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Montag, 16. Juni 2025

Sommerlaubenbau, wilder Thymian und der Blick der Loreley zum Horizont


Eines der schönsten Musikstücke, das ich in den vergangenen Wochen kennenlernen durfte (Danke, Christina!) und bei zahlreichen Versuchen aufnahm, handelt inhaltlich vom Sommerlaubenbau, dem Blumensammeln, dem gemeinsamen Pflücken des wilden Thymians und der Liebe, die einen erfüllt: also, sinnlich-ästhetisches Handeln.

Auch die Begegnung mit der Loreley ist eine sinnlich-ästhetische Erfahrung. Sie erzählt mit ihrem in die Ferne zum Horizont streichenden Blick vom In-der-Liebe-Sein, dem Weitergehen und im Hier-und-Jetzt-Sein.
Und das sei ihr nur angedichtet, denn was sie fühlt und tut, das sage sie besser selbst.

Das Bild nahm ich am 13. Juni 2025 auf, und die Musik am 16. Juni 2025. 

Samstag, 1. März 2025

you better know the truth


First take of an interpretation of Blaze of Glory from a recording session of several takes, some angrier, some more flawed, March 1st, 2025. I liked this version best, and will consider recording, and uploading another version.

The picture was taken at the Bode Museum, if I remember correctly, in Berlin, August 10th 2023, and shows a fragment of the face of Mary by Antonio Rossellino created around 1460 to 1470.

Freitag, 14. Februar 2025

Mittwoch, 8. Januar 2025

and every alternative breath we drew


Mir kam heute in der Küche eine alternative Version von Leonard Cohens Hallelujah über die Lippen, die ich dann in mehreren Versuchen aufnahm und einen davon auf YouTube veröffentlichte.

Ich mag die Entwicklung alternativer Versionen sehr viel mehr als die exakte Wiedergabe einer vorherigen Version. Dafür gibt es Aufnahmen. Wenn man viele verschiedene Versionen aufnimmt, kann sich der eine diese, der andere jene wiederholt anhören, und Musikwissenschaftler haben Material für Vergleich und  Analyse der Versionen.

Die frühere Version ist unter and every breath we drew zu finden.

Samstag, 4. Januar 2025

and every breath we drew

Jeff Buckley sang und spielte Leonard Cohens Hallelujah und inspirierte mich damit sowohl die E-Gitarre als Begleitinstrument als auch den Gebrauch der Gesangsstimme weiter zu erforschen. Dunkel erinnere ich mich an MTV Videoclips von Jeff Buckley, mit denen ich damals nicht viel anzufangen wußte. Die Begegnung fand dann später auf MySpace statt. Über Jeff Buckley lernte ich Tim Buckley kennen und bemerkte Song to the Siren, das ich tatsächlich zuerst bei seinem Auftritt bei den Monkees hörte und später in der Version von John Frusciante auf The Empyrian.

Die Aufnahme entstand am 4. Januar 2025 als eine von mehreren Versuchen.

and the truth will make you smile

all blues - ald, 3. Januar 2025

And the truth will make you smile,
and when you're smiling,
the whole world smiles with you.

Eine digitale Selbstportraitkritzelei mit Krita und Wacom Grafiktablett zur existenziellen Betroffenheit und offenen musiktheoretischen Geheimnissen. Die Krise fordert die Bewältigung, die Reise, die Genesung und muss zu einer Erkenntnis führen, die nicht selten ein offenes Geheimnis verstehen lässt, das zuvor übersehen oder mißverstanden war.

find the source,
go through
all the doors,
all rooms,
out of the house,
onwards.

Die Kraft der Umdeutung, im Dur das Moll, im Moll das Dur und die Stimmen zwischen denen der Harmonien zu hören. Auch ist es gut, den Blues nicht nur zu haben oder, so wie man in Liebe ist, vom Blues besessen zu sein, sondern den Blues zu singen und zu tanzen. Nicht um ihn loszuwerden, sondern um die darin gegebene Kraft zu nutzen.

Außerdem ist den Blues singen und tanzen nach der bewältigten Krise und in neuer Erkenntnis verschieden von, den Blues singen und tanzen während der zu bewältigenden Krise.

thanks,
for all the pain.
it had me seek
the light, and
the truth,
and they made me smile.

