Posts mit dem Label Literatur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Literatur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 5. Januar 2025

who are we but longing poets

words of love fumbling for meaning, ald, 5. Januar 2025

Damit aus geschriebenen Worten der Liebe und Sehnsucht, die nach Bedeutung irren und stolpern, die Gelegenheit für Begegnung gestaltet wird, wollen diese Worte gelesen, überschrieben, umgeschrieben, neu gelesen werden. So wird uns mir klarer, was wir ich zu sagen beabsichtigten und wie es von Dir gelesen wird. Lies' nocheinmal, lass uns umschreiben. Besser- und weitergehen.

Überfreudig, übermütig läßt sich auch fein stolpern. Jaja. So irren wir ich mit unseren meinen Worten und Gesten und stolpern stolpere hierhin und dorthin und wissen weiß mancheinmal nicht wie uns mir dabei geschieht vor lauterer Freude. Werden uns gewahr, dass wir ich ganz woanders stehen als wir ich zu sein glaubten und hofften. Umsehen. Umsichtig weitergehen.

in the sky
the sun
shadow
...

who are we
but longing poets

words of love
fumbling for meaning
- sigh -

Die Bildseite erstellte ich mit Krita und Wacom Grafiktablett.

Dienstag, 17. Februar 2015

Illustrationsstudien mit Krita

Entwurf des Protagonisten für einen englischsprachigen Schundroman
mit dem Arbeitstitel 'Day Job'. (ald)

Roboterkritzelei. (ald)

Montag, 30. Juni 2014

form

three lines one two three
five seven five syllables
a weird impression

(ald)

Sonntag, 29. Juni 2014

desktop haiku

desktop full of things
never write a single word
not distraction-free

(ald)

Montag, 12. August 2013

The Muse of Bitterness & Joy - Telecaster EMG 85 Bridge/Neck

 
Meine erste Bastelcaster.

Ohne große Worte

Meine Selbstbaubasteltelecaster mit der Muse auf der Rückseite hat zwei EMG 85 Tonabnehmer mitsamt neuer Brücke und Schlagbrett bekommen. Die Locking-Mechaniken wurden durch einfache geschlitzte Mechaniken ersetzt, die mir besser gefallen, weil keine pieksenden Saitenenden überstehen.


Hier ist die Muse noch mit dem Rockinger Blade Screamer zu hören

Die optimale Halseinstellung und Saitenlage werden noch gefunden. Das war bei der Gitarre nie so leicht, weshalb mich die Beschäftigung mit dem Instrument - neben den passiven Tonabnehmern - auch ständig nervte.
Die Erweiterung der Tonabnehmerfräsung erfolgte mit Beitel und Hammer. Mit anderem Werkzeug und einer Werkstatt würde mir das Gitarrebasteln möglicherweise mehr Spaß machen. Wie dem auch sei, jedenfalls habe ich beim Arbeiten mit dem Holz dazugelernt und werde mich nach meiner Seifenschnitzerei an die Schnitzerei mit Holz wagen.

'The Muse of Bitterness and Joy'
Ölfarbe auf Gitarrenkorpus
Teil eines 'Triptychons' aus Gedicht, Gitarre und Leinwand.
Gothic Blues

Mit ihr sollte Metal und Gothic Blues gespielt werden. Stattdessen wurde etwas balladige Rockmusik draus. Ist ja eh alles dasselbe. Schlager eben.

'Verdrehter' Pickupschalter und das Tonepoti des Todes.

Mittwoch, 23. November 2011

Kritzeleien und Notizen: Kein Künstler spricht...

 "Kein Künstler spricht..."
über Notizen zum Podcast.

Ein Versuch

Ich trage mich schon seit langem mit dem Gedanken, einen kleinen Podcast zu diesem Blog zu machen. Gesprochene Notizen über Kunst, Musik und Literatur und den Rest des Ganzen. Und viel Quatsch.

Bisher hatte mich daran gehindert, dass ich keine Erfahrung mit Podcasting hatte und dass mir das Einbinden eines Flash- oder Java-Script-Players zum Abspielen auf dem Blog eine Hürde bereitete. Dabei ist letzteres garnicht so schwer, trotzdem blockierte es mich.

Einblicke ins Podcasting konnte ich in einem Seminar an der Uni sammeln, in dem die Möglichkeiten der Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten in diversen Podcast-Formaten ausprobiert wurden. Und zum Thema Flash-Player dachte ich mir am Wochenende: "Quatsch." Ein Link zur MP3 oder OGG Vorbis-Datei reicht erstmal, denn Browser verfügen über Plug-Ins zur Wiedergabe von Mediendateien und herunterladen kann man sich die Dateien auch, um sie dann in einem externen Media-Player abzuspielen.

Manchmal muss man die kleinen Steine, über die man stolpert, erst erkennen, um dann mit aufmerksamer Umsicht weiterzugehen.

Kein Künstler spricht...

Mit dem Podcasting-Format will ich zunächst experimentieren. Neben dem Entwurf und ersten Gehversuchen in einer etwa zwanzig Minuten langen Testaufnahme, steht schon der Titel des Podcasts. Zum Beispiel:

Kein Künstler spricht... über kreative Schaffensprozesse

oder

Kein Künstler spricht... mit sich selbst über das Problem, von Musen ungeküsst zu sein.

oder

oder

Neben den Notizen sind zwei kleine Kugelschreiberkritzeleien entstanden, die ich anschließen mit Aquarell coloriert habe.

Klecks.

Ein relativ unspektakulärer Kritzelklecks und eine blonde Frau in Jeans, die in meiner Vorstellung irgendwie so krakeelt wie Janis Joplin.

Shout out your Blues.

Dienstag, 15. November 2011

"Fast Winter"-Zeichnungen: Mathe, Drachen und Märchenburg


Zeichenzeug und ein neues kleines Notizbuch.
Fast Winter

Die Erde kreist zur Zeit in einem ungünstigen Neigungswinkel um die Sonne, so dass uns hier das Sonnenlicht nur für wenige Stunden erreicht. Falls es nicht von Wolken gefiltert wird und Städte und deren weite Umgebung in diffuses ausgegrautes Licht taucht.
Es ist eine Zeit für künstliches Licht. Kerzen und Lampen, Laternen und Schaufensterbeleuchtung. Fernseher, Monitore und Smartphonedisplays.
Der Drache sitzt derweil auf seinem Felsen und betrachtet sehnend den Mond, der das Licht der Sonne reflektiert und so scheint als leuchte er selbst. Trickster. Oder doch ein freundlicher Begleiter in der Nacht.

