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Montag, 17. Oktober 2011

When will it all make sense? Ja, wann denn?


 Philosophische Fragmente.
Horkheimer/Adorno, Gervinks Schönberg-Biographie,
Bruce Lees 'Tao of Jeet Kune Do'
und mein kleines blaues Notizbuch.

Früchte der Erkenntnis

Neulich entdeckte ich einen kleinen Apfel in der linken Tasche meiner Lederjacke. Ich vergaß, dass ich ihn gesammelt hatte und wusste auch nicht mehr wo. Aber meine Hand fand ihn, so wie Bilbo Beutlin einen Ring in seiner Westentasche fand.
Ich trug ihn ein paar Tage mit mir herum, als möglichen Snack. Manchmal ist ein kleiner Apfel sehr erfrischend.

Dann, als einmal die Sonne durchs Fenster schien und ich in der Dialektik der Aufklärung las und nachdachte, setzte ich den kleinen Apfel auf das Buch. Es schien mir passend. Ein niedlicher Witz über gesammelte Früchte der Erkenntnis, die nicht gekostet werden.

Ich war auch am Zeichnen und kritzelte gegenständliche Figuren, die wie eiförmige Raumschiffe im Weltall hingen - unentschieden von welchem Stern oder Planeten sie sich angezogen fühlen sollten.
Mir gefiel der Raum, der sich beim Betrachten in mir auftat. Das ist überhaupt merkwürdig, nicht, was man beim Betrachten sieht, sondern was sich einem im Innern dabei auftut und was sich dort bewegt.

Also schwebte ich für eine kurze Zeit im Weltall. Und zeichnete dann weiter.

Irgendwo im Hyperraum.
Das innere Weltall

Im Innern ist die Welt begrenzt auf die eigenen Erfahrungen und unendlich in deren Nach- und Umerzählungen. Und dann gibt es noch den ganzen Quatsch, der aus Sinneseindrücken, die noch nicht mit Bedeutung versehen und kontextualisiert wurden, zusammengesetzt wird.
Eine Autobiographie erzähle ich mir selbst - im inneren Erleben und erinnern. Ein Weltall gefüllt mit kleinen Raumschiffen, die sich zu einem großen Gebäude zusammensetzen wollen. Scheinbar chaotisch und ohne Bauanleitung. Scheinbar.
Wenn sie das Gebäude vollendet haben, reisen sie zu einem weiten Stern. Und während sie sich formieren, sind sie schon auf dem Weg.

When will it all make sense? (ald - 05.09.2011)
Kugelschreiber auf Kopierpapier.

Dienstag, 19. Juli 2011

Kunst ist kein Fastfood - Hiroyuki Masuyama "1000 Blumen" in Gießen

Vom 17. Juli bis 18. September 2011 zeigt die Kunsthalle Gießen in der Ausstellung "1000 Blumen"  Arbeiten von Hiroyuki Masuyama.

Digitale Bilder analog präsentiert.
Mit Handy wiederum digital gewandelt, hochgeladen
und von ihrem Bildschirm analog gewandelt.
Hineingestolpert

Die Notausgangtür war leicht angelehnt. Ich betrat das Gebäude am Berliner Platz und passierte eine Tischgesellschaft, von denen manche mich anblickten, als sei ich ungebetener Gast. Aber ich war Besucher.
In der Kunsthalle stille Atmosphäre, Licht und eine große Kugel, die meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Sie ruhte dort auf einem weißen Podest. Eine offene Klappe, wie die Luke eines kleinen selbstgebauten Kugel-UFOs, lud mich ohne Worte auf eine Reise ein. Ich sah mich um und setzte mich dann, um mir die Schuhe auszuziehen.
Eine Reisebegleiterin in Schwarz war bei den Vorbereitungen behilflich und schloss die Luke hinter mir.

Mit Leinenhemd vor Hiroyuki Masuyamas Blumen - 17. Juli 2011

Raum und Zeit

Drinnen klingt die Welt anders. Das eigene Flüstern schallt lauter in der Weite des Weltraums. Sterne leuchten um mich herum, tanzen ruhig mit jedem Atemzug.