Nicht zuletzt, um den Blues zu singen ein paar Textzeilen:

sun shines through the windows,
reveals the dust gathered on my guitar;
there ain't a lovesong left in me,
ever since I lost that star
twinkling in the night

but, oh, do I have the Blues...

ald - Aus Notizen und Kritzeleien vom 3. Januar 2025

Montag, 23. Dezember 2024

Was Elvis schon sang und andere inspirierte


Zwei Weihnachtslieder begleiten mich seit Jahren als Ohrwürmer durch die verschiedenen Jahreszeiten, dann kommt mir der Gedanke einer Aufnahme und dann ist Weihnachten wieder vorbei. Um dem vorzubeugen und weil die Sonne heute Mittag einladend und aufforderend freundlich durchs Fenster schien, nahm ich verschiedene Versionen von Blue Christmas auf, von denen ich eine mit einem bearbeiteten Bild versah und auf YouTube veröffentlichte.

Das andere Lied ist Mel Tormés Christmas Song und wird dann vielleicht ein andermal aufgenommen.

Ich wünsche allen ein frohes, friedliches und besinnliches Weihnachtsfest!

Donnerstag, 14. November 2024

Liedbegleitung - On Every Page (The Tallest Man on Earth)


Liedbegleitung

Das Lied On Every Page des Albums There's no Leaving Now von The Tallest Man on Earth begleitet mich seit 2012, als ich während der Theaterproduktion von An Inspector Calls (J.B. Priestley) am englischsprachigen Keller Theatre von einem Ensemblemitglied (Danke, Jenny!) im Rahmen eines Premierengeschenks darauf aufmerksam gemacht worden war.

Und seit dem übe ich den Gesang und die Begleitung auf der Gitarre und nahm das Stück in mein Repertoire für Open Stages auf, wobei ich sowohl Tonart, Spielweise der Begleitung, als auch die Melodieführung des Gesangs und den Gebrauch der Stimme variiere. Mal passt es so, mal so in den Raum, in dem ich spiele, zu dem Instrument in meinen Händen, meiner Stimmung.

Bei Aufnahmen zu Balthasars Lied aus Shakespeares Much Ado about Nothing - für das ich ein Instrumentalstück als Begleitung spiele, das ich vor Jahren komponierte und bei kleinen Auftritten für den Soundcheck verwende - nutzte ich das bereits aufgebaute fastmobile Tonstudio für eine Aufnahme des Lieds, das mich nun so lange begleitet.

Das Foto nahm ich am 30. Januar 2022 auf. Die Tonaufnahme entstand am 6. November 2024.


Sonntag, 20. Oktober 2024

Hey, Kannst Du mir'n Lied sing'? Ungefähr so...


Eine gesangmusikalische Improvisation auf die Bitte "Hey, kannst Du mir 'n Lied sing'?". Die Frage kam mir an dem Tag in den Sinn und dann folgte die Antwort in einem ersten musikalischen Fragment, das dann zu dieser Improvisation führte.

Weitergehen, weitersingen.
Weiter.

Aufgenommen am 14. Juni 2023 mit 'nem Smartphone. Seitdem ging ich weiter.

Samstag, 6. Juli 2024

Mut. - Fluss mit Flair 2024 in Gießen

 

Der diesjährige Fluss mit Flair steht unter dem Motto Mut und findet am 7. Juli 2024 von 11 Uhr bis 19 Uhr auf der Lonystraße und der Löberstraße in Gießen statt. 

Mut. Schwermut, Sanftmut, Armut, Hochmut, Unmut, Gutmütigkeit, der Mut zum forschenden Gestalten, der Mut zur Vergebung. Stimmungen, Verstimmungen, Stolpern, Scheitern, Weitergehen.

Ich werde ausgewählte Arbeiten aus meiner Biographiefragmentmanufaktur präsentieren, das sind Selbstportraits, automatisch geschriebene Textfragmente, Skizzen, Studien, Illustrationen. Ich danke für die vorbereitende Untersützung bei Transport und Aufbau!