Drache auf Fels (ald) 06.11.2011
Bleistift und Aquarell

Es ist eine Skizze mit Bleistift und Aquarell auf Kopierpapier unterhalb einiger Notizen über Narration bei Rollenspielen und der Perspektive von Spielern und Spielfiguren auf eine erzählte Situation - und bezüglich der Spieler auch auf die Erzählsituation. Solche Notizen sammle ich gelegentlich, um sie im Archiv der Hausregeln für Rollenspiele zu hinterlegen. Ein langfristiges Projekt, in dem die Narrationsform Rollenspiel beschrieben und untersucht wird - zusammen mit Spielideen und Interpretationen diverser Rollenspielregelsysteme. Mittlerweile ist ja Skyrim - The Elder Scrolls V erschienen, eines der wenigen Computerrollenspiele, das mich noch interessiert. Ich würde gerne an Story, Gameplay und Konzept eines Computerrollenspiels mitarbeiten, das die Narrationsform von Tischrollenspielen (Pen&Paper) überträgt oder zumindest von den begrenzten Interaktions- und Narrationsmöglichkeiten bisheriger Spiele abweicht. Die Übertragung auf Computerspiele hat (meiner Meinung nach) bisher nicht überzeugend funktioniert - wie auch jüngste Versuche wie Drakensang basierend auf dem populären Spielsystem Das Schwarze Auge zeigen. Immerhin liegt der Spiel-CD auch das Basisregelwerk als PDF-Datei bei.

Kritzelstudien und Landschaften

Eine Seite im kleinen roten Notizbuch. 

Landschaften in Kritzeleien zu sehen fällt erstaunlich leicht. Es genügt eine zittrige Linie, um den Horizont auszumachen und im Inneren eröffnet sich eine Landschaft, die erforscht werden kann. Ich beginne eine Reise und über die Reise eine Erzählung. Mühelos.

Eine colorierte Kritzelstudie.
Kugelschreiber und Aquarell.

Solche Kritzelstudien zeigen nicht nur Landschaften, sondern auch seltsame Szenen von unbekannten Objekten, fremden Gestalten und verzerrten Räumen. Trotz ihrer Befremdlichkeit sind sie gegenständlich und im Inneren erlebbar. Das Landschaftserleben im Äußeren wie im Innern scheint mir einen engen Bezug auf kognitive Prozesse und Informationsverarbeitung zu haben. Ich erlebe Informationen als Objekte im inneren Raum und deren Relation und Bewegung zu anderen Objekten in einer weiten Landschaft und mitunter in voneinander getrennten Räumen.

Kunst im Park

Dieses Steintor ist ein Portal in der Landschaft. Es scheint unsinnig - wozu ein Tor, wenn es keine Räume verbindet? - bis man sich dem Tor mit den Sinnen nähert. Wie das Licht darauf spielt, Moos wächst, der Wind darum weht und man hindurchgehen, hinaufklettern oder es in der Ferne passieren kann. Es wirkt jeweils anders. Was man erlebt, wenn man hindurchgeht, erfährt nur, wer es versucht. Vielleicht gibt es ein Lächeln zu entdecken. Das ist wie mit künstlerischen Plastiken im Park. Ein Problem, das ästhetisch-sinnlich verstanden werden kann.

Steintor in der Landschaft.
Eine Plastik - ein Problem.


Künstlerische und mathematische Probleme

 Kleine Kritzellandschaft
und ein seltsamer Gedanke. 

Woher dieser Gedanke kam, kann ich nicht genau rekonstruieren. Es ist nicht mehr als ein Fragment, das hinterfragt und bestenfalls korrigiert werden kann:

"Probleme, die scheinbar mit Mathematik lösbar sind, lassen sich im Geiste bewegen."

Ich bin mir allerdings sicher, dass ich in den vergangenen Wochen ein Gespräch geführt hatte, das sogenanntes Talent in künstlerischen Disziplinen thematisierte und wir dabei auch auf Mathematik kamen. Aus ihrer allgemeinen Schulerfahrung sprechen manche gerne davon, dass sie Mathe nicht können - und auch kein Talent für Kunst hätten. Unabhängig davon, was dazu zu sagen wäre, behaupte ich, dass Mathematik und Kunst mehr sind als fehlerfrei im Kopf rechnen und eine fiktive Hauptstraße in Fluchtpunktperspektive zeichnen zu können. Probleme verstehen und Lösungsstrategien anwenden. Darum geht es. Wenn man sich verrechnet, wird man das bei der Überprüfung merken. Das gilt auch für künstlerische Probleme.

Fluxkompensator?

Ich erinnere mich an eine Nacht, in der ich aus einem Halbschlaftraum aufwachte und über Kugeln und Ellipsoide nachdachte und versuchte eine Art Formel zur Berechnung bliebiger Punkte auf der Oberfläche einer Kugel zu Punkten auf der Oberfläche einer anderen Kugel zu finden. Ich stand auf und fertigte schlaftrunken ein paar Skizzen mit Kugeln in dreidimensionalen Koordinatensystem an. Bis heute habe ich keine Lösung für das Problem gefunden, schmökere aber hin und wieder in meinen Mathematikformelbüchern. Der Bezug zu dem losen Gedanken, dürfte deutlich werden. Ich entdeckte ein Problem, das ich mit Hilfe der Mathematik lösen und deren Lösung mathematisch beschreiben wollte und ich konnte dieses Problem im Geiste bewegen. Denn ich sah und fühlte Kugeln und Ellipsoide im inneren Raum, wie sie sich bewegten und wie einzelne Punkte auf deren Oberflächen Verbindungen zu Punkten auf der Oberfläche anderer Kugeln und Objekte hatten. Durch die Bewegung der Kugeln veränderte sich die Distanz und Relation der einzelnen Punkte.

NASA knows

Jetzt, da ich das schreibe, sehe ich die Kugeln und Ellipsoide als Planeten und Monde und die Punkte als Städte und interstellare Raumstationen. Die Verbindungen sind Strecken und Flugbahnen. Wahrscheinlich hat die NASA mein Problem schon längst gelöst. Ich sollte denen mal eine E-Mail schreiben. Desweiteren fällt mir ein, dass das Computerspiel Elite II - Final Frontier eine sehr detaillierte Darstellung der Sternensysteme hatte und man Bewegung und Rotation der Planeten und Monde sowie die Flugbahnen zu den Sternhäfen gut verfolgen konnte. Da ich das Spiel gerne spielte, ist hier möglicherweise ein Hinweise darauf, dass die Darstellung von Information (auch in Spielen) kognitive Denkmuster beeinflusst und also erst befähigt, manche Probleme im Geiste zu bewegen.

