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Mittwoch, 25. Dezember 2024

AutoWrite 62 - Der Schlüssel

AutoWrite 62 - Der Schlüssel

Irgendwo in den Sedimenten sog. digitaler Datenmengen, liegen ganz oder fragmentarisch die Schlüssel zu Erfahrungen und Erlebnissen, die als Symbole im passenden Kontext Erkenntnisse eröffnen.

Und was stand in den Texten dieser Dateien in Formaten mittlerweile obskurer Schreibsoftware? Und was sage ich mir mit diesem automatisch geschriebenen Text zu dieser Zeit? Spricht der Geist der vergangenen Weihnacht zu mir?

Oder der Geist der kommenden Weihnacht, denn versehentlich schrieb ich den 25. Dezember 2025 als Datum. Dann lasse ich das mal so geschrieben.

Montag, 17. Oktober 2011

When will it all make sense? Ja, wann denn?


 Philosophische Fragmente.
Horkheimer/Adorno, Gervinks Schönberg-Biographie,
Bruce Lees 'Tao of Jeet Kune Do'
und mein kleines blaues Notizbuch.

Früchte der Erkenntnis

Neulich entdeckte ich einen kleinen Apfel in der linken Tasche meiner Lederjacke. Ich vergaß, dass ich ihn gesammelt hatte und wusste auch nicht mehr wo. Aber meine Hand fand ihn, so wie Bilbo Beutlin einen Ring in seiner Westentasche fand.
Ich trug ihn ein paar Tage mit mir herum, als möglichen Snack. Manchmal ist ein kleiner Apfel sehr erfrischend.

Dann, als einmal die Sonne durchs Fenster schien und ich in der Dialektik der Aufklärung las und nachdachte, setzte ich den kleinen Apfel auf das Buch. Es schien mir passend. Ein niedlicher Witz über gesammelte Früchte der Erkenntnis, die nicht gekostet werden.

Ich war auch am Zeichnen und kritzelte gegenständliche Figuren, die wie eiförmige Raumschiffe im Weltall hingen - unentschieden von welchem Stern oder Planeten sie sich angezogen fühlen sollten.
Mir gefiel der Raum, der sich beim Betrachten in mir auftat. Das ist überhaupt merkwürdig, nicht, was man beim Betrachten sieht, sondern was sich einem im Innern dabei auftut und was sich dort bewegt.

Also schwebte ich für eine kurze Zeit im Weltall. Und zeichnete dann weiter.

Irgendwo im Hyperraum.
Das innere Weltall

Im Innern ist die Welt begrenzt auf die eigenen Erfahrungen und unendlich in deren Nach- und Umerzählungen. Und dann gibt es noch den ganzen Quatsch, der aus Sinneseindrücken, die noch nicht mit Bedeutung versehen und kontextualisiert wurden, zusammengesetzt wird.
Eine Autobiographie erzähle ich mir selbst - im inneren Erleben und erinnern. Ein Weltall gefüllt mit kleinen Raumschiffen, die sich zu einem großen Gebäude zusammensetzen wollen. Scheinbar chaotisch und ohne Bauanleitung. Scheinbar.
Wenn sie das Gebäude vollendet haben, reisen sie zu einem weiten Stern. Und während sie sich formieren, sind sie schon auf dem Weg.

When will it all make sense? (ald - 05.09.2011)
Kugelschreiber auf Kopierpapier.

Freitag, 8. Oktober 2010

Der Henker ist eingetroffen, Hoheit!

Kaum steht man ein wenig erhöht,
wird man zur Prominenz.

Es war einmal...

Ich stand auf einem Mäuerchen an der Bushaltestelle, als ein Mann von der gegenüberliegenden Straßenseite zu mir herübertrat und verkündete: "Der Henker ist eingetroffen, Hoheit."
Nur diese Worte. Er hielt dabei seinen Blick gesenkt und bewahrte drei Schritt Abstand. Dann drehte er sich um und verschwand in der Dunkelheit. D.h., ich sah im noch eine Weile zu, wie er im Licht der Straßenlaternen mit der Hand hinten in der Hose davonschlurfte.

Was wusste der Kerl über meine adeligen Vorfahren? War der Henker in der Nähe? Würde er meinem hoheitlichen Befehl unterstehen - oder war er grausig gar für mich gekommen, sein endgültiges Handwerk zu erledigen?

Ich erinnerte mich an den Seelenhandel, der ja in Ermangelung teuflischer Mittel rechtmäßig nicht zustande gekommen war, auch hatte ich nichts unterschrieben. Er schwirrte ab, der arme Teufel und ich blieb ohne Erfolg. Doch vielleicht war ich auf eine List hereingefallen? Sowas wie eine Seelen-Phishing-Attacke, die satanische One-Click-Policy. Ein falsches Wort und schwupp! Seele weg? War die tägliche Lektüre des großartigen Sinfest-Webcomics ein Stolperstein? Rock'n'Roll, Blues, Jazz und Heavy Metal? Ich schob die Gedanken beiseite und konzentrierte mich auf die seltsame Begegnung.

Zurückgespult

Die Szene lief vor meinem geistigen Auge ab und ich spulte sie immer wieder zurück, als stünde ich vor dem Lebensende auf der Suche nach einem Funken Glückseligkeit in der Erinnerung meines irdischen Wandelns, oder als Literaturkritiker über einem Groschenroman.

Der Mann schlurfte von der gegenüberliegenden Straßenseite zu mir herüber, blieb neben mir stehen und sagte: "Der Henker ist eingetroffen, Hoheit!", ohne mich dabei anzusehen.

Zurückgespult
. Der Mann stieg vermutlich aus einem Bus aus, schlurfte dann herüber - Moment! Wo waren die Autos? Schlurfte er tatsächlich durch den Verkehr oder nutzte er eine ruhige Ampelphase? Ich konnte mich nicht erinnern. Er schlurft herüber in seinen abgetragenen Klamotten, bleibt stehen, sagt seinen Satz.

Zurückgespult. Er tritt an mich heran und ich beobachte ihn. Er sagt seinen Satz.

Zurückgespult
. Er kommt von der Straße auf den Bürgersteig, bleibt neben mir in drei Schritt Entfernung stehen und sagt seinen Satz.

Zurückgespult
. Sagt seinen Satz.

Zurückgespult
. Er blickt mich nicht an. Stopp!

Zurückgespult. Er blickt nicht mich an ... Sondern steht abseits von mir und spricht als stünde er vor einem anderen, zu einem Unsichtbaren: "Der Henker ist eingetroffen, Hoheit." Was für eine Geste, mit der er dabei auf mich deutet? Einbildung! Ich beobachte ihn, wie er im Licht der Straßenlaternen verschwindet. Ein leises Schwirren in den Schatten zu meiner Linken. Einbildung.

Ich sah mich um, doch keiner der anderen Wartenden schien von der Begegnung Notiz genommen zu haben. Ich schrieb mir den merkwürdigen Satz des Fremden in mein neues kleines schwarzes Notizbuch und machte zwei Fotos mit dem Handy. Dann nahm ich den Bus.

Hoheit oder Henker?
Oder nur Statist?

Speedreading: Testing Elixir - Effective, and robust testing for Elixir, and its ecosystem (Andrea Leopardi, and Jeffrey Matthias, series editor: Bruce A. Tate, development editor: Jacquelyn Carter)

Testing Elixir Die späte Schnelleselektüre dauerte fünfundreißig Minuten und zwanzig Sekunden, und ich hatte sie zuvor auf fünfunddreißig Mi...