Der Künstler testet immer. Jeder Blick ist ein prüfender, jedes Element wird in den Zusammenhang des Gesamtwerks und möglicher Präsentationsorte gestellt. Formale Studien werden gesammelt, für spätere Projekte wiederverwendet, Lösungen konkreter Probleme und künstlerischer Fragestellungen abstrahiert. Die künstlerische Arbeit ist immer diskursiv, wirkt im Alltag, erfordert Abstand, Perspektivwechsel, Diskussion. Sie ist Werkstattarbeit und damit, Heldengeschichten zum Trotz, Ensemblearbeit. Sie erfordert Routine, stetige Optimierung von Routinen, Werkzeugepflege, Werkzeugherstellung, auch Adaption neuer Werkzeuge und Arbeitsprozesse. Sie bedarf einer kritisch-rationalen Betrachtung der Verwendung ihrer Ergebnisse und Werke.

Die Stichpunktlebensgeschichte, diese seltsame Textform, wird zur Erzählung über den Lebensweg eines Menschen durch die Welt. Die Auswahl der Ereignisse, Begegnungen und Erfahrungen hängt vom Erzählkontext, den Zuhörern, oft von der Laune des Erzählers ab. Die Erzählung und was vermittelt von ihren Zuhörern weiter- und nacherzählt wird, ist dem tatsächlichen Leben selten angemessen. Hier wird übertrieben, dort ausgelassen. Einer verdreht, der andere biegt. Wie die Ereignisse und Handlungen aller Beteiligten tatsächlich zusammenwirkten, bleibt  unerzählt; aber dass diese verwobenen Zusammenhänge existieren, muss heilsam aufgezeigt werden. So brüllte Inspector Goole in J.B. Priestleys An Inspector Calls seine wachrüttelnde Stoprede: „We don‘t live alone. […] We are responsible for each other.“

Es rettet dich nur die Hand, die dich packt und aus der Grube zieht, nicht die, die winkt und sagt: Ich will dir alles Gute.

Wer sich, wie Münchhausen, am eigenen Zopfe selbst aus der Grube heben musste, wird sich hernach vor die Entscheidung stellen, anderen die Überwindung der Hürden zu erleichtern, die er selbst schon bezwingen konnte.

Das ist der unstetige Fortschritt des Menschen, dass das nächste Scheitern auf höherem Niveau gelingt.

„Your life is your life. Don‘t let it be clubbed into dank submission.“
(Charles Bukowski, The Laughing Heart)

Mittwoch, 18. Januar 2023

Saxophoninspirierte Gitarrenbluesjazzmusik

Telecastertypen, Notizensammlungen und Lesestapel

Die folgende Improvisation entstand in einer Reihe von Versuchen, inspiriert durch Aufnahmen des Saxophonisten Eddie Lockjaw Davis, bei der Phrasierung und Spielweise insbesondere auf die klangliche Textur in Kommunikation mit den anderen Instrumenten einzugehen.

Sonntag, 11. September 2022

Meisterschaft

Was ist der Preis für die Meisterschaft?
Anstrengung,
Mühe,
Entbehrung.

Was ist die Meisterschaft?
Freude an der Anstrengung,
Mühe,
Entbehrung.

(ald, 11.09.2022)

Montag, 6. Juni 2022

Wie die Phoenizier aus der Asche

 Meine Tätigkeit als Blogger begann 2005 mit Notizen über (Netz-)Kunst, Musik, Konzertberichten sowie viel Unsinn und Ausschnitten eigener künstlerischer, musikalischer und literarischer Arbeiten und wurde bis 2018 fortgeführt.

Kürzlich beschloss ich, das Bloggen als Veröffentlichungsweise kurzer Notizen über u.a. Kunst, Musik, Softwareentwicklung und Philosophie wieder aufzunehmen.

Licht an!

Dienstag, 7. Juni 2016

Mit leichtem Gepäck

Wie ich als begleitender Gitarrist nach Irland reiste, um zwei Konzerte im Rahmen des International Dublin Gay Theatre Festival 2016 zu spielen.

Aus einer Zusammenarbeit am englischsprachigen Gießener Keller Theatre erwuchs eine kleine musikalische Projektarbeit, die drei Konzerte umfasste: ein Warm-Up auf Gießens Kleiner Bühne und zwei in Dublins Cobalt Cafe.