Wo kommt nun endlich die Mathematik ins Spiel? Sie liefert ein Instrumentarium zur Beschreibung und Lösung des Problems. Die Probleme können spannend, phantasievoll und unterhaltsam sein, oft sogar praktisch - man denke an die Berechnung von Flugbahnen von einem Raumhafen zum nächsten - wer sie lösen will, bedient sich der Mathematik.

Und die Kunst?

So, wie sich Probleme mathematisch lassen, können sie künstlerisch angegangen werden. Das kann eine Fragestellung oder eine Aufgabe sein. Oft sind Aufgaben mit Fragestellungen verknüpft, und es gilt, einzelne Aufgaben als Schritte zum Verstehen und später zur Lösung des Problems zu erkennen und durchzuführen.
Manche Probleme tauchen erst auf, wenn man bestimmte Erfahrungen gemacht hat. Ideen und Probleme sind nicht ohne Kontext. Je nachdem welchen Kontext man wahrnimmt, erkennt man Probleme und Ideen zur Lösung von Problemen oder einfach: Spielideen.

Hat man eine Anzahl an Objekten und Handlungsmöglichkeiten damit zu hantieren, dann entdeckt man Spielmöglichkeiten. Fast so wie MacGyver. Der hatte auch viele Probleme und allerlei Zeug, um die Probleme zu lösen. Außerdem hatte er einige Ideen, was er damit anstellen könnte - womöglich weil er in der Schule aufgepasst hat. So jedenfalls die versteckte Propaganda der Sendung. MacGyver war die Sesamstraße für nerdige Teenager in den 80-ern. Eine Aufgabe die zeitgenössisch von Computerspielen übernommen werden müsste, die bislang aber eher für die Tradition von Mythen und derlei genutzt werden.

Ein weiterer Travel-O-Fant auf der Reise. 

Zukunftsvision

Science-Fiction ist Gedankenspiel innerhalb eines Kontextes von fiktiver Technologie und utopischer oder dystopischer Gesellschaft und was darin geschehen mag.
Als ich die Travel-O-Fanten von Claire Mux entdeckte, sah ich damit Fragmente zur Bildung eines Kontextes, in dem gespielt werden kann. Lebendige Maschinen, die mich an die Raumschiffe in Farscape erinnerten und Elefanten, die die verschollen gegangenen wolligen Mammuts aus dem Abenteuerspiel Syberia wachriefen. Ich vermute auch eine gruselige Verknüpfung der Entwürfe von Claire Mux mit den nanotechnologischen Zombies aus meinem unvollständigen automatisch geschriebenen Roman. Dem werde ich nachgehen.

Bisher konnte ich an keine Konstruktionsskizzen der Designerin Claire Mux gelangen, und so bleibt es bei den wenigen Außenansichten, die mich zu sehr an Elefanten und zu wenig an die kybernetisch-hybriden Reisetiere aus dem Hause Wolpert&Glück erinnern. Ich warte auf Berichte der Reisenden.

Eine liegende Gestalt in Kritzellandschaft.
Sind das Gebüsche oder Rauchwolken?
Vielleicht eine Weltraumreisende nach einem Absturz ihrer Flugmaschine?

Märchenlandschaften

Neben der Science-Fiction gibt es Märchenhaftes und Fantasy, das ich in den Kritzeleien entdecke. Bei den Bäumen dachte ich, dass sie bereits in den bisherigen Skizzen zu sehen waren und z.B. diese Ansicht einer Märchenburg einen weiteren Ausschnitt derselben Landschaft zeigt.

Eine Seite Märchenhaftes.
Burg, Turm und Ritter
- und ein Heißluftballon am Horizont. 

Ritter und Turm zeigen eine Szene, die der Geschichte aus meinem Drachenbilderbuch entnommen ist. Der kleine Ritter ist auf der Suche nach einer Prinzessin. Die Umerzählung einer alten Geschichte. Boy seeks girl.

Herbstlandschaft und Märchenburg


Am Schluß ein Eigenzitat aus der Reflexion langjähriger Spielleitererfahrung im Rollenspiel und übermäßigen Konsums realitätsferner Filme und Geschichten. Eine Art Affirmation und ein Zen-Rätsel über den Selbstbetrug, in der eigenen eingeschränkten Perspektive auf die Welt, Sinn stiften zu wollen.

"I (want to) believe in happy endings.
And if a story does not have a happy end
- then the last chapter hasn't been told, yet." (ald 15.11.2011)

Ritter und Prinzessinnenturm
"Was ist, wenn der Turm unbewohnt ist?" 

Montag, 17. Oktober 2011

When will it all make sense? Ja, wann denn?


 Philosophische Fragmente.
Horkheimer/Adorno, Gervinks Schönberg-Biographie,
Bruce Lees 'Tao of Jeet Kune Do'
und mein kleines blaues Notizbuch.

Früchte der Erkenntnis

Neulich entdeckte ich einen kleinen Apfel in der linken Tasche meiner Lederjacke. Ich vergaß, dass ich ihn gesammelt hatte und wusste auch nicht mehr wo. Aber meine Hand fand ihn, so wie Bilbo Beutlin einen Ring in seiner Westentasche fand.
Ich trug ihn ein paar Tage mit mir herum, als möglichen Snack. Manchmal ist ein kleiner Apfel sehr erfrischend.

Dann, als einmal die Sonne durchs Fenster schien und ich in der Dialektik der Aufklärung las und nachdachte, setzte ich den kleinen Apfel auf das Buch. Es schien mir passend. Ein niedlicher Witz über gesammelte Früchte der Erkenntnis, die nicht gekostet werden.

Ich war auch am Zeichnen und kritzelte gegenständliche Figuren, die wie eiförmige Raumschiffe im Weltall hingen - unentschieden von welchem Stern oder Planeten sie sich angezogen fühlen sollten.
Mir gefiel der Raum, der sich beim Betrachten in mir auftat. Das ist überhaupt merkwürdig, nicht, was man beim Betrachten sieht, sondern was sich einem im Innern dabei auftut und was sich dort bewegt.