Draußen eine Blumenwiese, zehntausend Selbstportraits des Künstlers, ebensoviele Galaxien und die 27 Meter lange Dokumentation einer Weltreise. Das alles kann nicht so interessant sein wie die Erfahrung in der Weltraumkugel. Trotzdem verweilen die Besucher vor den leuchtenden Arbeiten, spazieren an den Arbeiten vorbei und verlängern die Wände mit jedem ihrer langsamen Schritte.

Ich liege im Dunkeln, greife mit den Händen nach den Sternen und lausche. Ungeduldige Stimmen in der Warteschlange zur Weltall-Meditation.

"Ist da noch jemand drin?"
"Ja."
"Wie lange dauert das noch."
"Bis der Besucher klopft."

Zur Rezeption der Arbeit "O" gehört es, sich nicht drängeln zu lassen. Es handelt sich um einen inszenierten Meditationsraum.  Es reicht nicht aus, ein schnelles Handy-Foto zu machen, um zu sagen "Ich war hier." Die sinnlich-ästhetische Erfahrung ist kein kurzes Rein und Raus.
Ich klopfe noch lange nicht. Aber viel zu früh.

"O" 
Altered States - Die Kugel im Zentrum erlaubt Einsicht und Aussicht.
Wer hineinsteigt, darf sich Zeit lassen. Kunst ist kein Fastfood.

Ästhetische Erfahrung

Die ästhetische Erfahrung, die Sie gerade machen, könnte ähnlich dieser sein: Sie sitzen auf ihrem Stuhl und starren auf den Bildschirm. Tragen dabei ihre Kleidung, vielleicht eine Tasse in der Hand, die Maus in der anderen. Surren des Lüfters, Zehen in den Flipflops kratzen an der Fußleiste, um das Jucken unter den Nägeln zu beenden. Der Kaffee ist lauwarm, zu kalt eigentlich, riecht aber noch nach 6,99 Euro und soll darum nicht weggeschüttet werden. Im Rücken ein Druck von Kandinsky, goldgerahmt. - Kandinsky, weil es drunter steht. Wie in unzähligen Arztpraxen, die als Ausstellungsräume dieser Kunstdrucke das bedrückende Warten, peinliches Schweigen und das flüchtende Blättern in belanglosen Zeitschriften als ästhetische Erfahrungen dazuschenken. - Auf dem Schreibtisch ein Kaffeeabdruck der Tasse. "O" ein dunkler Ring. Monochromatisches Symbol einer Unendlichkeit. Weggewischt mit Taschentuch oder Hemdärmel.

Wer ästhetische Erfahrungen machen will oder sich fragt, was das genau sei und wo man sie findet, weshalb sie nicht nur in den Kunstunterricht gehören, der kann mit der Wahrnehmung von Selbst und unmittelbarer Umgebung anfangen und ein paar Schritte weiter gehen. In die Kunsthalle Gießen.
Führungen können gebucht werden. Neugierige gehen selbst drauflos. Spontane wandeln die Wartezeit an der Bushaltestelle Berliner Platz in eine Abenteuertour.

Wer möchte darf eigene Fotos mit der Begegnung der Arbeiten einreichen und am Diskurs teilnehmen.
Der Eintritt ist kostenlos und der Besuch nicht umsonst.

Dienstag, 4. Mai 2010

Moon is sad in the Dark


"Moon is sad in the Dark, so Sun warms her face." (ald)
Kugelschreiber auf A4 Papier - 04.05.2010

Das archetypische Verhältnis von Sonne und Mond, das kodiert in fast (?) jeder Religion und Weltanschauung vorhanden ist. Hier in der verniedlichten Vorstellung, die Mond werde von dem Sonne gewärmt, weil sie so einsam ist.
Eine Variation des Textes lautet: "Moon is sad in the Dark, so Sun brightens (up) her face."

Wenn die Mond leuchtet, dann ist ihr im All der Sonne aufgegangen. Eine schöne Vorstellung irgendwie.

自治 (じち)jichi - just code - A complete AI coding agent in C, conforming to the C89 (ANSI C / C90) standard

Today marks the public release of jichi . A project that grew out of an experiment, and a few questions: Where is all this software people a...