Vom Traum der Menschheit und grenzenloser Freiheit

Mein letzter Flug lag etwa 14 Jahre zurück, und ich begann meinen Reisetag mit einiger Vorfreude auf die Wolkenlandschaftschau, die mich während des Flugs staunen lassen sollte. Was ich stattdessen während der gut zwei Stunden dauernden Flugzeit erblickte, war dieses blöd grinsende Gesicht im Sitz vor mir.



Zugegeben, es ist meiner Höflichkeit geschuldet, dass ich meinen reservierten Fensterplatz zugunsten einer älteren Dame aufgab, die die Sitzreihe mit ihren Verwandten für sich in Anspruch genommen und meinen Fensterplatz wohl versehentlich mit übernommen hatte. Ich wich auf den ihr eigentlich zugewiesenen Sitzplatz aus. (Offensichtlich ist Sitzplatzverwechselung kein Einzelfall, weswegen die Flugbegleiterinnen deutlich daraufhinweisen, nur die eigenen Plätze einzunehmen.)
Bei meinen Beobachtungen während des Fluges, stellte ich fest, dass die meisten Reisenden entweder auf ihrem Smartphone herumwischten, gelangweilt Hochglanzmagazine blätterten oder schliefen. Nach 14 Jahren reise ich mit einem Flugzeug, dieser bemerkenswerten Errungenschaft menschlicher Ingenieursleistung und sehe nichts von der Welt! Stattdessen werde ich von diesem Sitz vor mir beobachtet. Versuche ich den einen oder anderen Blick über meine Sitznachbarn hinaus durch das kleine ovale Fenster zu werfen, fühlen die sich sogleich angestarrt, und das Fenster verbirgt mehr, als dass es zeigt. Das Sitzgesicht grinst mich weiter blöde an, als freute es sich hämisch. Danke Sitzdesigner, Du hast Dir sicherlich lange Gedanken gemacht, um einen so freundlichen Sitz zu entwerfen.
Mir kamen zwei naheliegende Erklärungen für die kleinen Fenster. Zum einen mag es konstruktionsbedingt notwendig sein, die Fenster klein zu halten. Das müsste ich recherchieren, da mir das ungewöhnlich vorkommt, da das Cockpitfenster schließlich auch groß und frontal gegen den Luftwiderstand ausgerichtet ist. Naheliegender scheint mir, dass findige Psychologen, die sich mit flugängstigen Passagieren beschäftigten, in ausgefeilten Studien herausgestellen konnten, dass kleine Fenster die Aufmerksamkeit der Fluggäste weniger auf sich ziehen und diese somit mehr Zeit mit ausgelegten Duty Free-Shoppingmagazinen verbringen und sowohl an Bord als auch am Flughafen freudiger Einkaufen. (Und sei es nur um sich für das brave Überleben des Flugs zu belohnen.)
Der dritte Grund traf meine Gemütslage besser. Er liegt in der boshaften Ironie menschlichen Schaffens, der großen Pläne und deren Ausführung: die Pioniere, Ingenieure und Designer entwarfen das Flugzeug, um die Welt von oben zu bestaunen, ihre Geheimnisse zu erforschen, den Zauber des Fliegens zu erfahren! Und all das Schaffen gipfelt in einem Flugzeug, das viele Menschen durch die Lüfte und über die Welt befördert und die Reisenden von allem nichts sehen lässt.

In Dublin angekommen, wurde ich erwartet und lernte das irische Busfahren kennen. Das unterscheidet sich vom Gießener Busfahren folgendermaßen. Beim Einstiegen grüßt man sich gegenseitig und verabschiedet sich beim Ausstieg. Gegenseitig meint hier den Busfahrer und die Fahrgäste. Und ich rede von Irland. In Gießen grüßen Busfahrer nicht. Man weiß nichtmal, ob sie überhaupt sprechen. In Irland warten Busfahrer auf zur Haltestelle eilende, schwere Taschen tragende, potentielle Fahrgäste. Allerdings sind Gießener Busse pünktlich. In Irland wartet man tatsächlich auch mal etwas länger auf den Bus, weil sich die Busfahrer noch beim Eis in der Sonne miteinander unterhalten. Das erinnert mich an eine Anekdote über eine Berliner Postfiliale, in der es für die Mitarbeiter eine Tischtennisplatte gegeben haben soll. Von den vielen Serviceschaltern wurden nicht alle besetzt - und konnten nicht besetzt werden, weil die entsprechenden Mitarbeiter noch in einem Tischtennismatch gebraucht wurden.