Also schwebte ich für eine kurze Zeit im Weltall. Und zeichnete dann weiter.

Irgendwo im Hyperraum.
Das innere Weltall

Im Innern ist die Welt begrenzt auf die eigenen Erfahrungen und unendlich in deren Nach- und Umerzählungen. Und dann gibt es noch den ganzen Quatsch, der aus Sinneseindrücken, die noch nicht mit Bedeutung versehen und kontextualisiert wurden, zusammengesetzt wird.
Eine Autobiographie erzähle ich mir selbst - im inneren Erleben und erinnern. Ein Weltall gefüllt mit kleinen Raumschiffen, die sich zu einem großen Gebäude zusammensetzen wollen. Scheinbar chaotisch und ohne Bauanleitung. Scheinbar.
Wenn sie das Gebäude vollendet haben, reisen sie zu einem weiten Stern. Und während sie sich formieren, sind sie schon auf dem Weg.

When will it all make sense? (ald - 05.09.2011)
Kugelschreiber auf Kopierpapier.

Sonntag, 10. April 2011

AutoWrite 40 - Unter Wasser die Sonne

Unter Wasser die Sonne (ald)
(Zur Vergrößerung Bild klicken!)

Ein kleines Jubiläum: Das vierzigste AutoWrite, das ich im Rahmen des AutoWrite-Projektes angefertigt habe.
Als Soundtrack empfehle ich den Titel Oh, Sea! Take me Home!

Freitag, 8. Oktober 2010

Der Henker ist eingetroffen, Hoheit!

Kaum steht man ein wenig erhöht,
wird man zur Prominenz.

Es war einmal...

Ich stand auf einem Mäuerchen an der Bushaltestelle, als ein Mann von der gegenüberliegenden Straßenseite zu mir herübertrat und verkündete: "Der Henker ist eingetroffen, Hoheit."
Nur diese Worte. Er hielt dabei seinen Blick gesenkt und bewahrte drei Schritt Abstand. Dann drehte er sich um und verschwand in der Dunkelheit. D.h., ich sah im noch eine Weile zu, wie er im Licht der Straßenlaternen mit der Hand hinten in der Hose davonschlurfte.

Was wusste der Kerl über meine adeligen Vorfahren? War der Henker in der Nähe? Würde er meinem hoheitlichen Befehl unterstehen - oder war er grausig gar für mich gekommen, sein endgültiges Handwerk zu erledigen?

Ich erinnerte mich an den Seelenhandel, der ja in Ermangelung teuflischer Mittel rechtmäßig nicht zustande gekommen war, auch hatte ich nichts unterschrieben. Er schwirrte ab, der arme Teufel und ich blieb ohne Erfolg. Doch vielleicht war ich auf eine List hereingefallen? Sowas wie eine Seelen-Phishing-Attacke, die satanische One-Click-Policy. Ein falsches Wort und schwupp! Seele weg? War die tägliche Lektüre des großartigen Sinfest-Webcomics ein Stolperstein? Rock'n'Roll, Blues, Jazz und Heavy Metal? Ich schob die Gedanken beiseite und konzentrierte mich auf die seltsame Begegnung.

Zurückgespult

Die Szene lief vor meinem geistigen Auge ab und ich spulte sie immer wieder zurück, als stünde ich vor dem Lebensende auf der Suche nach einem Funken Glückseligkeit in der Erinnerung meines irdischen Wandelns, oder als Literaturkritiker über einem Groschenroman.

Der Mann schlurfte von der gegenüberliegenden Straßenseite zu mir herüber, blieb neben mir stehen und sagte: "Der Henker ist eingetroffen, Hoheit!", ohne mich dabei anzusehen.

Zurückgespult
. Der Mann stieg vermutlich aus einem Bus aus, schlurfte dann herüber - Moment! Wo waren die Autos? Schlurfte er tatsächlich durch den Verkehr oder nutzte er eine ruhige Ampelphase? Ich konnte mich nicht erinnern. Er schlurft herüber in seinen abgetragenen Klamotten, bleibt stehen, sagt seinen Satz.

Zurückgespult. Er tritt an mich heran und ich beobachte ihn. Er sagt seinen Satz.

Zurückgespult
. Er kommt von der Straße auf den Bürgersteig, bleibt neben mir in drei Schritt Entfernung stehen und sagt seinen Satz.

Zurückgespult
. Sagt seinen Satz.

Zurückgespult
. Er blickt mich nicht an. Stopp!

Zurückgespult. Er blickt nicht mich an ... Sondern steht abseits von mir und spricht als stünde er vor einem anderen, zu einem Unsichtbaren: "Der Henker ist eingetroffen, Hoheit." Was für eine Geste, mit der er dabei auf mich deutet? Einbildung! Ich beobachte ihn, wie er im Licht der Straßenlaternen verschwindet. Ein leises Schwirren in den Schatten zu meiner Linken. Einbildung.

Ich sah mich um, doch keiner der anderen Wartenden schien von der Begegnung Notiz genommen zu haben. Ich schrieb mir den merkwürdigen Satz des Fremden in mein neues kleines schwarzes Notizbuch und machte zwei Fotos mit dem Handy. Dann nahm ich den Bus.

Hoheit oder Henker?
Oder nur Statist?

Sonntag, 29. August 2010

AutoWrite 37 - herzweh

AutoWrite 37 - ald
(Bild zur Vergrößerung anklicken!)

Montag, 26. Juli 2010

Stell Dich! - Aus meinem Drachenbilderbuch

"Stell Dich!" rief der kleine Ritter dem Drachen zu.
Und der Drache setzte sich auf den Felsen. (ald)
Bleistift und Aquarell auf Papier
(Draufklicken zur Vergrößerung)

Einer meiner Projektzombies, der mich hin und wieder anstubst, ist ein Bilderbuch. Genauer gesagt, sind es die Figuren dieses Bilderbuches, die mir immer wieder vor dem inneren Auge auftauchen und mir ihre Geschichten erzählen. Sie betonen, wie wichtig es sei, dass ich sie endlich illustriere und veröffentliche. Das geht schon seit Jahren so und sie sind nicht die einzigen.

Bisher sind die Figuren auf meiner E-Gitarre, der Drachenstrat, zu finden und in einer Zeichenmappe mit Skizzen, Notizen, Texten, Dialogfetzen und Illustrationen.

