den Einblick auf mein Äußeres!
Mittwoch, 9. Juni 2010
the Light at the End
Mittwoch, 2. Juni 2010
Stop Wasting Your Life

"Stop having your life wasted.
Walk out, get out, shout out.
Stop wasting your life." (ald)
Kugelschreiber im kleinen schwarzen Notizbuch - 02.06.2010
Walk out, get out, shout out.
Stop wasting your life." (ald)
Kugelschreiber im kleinen schwarzen Notizbuch - 02.06.2010
Hör auf Dir Dein Leben verschwenden zu lassen
Hör auf damit.
Jetzt endlich.
Dienstag, 1. Juni 2010
Dance in the Moonlight
sing. dance. move
Dinge, die man (nicht nur als Künstler) machen sollte. Darunter auch das Tanzen im Licht des angeleuchteten Mondes.
Wenn es endlich sommerlich warm wird, kann man das machen. Und wer sich nicht traut, geht erstmal nachts spazieren und singt ein leises Lied im Takt des eigenen Schrittes. Das ist auch schon Tanz. Und Musik.
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Kritzeltechnik,
Skizze,
Tanz,
things to do as an artist,
Zeichnung
Write down the Matter of your Soul
Schreiben und Kritzeln
"Schreibenschrieben schreiben
es soll weitergehen. Nicht das Schreiben, sondern das Erleben, das Erfahren,
das Geschriebene ist ein Andres. Schreib! Lies! Trage vor! Drum mach Dich zum Dichter Deiner eignen Seele." (autowrite 01.06.2010 21:57, ald)
Was die Kritzelei für das Zeichnen ist, das ist AutoWrite für das Schreiben. Ein Weg etwas neues zu entdecken, oder Verdecktes zum Vorschein zu bringen. Sinnvoll mag manches erst dem werden, der Kontext wählt und interpretiert.
Tageskritzeleien
- Eine kleine Aufgabe, die Dich zum Dichter macht.
- Nimm jeden Tag eine Seite und schreibe darauf.
- Sammle die Seiten Tag für Tag.
- Trage das Geschriebene vor.
- Nimm es auf (Audio oder Video).
- Wenn Du willst: Veröffentliche das Geschriebene auf einem Blog zusammen mit den Aufnahmen.
Das ist auch gut in langweiligen Unterrichtsstunden und Seminaren.
Montag, 31. Mai 2010
talking to the fairies again
Kritzeltechnik
Kleinigkeiten mit Kugelschreiber auf Papier, die aus Kritzeleien entstehen. Am Anfang sind es geschwungene Kritzelbewegungen, dann entdeckt man Formen, Figuren und Bewegung, wie beim phantasievollen Wolkenschauen. Gefundene Figuren werden dann weiterentwickelt.
Dienstag, 4. Mai 2010
Moon is sad in the Dark

"Moon is sad in the Dark, so Sun warms her face." (ald)
Kugelschreiber auf A4 Papier - 04.05.2010
Kugelschreiber auf A4 Papier - 04.05.2010
Das archetypische Verhältnis von Sonne und Mond, das kodiert in fast (?) jeder Religion und Weltanschauung vorhanden ist. Hier in der verniedlichten Vorstellung, die Mond werde von dem Sonne gewärmt, weil sie so einsam ist.
Eine Variation des Textes lautet: "Moon is sad in the Dark, so Sun brightens (up) her face."
Wenn die Mond leuchtet, dann ist ihr im All der Sonne aufgegangen. Eine schöne Vorstellung irgendwie.
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