Eine weitere Kuriosität des irischen Straßenverkehrs ist das Geheimnis der Ampeln. Autofahrer, so sehr sie auch eilen - wie Taxis es vermutlich überall auf der Welt tun - halten an roten Ampeln, während irische Fußgänger immer und überall die Straße überqueren, sofern gerade keine Autos fahren oder sie eine Lücke geschickt ausnutzen können. Touristen erkennt man daran, dass sie in Dublin an den roten Fußgängerampeln auf grün warten.

Nachdem das Gepäck in dem kleinen Bed&Breakfast abgestellt worden war, ging es auf erste Erkundungstour durch die Straßen Dublins, zum Ticketpopupshop des Festivals, zum Cobalt Café, um den Aufführungsort kennenzulernen und Absprachen zu den Aufführungen zu machen. Dann wurden Veranstaltungen des Festivals besucht. Irish Pub Food.

Der Gießener Gig erfolgte mit E-Gitarre und Gesangsverstärkerung, während für Dublin ein verstärktes Akustikgitarrenset, Gesangsverstärkung und ein professioneller Tonmensch zugesagt war. Wie sich wenige Tage vor Anreise herausstellte gab es von all dem nichts, weswegen die Auftritte komplett unverstärkt stattfanden. Die Akustikgitarre wurde vor Ort geliehen.
Ich bin E-Gitarrist. Akustikgitarren spiele ich so wie ich E-Gitarre spiele: mit den Fingern. Der Unterschied zwischen beiden Instrumententypen ist die Übersetzung der Fingerarbeit an den Saiten. Mit gefallen die Gegebenheiten und Möglichkeiten der E-Gitarre mit ihrer Verstärkung und Klangveränderung besser als die der Akustikgitarre.
Es freute mich daher, dass so viele Gäste anschließend auf uns zukamen und sich für die Musik bedankten.

Montag, 9. November 2015

Gitarrendekoration - mehr aus Filz

Wohlfühlgitarre.

Ein Nachmittagsprojekt, das ich seit einer Weile geplant hatte, setzte ich vor wenigen Tagen um: ein Filzschlagbrett für meine Shark by Bach Guitars Minimal SG. Der verwendete Wollfilz hat dabei vor allem die Funktion der Dekoration und des haptischen Wohlfühlens, ähnlich wie bei dem bereits vorgestellten croon papillon E-Bass.
Die E-Gitarre ist ein Dödelhaie-Modell, das bei der tcheschischen Firma Bach Guitars gefertigt wurde. Die Dödelhaie sind eine Duisburger Punkband. Ich kann jetzt nicht behaupten, musikalisch besonders punkgebildet zu sein, aber immerhin las ich gerne Jackie Niebischs Kleenen Punker aus Berlin und höre gelegentlich Die Ärzte und Knorkator (Wie? Die zählen nicht?).

Die Gitarre ist reduziert auf einen Stegtonabnehmer und einen Lautstärkeregler. Den mitgelieferten Tonabnehmer ersetzte ich durch einen aktiven EMG 85. Die für den Betrieb nötige 9V-Batterie passt genau in das kleine Elektronikfach und lässt sich schnell auswechseln.

Doublecut.

Die Gitarre ist angenehm leicht, hat eine gibsontypische Mensur und ist kopflastig, d.h., sie verrutscht entsprechend, wenn man im Stehen spielt und die Greifhand vom Hals nimmt. Das lässt sich durch Haltung und Spieltechnik weitgehend vermeiden. Als kleine Unterstützung setzte ich einen Filzrest auf die Rückseite der Gitarre, um die Reibung zu erhöhen und die Gitarre so zu stabilisieren.

 Wollfilz.