Drachenstrat und Illustrationen (ald)
Bleistift und Aquarell auf Papier und Gitarre

Und so wuselt ein kleiner Ritter mit seinem Pferdchen vor mir auf dem Schreibtisch herum und erklimmt die Tastatur, um sich bemerkbar zu machen, gleichwohl er weiß, wie gefährlich die riesigen Hände für ihn und sein Reittier sein können. Hinter mir entfaltet der Drache seine ledrigen Flügel und reckt seinen Hals gähnend zur Zimmerdecke in schläfriger Geduld eines Jahrtausendtiers, das die Hektik schreibender Finger beobachtet wie ein Hund auf dem Sofa seinem staubsaugenden Herrchen oder Frauchen zusieht.

"Das Bilderbuch hätte schon vor Jahren fertig gestellt sein sollen." murmelt der Drache in mein Ohr. Jaja, denk ich. Aber das ist eine lange Geschichte!

Es war einmal vor langer langer Zeit...

Begleitend zu einem zweisemestrigen "Seminar zum Bilderbuch" an der JLU Gießen bei Prof. Dr. Axel von Criegern fertigte ich Zeichnungen, Skizzen, Notizen und allerlei Fragmente zu einem Bilderbuch, das den Namen Ritter&Drache trägt.
Das Seminar erschien insofern interessant, als Axel von Criegern selbst Illustrator ist und entsprechend Erfahrungen sammeln konnte. Zuvor hatte ich an einem Bilderbuch (Die Reise nach Irgendwo - Eine Bärengeschichte) gearbeitet, das mich zu jenem Zeitpunkt schon als Projektzombie verfolgte. Sowohl Handlung als auch Figuren wandelten sich in einem langen Prozess des Sinnens und Schaffens.

Reise nach Irgendwo, Kapitänskajüte
Ein Bär mit Schreibblockade?
Acryl auf Papier
(ald)

Vom Seminar erhoffte ich mir die nötige Struktur und Erkenntnisse über den Arbeitsprozess der Erstellung eines Bilderbuches, dem Verhältnis von Erzähltext und Illustration, sowie Praxis in der Coloration, da mich meine Aquarellarbeiten nicht zufriedenstellten.

Von Rittern, Drachen und Prinzessinnen, die in Türmen gefangen sind.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Die Handlung

Es ist die Geschichte von einem kleinen Ritter, der auszog einen Drachen zu bezwingen, um so einer gefangenen Prinzessin seine Liebe und Tapferkeit zu beweisen. Dummerweise schien es nirgendwo auf der Welt noch Drachen zu geben und anstatt die Prinzessin einfach ohne besiegtem Drachen zu befreien, begann er eine lange Queste nach dem letzten Drachen dieser Welt.

Die Tierkinder mit ihren Puppen.
Bleistift auf Papier. (ald)

Erzählt wird die Geschichte von einem Nilpferd, das zusammen mit ein paar Tierkindern die Geschichte in Form eines Puppenspiels darstellt. Es sind durch Text und Illustration verschiedene Ebenen der Narration verwoben: die eigentliche Geschichte von Ritter und Drache, die gelesene Erzählung des Nilpferds und die Darstellung der Geschichte im Puppentheater.

Ein kleines halbstarkes Nashorn, eine kleine verträumte Giraffe,
ein kleiner Elefant mit Fprachfehler, ein kleines bissiges Krokodil
und eine kleine verpeilte Hyäne.

Bleistift und Aquarell auf Papier. (ald)

Ein weiterer Handlungsstrang ist die Begegnung des Drachen mit seinen Tierfreunden, die ihn auf seiner Reise zum Mond begleiten, da er sich erhofft, dort vielleicht eine Drachenfrau zu finden. Immerhin ist er als letzter Drache dieser Welt ziemlich einsam.


Im weiten Himmel unter der Sonne.
Bleistift und Aquarell auf Papier. (ald)

Das Problem


Ich erlebte u.a. zwei Dämpfer, die mich nachhaltig verunsicherten.
  1. Axel von Criegern bezweifelte, dass das Buch jemals fertig würde, als ich ihm anbot, ein fertiges Exemplar zukommen zu lassen. ;) Das war vielleicht nur ein Witz, oder Lebensweisheit, jedenfalls traf mich das doch nachhaltig stark, zumal ich das Scheitern solcher Projekte leid war.
  2. Auf der Frankfurter Buchmesse (2004) machte mich ein Literaturagent, mit dem ich (Dank gezeichneter Visitenkarte) ein Treffen vereinbaren konnte, darauf aufmerksam, dass es keine Bilderbücher für Jugendliche und Erwachsene, wie meines eins zu werden schien, gebe. Anders gesagt: es würde niemand kaufen. Desweiteren merkte er an, dass es zwar eine Reihe guter Illustratoren und gute Texter gebe, aber eben nicht in einer Person und ich sollte doch überlegen, ob ich nicht bei den Illustrationen bliebe. Ich war etwas empört und erklärte, ich würde ihm Illustrationen und Text zu einem anderen Bilderbuchprojekt (der Reise nach Irgendwo...) in den folgenden Wochen zur Ansicht zukommen lassen.
Ich brauch kaum zu erwähnen, dass ich dem Agenten in meinem Selbstzweifeln nichts habe zukommen lassen und mich dieses ganze Erlebnis doch recht überfordert hatte. Hinzu kam, dass mich ein anderer Agent, der ausschließlich mit Illustrationen zu tun hat, einmal auf die Animationsfilmindustrie verwies und zum anderen aufforderte, zur folgenden Kinderbuchmesse nach Bolognia zu kommen und meine Arbeiten als Illustrator vorzustellen.
Italien schien mir unerreichbar weit weg, die Fahrt zu teuer, die Reise und die vielen Leute zu unbekannt und überhaupt stand ich ohne Plan da. Ich war durcheinander.

"Warum muf ich immer twei fpielen?" beschwerte sich der kleine Elefant,
der neben dem Elefanten auch den Drachen halten musste.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)


Formatschwierigkeiten

Ich wählte aus Unkenntnis ein mich ansprechendes aber kniffliges Format irgendwo zwischen A4 und A3. Das bedeutete u.a., dass ich die Illustrationen nicht ganzseitig einscannen konnte. A3 Scanner waren rar und teuer und das Stückeln mittels A4-Scanner war mir zu fummelig.