Der Gurt ist an den Gurtpins mit kleinen Gummiringen arretiert. Die sind günstiger als Gurtschlosskonstruktionen und machen keine Geräusche. Neben der Holzeule ist ein Lederetui für Gitarrenplektren befestigt. Ich spiel zwar hauptsächlich mit den Fingern, aber wenn man mal ein Plektrum braucht, ist eines in Reichweite.
Die Gitarre fand bei den vergangenen Hamburch-Berlin-Auftritten Anwendung und ist im Alltag ein pflegeleichtes Instrument. Die Reduktion auf einen Stegtonabnehmer ohne Höhenblende forderte die Verbesserung meiner Fingerstyle-Spielweise, gezieltes Dämpfen der Saiten und passende Einstellung am Verstärker. Allein wegen des spielerischen Fortschritts bin ich für dieses Instrument dankbar. Danke, daher, an den Dödelhai-Gitarristen, der mir den Tip für die Gitarre gab!

Kleener Hund.

Warum die Tiere? Ich mag Elefanten und Hunde. Die Eule trug ich jahrelang als Schlüsselanhänger. Eulen mag ich auch. (Und in diesem Fall ist es keine Twin Peaks-Anspielung, so wie auch die Verwendung von Filz kein Beuys-Zitat ist. Aber diese Anmerkung knüpft die Verbindung zu beiden... verrückt, wa?)
Das Filz schnitt ich frei Hand mit Messer und Schere, befestigte die Knöpfe und nähte eine Schmucknaht ein. Als Soundtrack lief dazu Miles Davis Blue Moods, John Coltrane with the Red Garland Trio Traneing In und Count Basie and His Orchestra April in Paris sowie eine Deep Purple Anthology. So viel zum Punk.

Montag, 25. Mai 2015

Wowed by Teresa (Teresa Bergman Trio im Café Amélie)

 Teresa Bergman (vocals, guitar), Alex Skoczowsky (drums - off picture), Frank Schulze (bass)

24. Mai 2015 in Gießen. Nachmittags Grillen, abends ins Café Amélie, um mit Freunden zu plaudern und nebenbei etwas Musik zu hören. Singer-Songwriter Auftritt einer neuseeländischen Künstlerin unterwegs in Berlin und durch Deutschland. Nur vorher einen kurzen YouTube-Clip gesehen: Smartphonekameraaufnahme beim Busking in Berlin. Nach einer halben Minuten ausgemacht. Klingt okay für einen Plauderabend mit Musik.

Im Amélie angekommen, erstaunlich ruhige Stimmung. Teresa Bergman spielt Akustikgitarre und singt. Angenehm ausdrucksstark. Wir setzen uns nach vorne. Kurz darauf gesellt sich ein Bassist zur Sängerin und ein Schlagzeuger.

Und dann BÄM!

Ab da an keine Plauderei mehr. Nur Zuhören. Da sind drei Musiker, die miteinander spielen, sich bewegen, das Publikum einbeziehen und großartig in diesem kleinen Rahmen Musik machen. Texte auf Deutsch und Englisch, Jams zwischendurch, Call and Response zwischen Stimme und Bass und total tolles Schlagzeug. Und Ausdruck in der Bewegung!

Nach dem Auftritt Plauderei mit den Musikern und Besuch im Domizil, wo von manchen die aufgelegte elektronische Tanzmusik angemessen rezipiert/getanzt wurde: Wie die Zombies, zum ewig gleichen Beat.

Teresa Bergman Website mit Tourdaten und Albuminformation

Geht hin, hört zu, tanzt mit! Die sind großartig.