"Hyäne, Du muft mitfpielen!" ermahnte der kleine Elefant die kleine Hyäne,
die unbeteiligt an ihrem Puppenstock knabberte.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Desweiteren hatte ich weder genug Erfahrung, noch Routine im Umgang mit digitaler Bildbearbeitung. Kein Grafiktablett und keinen dafür brauchbaren Computer. Das war noch zu den (Atari-Clone-)Milan-Zeiten.
Auszug aus dem Storyboard (ald)
Bleistift auf Papier

Was vor mir liegt...

Sollte ich Zeit, Kraft und (nicht nur intrinsische) Motivation finden, um das Projekt weiter und mit einem fertigen Bilderbuch zu Ende zu führen, dann bedeutet das: lange harte Arbeit (das habe ich heute schon mehrfach gehört).
  • Das Storyboard muss neu aufgerollt werden.
  • Ich muss weiter üben, die Figuren zu zeichnen und Routine erlangen.
  • Das Format muss eventuell neu gewählt werden, so dass die weiteren Arbeitsschritte dadurch nicht behindert werden.
  • Die Art der Coloration und Weiterbearbeitung muss geklärt werden. Aquarell, Tusche oder digitale Bildbearbeitung?
  • Arbeitsmaterialien (Papier, Tusche, Grafiktablett) müssen gekauft und ein Arbeitsbereich (zeitlich und räumlich) eingerichtet werden.
  • Mit Text und Bildverhältnis experimentieren.
  • Text überarbeiten. Verhältnis von Text und Meta- bzw. Subtext abwägen.
  • Einen Verlag finden und mich am besten vor allen Schritten über diverse Anforderung der Bildbearbeitung erkundigen.
  • Feedback sammeln und Kritik ernst nehmen.
  • Weitere wichtige Dinge, die ich vergessen oder noch garnicht erkannt habe.
"Warte Welt! Hier hast Du einen Drachentöter!" rief der kleine Ritter.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Im Hinblick auf meine (Auto-)Biographiestudien ist die Geschichte des Bilderbuches, sowie die Geschichte der Figuren auch meine eigene. Ein kleiner Ritter, der auszog, um unbedingt einen Drachen zu bezwingen, um sich zu beweisen, während die eigentlichen Prüfungen im Leben woanders und garnicht weit entfernt liegen?

Wer kennt das nicht?

Dieses Gefühl etwas Wichtiges verpasst zu haben? Und die Vorwürfe des eigenen schlechten Gewissens (und anderer, die meinen dazu etwas sagen zu müssen.) Ach, hätte ich doch damals die Kraft gehabt, mich der Kritik des Literaturagenten zu stellen, ihm meine Arbeiten zukommen zu lassen! - Ach, hätte ich mich doch erkundigt und wäre nach Bologna gefahren!
Tatsache ist, dass ich die Kraft eben nicht hatte und dieses Scheitern zum Arbeitsprozess und zum Leben dazugehört. Es sind also bald sieben Jahre vergangen, in denen die Welt ganz gut ohne dem Bilderbuch ausgekommen ist. "Weil fie nicht weif, waf fie verpaft hat!" spricht mir der kleine Elefant zu.

Mir fällt dabei auf, dass ich heute immernochnicht vor die Haustür getreten bin.

"Stell' Dich!" rufen Ritter und Drache in mein Ohr und jagen einander durchs Zimmer.

(Alexander-Lars Dallmann - ald)

Samstag, 3. Juli 2010

Sturm und Klang Festival 2010 in Gießen

Ein verrückendes Wochenende

Ein Kommentar zu Erlebnissen während des Sturm und Klang Festivals 2010 an der JLU Gießen:

Ich will es nicht in Worte fassen.
Ich will davon bewegt bleiben.
Von unserer Lebendigkeit, unserem Tanz, unserer Liebe.

ald 27.06.2010

Dienstag, 1. Juni 2010

Write down the Matter of your Soul

"Write down the Matter of your Soul." (ald)
Kugelschreiber auf A4-Papier - 01.06.2010

Schreiben und Kritzeln

"Schreibenschrieben schreiben
es soll weitergehen. Nicht das Schreiben, sondern das Erleben, das Erfahren,
das Geschriebene ist ein Andres. Schreib! Lies! Trage vor! Drum mach Dich zum Dichter Deiner eignen Seele." (autowrite 01.06.2010 21:57, ald)

Was die Kritzelei für das Zeichnen ist, das ist AutoWrite für das Schreiben. Ein Weg etwas neues zu entdecken, oder Verdecktes zum Vorschein zu bringen. Sinnvoll mag manches erst dem werden, der Kontext wählt und interpretiert.


Tageskritzeleien

- Eine kleine Aufgabe, die Dich zum Dichter macht.
  1. Nimm jeden Tag eine Seite und schreibe darauf.
  2. Sammle die Seiten Tag für Tag.
  3. Trage das Geschriebene vor.
  4. Nimm es auf (Audio oder Video).
  5. Wenn Du willst: Veröffentliche das Geschriebene auf einem Blog zusammen mit den Aufnahmen.
Wenn Du willst, kritzele dazu und sammle Verknüpfungen, die Du auf den Seiten sammelst. Damit schaffst Du Kontext und veränderst den Raum zur Interpretation.

Das ist auch gut in langweiligen Unterrichtsstunden und Seminaren.

Dienstag, 18. August 2009

Das kleine schwarze Notizbuch

Tips von Ihrem Lieblingskünstler
Ein kleines schwarzes Notizbuch: 1 Euro.
Bleistift und Kugelschreiber: als Werbegeschenk kostenlos.
Ihre Ideen: Verkäuflich!


In dieser Ausgabe Tips zum Schreiben werde ich auf die Problematik der Schriftstellerei als brotlose Kunst eingehen.

Wer kennt nicht die Geschichten von talentierten Menschen, die unerkannt und erfolglos durchs Leben ziehen, obwohl sie mehr als nur einmal von den Musen geküsst wurden und der Welt wahrlich einprägsame Gedichte, bewegende Geschichten, kraftvolle Drehbücher geben würden, ließe man sie nur!
Oft werden solche Menschen belächelt und zurecht gewiesen: Du wirst nie ein Goethe! Du wirst nie ein Picasso! Du wirst nie ein Jimi Hendrix!
Doch wie viele der Spottenden wurden schon ent-täuscht, wenn sich die Belächelten dann doch erhoben und Ihre Stimme erklingen ließen, ihre Geschichten vortrugen, ihre Bilder zeigten!

Es gibt also Hoffnung!

Damit zu Ihnen:

Lesen Sie viel?
Sind sie fasziniert von guten Geschichten?
Haben Sie auch eine Idee für einen spannenden Roman?
Haben Sie sich bisher nicht getraut, Ihre Geschichten zu veröffentlichen?
Fehlt Ihnen oft einfach die Zeit, wichtige Gedanken und interessante Einfälle aufzuschreiben?
Spüren Sie tief in sich, dass Sie der Welt mehr zu sagen haben, als Einkaufslisten und belanglose Berichte zu schreiben?

Dann fangen Sie noch heute an, Ihre wertvollen Ideen aufzuschreiben, um sie anschließend und zu einer passenden Zeit weiterzubearbeiten und zu vollenden!

Wie das geht?

Ganz einfach! Sämtliche Materialien besitzen Sie entweder schon, oder Sie können sie leicht erwerben.

1. Kaufen Sie sich ein kleines schwarzes Notizbuch!

Tip: Kleine schwarze Notizbücher gibt es schon für 1 Euro (Ich hab meine bei Karstadt in der Schreibwarenabteilung gekauft.)

2. Kaufen Sie sich einen Schreibstift, der zu Ihnen passt!

Extratip: Kugelschreiber und Bleistifte gibt es oft als Werbegeschenke! Aufgepasst und mitgenommen! (Bei IKEA gibt's Bleistifte und im Zuge der diesjährigen Bundestagswahl gibt's Kugelschreiber von den meisten Parteien!)

3. Machen Sie Notizen Ihrer Ideen!

Tip: Notieren Sie sich jeweils das Datum zu jedem Eintrag, damit Sie Ihre Ideen chronologisch nachvollziehen können! Das erleichtert weitere Schritte im Schreibprozess und gewährt Ihnen wichtige Einblicke in Ihren individuellen kreativen Arbeitsprozess!

Unterwegs, am Schreibtisch, neben dem Bett: Das kleine schwarzes Notizbuch ist ständiger Begleiter und verlässliche Alternative zu Netbooks mit kleinen Tastaturen oder sperrigen Notebooks! Leere Akkus und Ärger mit dem Betriebsystem gehören der Vergangenheit an!

Einen Kugelschreiber benötigen Sie sowieso immer und das kleine schwarze Notizbuch passt bald in jede Tasche!

Im Handumdrehen haben Sie Ihre neuesten Ideen verewigt, notieren interessante Ereignisse, Telefonnummern, Produktdetails und verknüpfen diese Informationen spielerisch zu komplexen Kontexten, die Ihnen ganze Welten für Geschichten, Gedichte oder philosophische und spirituelle Texte zu Füßen legen!

Mit dem kleinen schwarzen Notizbuch haben Sie alles in der Hand! Sie sind am Zug!

Starten Sie noch heute das selbstbestimmte bewusste Leben eines Autors! Mit dem kleinen schwarzen Notizbuch und einem kostenlosen Kugelschreiber sind sie grundlegend gewappnet, um schwarz auf weiß zu beweisen, dass Ihre Ideen dazugehören!

Extratip: Wenn Ihnen einmal nichts einfällt, dann notieren Sie doch einfach Ihre Einkaufsliste! Auch dazu ist das kleine schwarze Notizbuch bestens geeignet!

Sie wollen mit Ihren Ideen und Geschichten Freude machen? Mit Ihren Kurzgeschichten und Gedichten zusätzlich Geld verdienen?

Fangen Sie damit an, Notizen zu machen! Lesen Sie Ihre Notizen laut vor!

Lernen Sie wichtige Ideen auswendig und tragen Sie sie vor!

Sie werden hören, wie Ihre Ideen in die Welt hinausschallen und hörbar werden!

Sie hätten es vielleicht nicht geglaubt, aber es kommt alles aus Ihnen!

Tip: Wenn Sie sich einmal nicht sicher sind, steht alles in Ihrem kleinen schwarzen Notizbuch notiert!

Vielleicht fragen Sie sich, weshalb ein kostenloser Kugelschreiber und ein kleines schwarzes Notizbuch die passenden Medien für das Speichern Ihrer Ideen sind?

Ganz einfach! Sie wollen sofort loslegen und verschwenden lieber keine Zeit und kein Geld mit der Suche nach Arbeitsmaterialien, sondern können mit dem kleinen schwarzen Notizbuch schnell, spontan und überall arbeiten! Während andere noch lange grübeln, welche Farbe des Einbands denn am besten für welche Art von Ideen und Notizen geeignet wäre... sind Sie bereits am Ball und nutzen Ihre Chance!

Wenn Sie irgendwann mehr als genug Geld haben, dann können Sie sich auch Notizbücher in edlem Ledereinband mit Goldkante kaufen und mit diamantbesetzten Platinfüllfederhaltern hineinschreiben. Merken Sie sich aber, dass der Inhalt nicht besser wird, wenn die Verpackung was hermacht. Das Paket verkauft sich nur besser.

Früher oder später kommt der ultimative Sell-Out. Authentizität, Originalität werden dann egal, es geht dann um finanziellen Erfolg, um sich endlich eine Karte für eine der nächsten Edelorgien kaufen zu können und in Saus und Braus zu leben. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, denn das gehört dazu! Und deswegen gehen Sie diesen Weg!

Richtig gelesen! Sie SIND schon auf dem WEG! Und weil jeder weiß, dass der Weg das Ziel ist, können Sie sich denken, dass es von hier bergauf geht!

Ich wünsche Ihnen eine gute Reise und viel Erfolg!




Und wenn Sie einmal angefangen haben, täglich Notizen zu machen, dann kommt mit der Zeit einiges an Textfragmenten zusammen, die es zu lesen, zu sichten, zu ordnen gilt. Dann folgt ein Selektionsprozess und dabei ausgewählte Fragmente werden weiterbearbeitet bis hin zu einem Produkt, das Sie als gut und fertig zumindest aber als verkaufsfertig bezeichnet werden!

Extratip: Zerfledderte Notizbücher wirken geheimnisvoll und authentisch! Aber bitte nicht absichtlich fleddern! Das wirkt gegenteilig, nämlich total unauthentisch! (Wie ge-age-te/ge-relic-te Vintage Re-Issue Gitarren :)

Lassen Sie sich nicht verarschen. Und wenn Sie das eine oder andere an dem Artikel brauchbar fanden, dann nehmen Sie sich vor dem Halo-Effekt in acht oder auch in neun.