Sonntag, 12. April 2015

Cynthia Nickschas & Friends & Family im Cafe Amelie

Das Café Amélie bietet regelmäßig Konzerte im Wohnzimmerambiente zum Sitzen und Tanzen. Am Freitag, den 11. April, spielten Jule Nickschas und Cynthia Nickschas mit Freunden mitten im Dönerdreieck und brüllten den Gästen auf charmante Art die Seelen, die ihnen vielleicht beim Shoppen verloren gegangen waren, zurück in die Leiber. Das kam überraschend für Zuhörer, die seichte Singersongwritermädels erwarteten. Und es tat gut.
Beim Soundcheck war ich schon da und wurde von einem Familienhund begrüßt und von vielen freundlichen Gesichtern. Damit schien die Welt schon in Ordnung. Während die Musiker zu Abend aßen, plauderte ich und sah mich in der kleinen Kunstausstellung Läuft von Andreas Rosental und Norbert Umsonst um, die auch später noch für Gesprächsstoff sorgte, über ästhetische Produkte, Höhlenmalerei und Kinderzeichnungen.
Julia Nickschas machte den Auftakt und spielte ein Set mit Hut und Akustikgitarre und sang rauh-sanft-schön Ich will leben. Nach kurzer Pause spielten Cynthia Nickschas & Friends auf, mit abgetragenem Zylinder und passender Stimme, zwei Akustikgitarren, Akustikbass, Saxophon und Schlagzeug. Irgendwo ist immer ein Hund. Tanz, Plauderei, Zuhören, kurze Pausen. Und sie hörten bis in die späte Nacht nicht auf zu spielen. Zugaben, Gastauftritt von Vater Reinhard (der mir von YouTube-Gitarrenvideos bekannt vorkam), mehr Zugaben.

Es bleibt ein starker Eindruck.

Menschen machen Musik.

Freitag, 6. Februar 2015

Freitag, 9. Januar 2015

2014 Same old songs



Im Oktober 2010 nahm ich innerhalb einer knappen Stunde ein improvisiertes, rohes und ungeschnittenes Album im Rahmen meines croon papillon Projekts auf. Die zugrundeliegende Stimmung während des Schaffensprozesses lässt sich eindeutig als Blues beschreiben. Der Titel Failing Your Expectations (and failing my expectations) ist für mich insofern auch Bluesmusik, obwohl weder Form noch Tonmaterial dafür sprechen, alsdass diese akute Stimmung zum Ausdruck gebracht wird. Das Bewusstwerden des wiederholten Scheiterns und Nichterfüllens von Erwartungen - immer und immer und immer und immer wieder.

Neben diesem Titel begleitete mich Eden Ahbezs Nature Boy durch das Jahr. Von dem Stück fertigte ich am 17. November 2014 eine deutsche Übersetzung.

Ein Junge war's;
ein mysteriöser Junge war's.
Man sagt, er streunte weit umher,
weit umher,
über Land und Meer.

Sein Herz war schwer
von Traurigkeit,
an Weisheit war er reich.

Und dann einmal,
begegnete ich ihm einmal.
Grad sprachen wir von allerlei Narretei,
da sagte er zu mir:
Zu lieben und geliebt zu sein
's das Größte!
Merk es Dir.

(deutsch von Alexander-Lars Dallmann)

Charlie Chaplins Smile spielte ebenfalls eine Rolle. Keine Übersetzung, dafür unzählige Variationen unterwegs, unter der Dusche und die beißende Erkenntnis, dass in den Text sowohl Erlösung als auch zynisches Maskenspiel gelesen werden kann. Wer nicht in der Stimmung ist, dem ist zum Lachen nicht zumute. Etwas später sicherlich. (Dazu empfehle ich die Lektüre von Otto Friedrich von Bollnows Wesen der Stimmungen.)

Mark Knopflers True love will never fade bezeugt mit dem Titel zwar die Gewissheit, dass wahre Liebe nicht vergeht, die Erfahrung offenbahrt aber, dass Beziehungen trotzdem scheitern können. John Hartfords Gentle on my Mind ist eines meiner Lieblingsstücke von Elvis Presleys Memphis Record und seit letztem Jahr fester Bestandteil meines Repertoires. Genauso wie Dave Matthews Gravedigger und Town van Zandts Tecumseh Valley. Die etwas leichtherzigeren Stücke King of the Road und Houston (für das ich eine deutsche Übersetzung mit dem Titel Gießen schrieb) ebenfalls.

Textarbeit und Komposition eigener Stücke sind gerade mit dem Projekt Hamburch-Berlin (über Gießen), das der Hamburger Arne Niemann mit mir im Herbst 2014 begonnen hat, aktuell geworden. Zwei kleine Auftritte gab es bereits. Mehr dazu an anderer Stelle.


croon papillon, creative commons und YouTube

Ein paar YouTuber machten sich die creative commons Lizenz der croon papillon Aufnahmen zunutze und verwenden verschiedene Titel als Soundtrack für ihre Videos. Das ist zum einen im Sinne des Erfinders und zum anderen gefällt es mir, zu sehen, welche Art Videos damit ergänzt werden.








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