Ein kleines schwarzes Notizbuch ist jedenfalls ein nützliches Werkzeug, ein brauchbares Medium. Kaufen Sie nicht zwei oder drei. Kaufen Sie eins - und schreiben Sie Notizen. Falls Sie Hemmungen haben mit einem unsauberen Strich, einem falschen Kommentar das Notizbuch zu versauen oder Angst vor dem leeren Blatt Papier haben, dann befassen Sie sich doch etwas mit meinem AutoWrite-Projekt. Da geht's nämlich um etwas, das Ihnen in der Schule sicher erfolgreich ausgetrieben wurde: hemmungsloses Krikelkrakel, Schreibversuche, sogenannte Fehler und das Ablegen innerer Zensur.

Schreiben Sie! Ein Lektorat gibt es immer. Allerdings erst nach dem Schreiben!

Tip: Viele Werke im Kanon der Weltliteratur sind im Lektorat erst zu dem geworden, was sie heute sind! Nehmen Sie Kritik ernst, aber lassen Sie sich nicht durch eine, zwei oder hundert Absagen verunsichern! Sondern nehmen Sie sich vor, die Spottenden zu ent-täuschen!

Montag, 17. August 2009

on writing - stumble upon

Mein kleines schwarzes Notizbuch. So zerfleddert wie die festgehaltenen Fragmente im Innern.

Stumble Upon machte den Irrsinn des weltweiten Netzes erst richtig zugänglich. Während man bei Verwendung herkömmlicher Methoden die Suchmaschinenmonster mit mühselig gewählten Begriffen füttern musste, bevor man mit etwas Glück auf eine interessante Seite stoßen konnte, bekommt man mit Stumble Upon Internetseiten nach Vorauswahl bestimmter Lieblingsthemen empfohlen.

Zu meinen Präferenzen gehörten bis vor kurzem noch Rezepte. Keine Ahnung warum. Es schien mir das Richtige zu sein, auch über interessante Rezeptseiten informiert zu werden. Mit jeder weiteren Rezeptseite, die mir Huhn, Fisch, Muffins und Nudeln in allen erdenklichen Zubereitungsweisen vor die hungrigen Computeraugen hielt, wuchs meine Ungeduld. Und ich klickte weiter... und erhielt weitere Rezepte für Schokokuchen, Trennkost, Reverse-Engineered Fast Food für Zuhause. Kann ja jeder machen wir er will. Jedenfalls wollte ich keine Rezepte mehr sehen.

Die Rezepte wurden aus meinen Präferenzen entfernt.

Seite einiger Zeit droht ein weiteres Interessengebiet aus meiner Liste zu fallen: Writing.

Quasi jeder zweite oder dritte Klick auf den Stumblebutton wirft mich auf eine Seite mit Tips, Anregungen und lustigen Anekdoten zum Schreiben.

Romane schreiben, Bewerbungen schreiben, Gedichte schreiben, Briefe schreiben, Bestseller schreiben, Liebesbriefe schreiben, Grußkarten schreiben, Essays schreiben, Berichte schreiben, Zeitungsartikel schreiben, Kurzgeschichten schreiben, Science-Fiction schreiben, Fantasy schreiben etc. pp undundund usw. usf.

Hinzu kommen die hundert wichtigsten Top-10-Listen der häufigsten Anfängerfehler, Stilblüten, Kunstgriffe, dicht gefolgt von ellenlangen Sammlungen an Zitaten irgendwelcher Schriftsteller, Autoren und Kritiker.

Damit nicht genug, tummeln sich unter den wertvollen Empfehlungen auch noch zahlreiche Ratgeber, die ganze Bücher über das Schreiben verfasst haben und nun für unglaubliche 25,99 Euro zum Sonderpreis verkaufen! Die vermeintlichen Verkaufsseiten strotzen nur so von den Versuchen, dem geneigten Leser mittels NLP nen Knopf an die Backe zu labern, während man so gut wie kein Beispiel der exzellenten Texte, die die Ratgeber eigentlich selbst verfasst haben sollten, zu Lesen bekommt.

Es kann ja sein, dass das Universum mir mit diesen Seitenempfehlungen etwas mitteilen möchte. Ich bin bereit Universum - lass mich Deine Stimme sein ;) . Es kommt mir jedoch merkwürdig vor, dass die Ratgeberseiten zum Schreiben eines unterschlagen: die Dokumentation des kreativen Schreibprozesses, Schreibskizzen und die ganzen "Fehler", die beim Schreiben anfallen. Was macht man denn damit, mmh?

Was alle Ratgeber mitteilen, ist der Imperativ der Selektion: Geschriebenes zu vereinfachen, die sog. Lesbarkeit zu erhöhen - was kaum etwas anderes ist, als formale Kriterien zu berücksichtigen. Und bei weitem noch keinen besonderen Text ausmacht. Der ganze Mist an unnötiger Information wird aus den vielen undurchsichtigen Sätzen komplexer grammatikalischer Struktur quasi wie beim Unkrautjäten durchstöbert und alles, was nach Ansicht der Ratgeber nicht glänzt, wird ausgerupft und weggeworfen, bis gegen Ende dieses Wortmassakers nur mehr ein kleiner harmloser Rest übrigbleibt, der sich auch noch leicht ver kaufen lässt!

Nun denn. Die Schreibtips werden gestrichen. Derweil schreibe ich weiter unleserliche Notizen mit kleinen gekritzelten Illustrationen in mein kleines schwarzes Büchlein, bis die gesammelten Fragmente eines Tages gesichtet und zusammengefügt werden und daraus nette kleine Texte entstehen.

Im übrigen habe ich ein wirklich interessantes Rezept ganz nach der guten alten Googlemethode gefunden. Makronentörtchen. Diese kleinen Marzipanleckereien, die es leider kaum noch zu kaufen gibt.

Eine Schande.

Speedreading: Testing Elixir - Effective, and robust testing for Elixir, and its ecosystem (Andrea Leopardi, and Jeffrey Matthias, series editor: Bruce A. Tate, development editor: Jacquelyn Carter)

Testing Elixir Die späte Schnelleselektüre dauerte fünfundreißig Minuten und zwanzig Sekunden, und ich hatte sie zuvor auf fünfunddreißig Mi...