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Mittwoch, 25. Dezember 2024

AutoWrite 62 - Der Schlüssel

AutoWrite 62 - Der Schlüssel

Irgendwo in den Sedimenten sog. digitaler Datenmengen, liegen ganz oder fragmentarisch die Schlüssel zu Erfahrungen und Erlebnissen, die als Symbole im passenden Kontext Erkenntnisse eröffnen.

Und was stand in den Texten dieser Dateien in Formaten mittlerweile obskurer Schreibsoftware? Und was sage ich mir mit diesem automatisch geschriebenen Text zu dieser Zeit? Spricht der Geist der vergangenen Weihnacht zu mir?

Oder der Geist der kommenden Weihnacht, denn versehentlich schrieb ich den 25. Dezember 2025 als Datum. Dann lasse ich das mal so geschrieben.

Sonntag, 15. Dezember 2024

AutoWrite 58 bis 60 - ganz im Blick nach Innen

AutoWrite 58 - ganz

Um das automatische Schreiben wieder zu üben, weiterzuüben und mit den Fragmenten nach der Rezeption zu arbeiten, verfasse ich derzeit AutoWrites. Die sind im Texteditor getippt, nicht korrigiert und möglichst nur durch die innere Schau bestimmt und nicht durch Nachdenken bedingt. Der niedergeschriebene Tagtraum. Was in mir aufsteigt und geschrieben werden will.

AutoWrite 59 - im Blick
Die weitere Arbeit damit wird sein, ausgewählte AutoWrites zu lesen und aufzunehmen und vielleicht musikalisch zu ergänzen.

AutoWrite 60 - nach Innen
Merkwürdig, wie viel leichter von einem Sturz sich berappelt werden kann und anderes diffus und orientlierungslos zurücklässt. Dann bleibt das Irren, um den Weg zu finden.

Freitag, 9. Januar 2015

2014 Same old songs



Im Oktober 2010 nahm ich innerhalb einer knappen Stunde ein improvisiertes, rohes und ungeschnittenes Album im Rahmen meines croon papillon Projekts auf. Die zugrundeliegende Stimmung während des Schaffensprozesses lässt sich eindeutig als Blues beschreiben. Der Titel Failing Your Expectations (and failing my expectations) ist für mich insofern auch Bluesmusik, obwohl weder Form noch Tonmaterial dafür sprechen, alsdass diese akute Stimmung zum Ausdruck gebracht wird. Das Bewusstwerden des wiederholten Scheiterns und Nichterfüllens von Erwartungen - immer und immer und immer und immer wieder.

Neben diesem Titel begleitete mich Eden Ahbezs Nature Boy durch das Jahr. Von dem Stück fertigte ich am 17. November 2014 eine deutsche Übersetzung.

Ein Junge war's;
ein mysteriöser Junge war's.
Man sagt, er streunte weit umher,
weit umher,
über Land und Meer.

Sein Herz war schwer
von Traurigkeit,
an Weisheit war er reich.

Und dann einmal,
begegnete ich ihm einmal.
Grad sprachen wir von allerlei Narretei,
da sagte er zu mir:
Zu lieben und geliebt zu sein
's das Größte!
Merk es Dir.

(deutsch von Alexander-Lars Dallmann)

Charlie Chaplins Smile spielte ebenfalls eine Rolle. Keine Übersetzung, dafür unzählige Variationen unterwegs, unter der Dusche und die beißende Erkenntnis, dass in den Text sowohl Erlösung als auch zynisches Maskenspiel gelesen werden kann. Wer nicht in der Stimmung ist, dem ist zum Lachen nicht zumute. Etwas später sicherlich. (Dazu empfehle ich die Lektüre von Otto Friedrich von Bollnows Wesen der Stimmungen.)

Mark Knopflers True love will never fade bezeugt mit dem Titel zwar die Gewissheit, dass wahre Liebe nicht vergeht, die Erfahrung offenbahrt aber, dass Beziehungen trotzdem scheitern können. John Hartfords Gentle on my Mind ist eines meiner Lieblingsstücke von Elvis Presleys Memphis Record und seit letztem Jahr fester Bestandteil meines Repertoires. Genauso wie Dave Matthews Gravedigger und Town van Zandts Tecumseh Valley. Die etwas leichtherzigeren Stücke King of the Road und Houston (für das ich eine deutsche Übersetzung mit dem Titel Gießen schrieb) ebenfalls.

Textarbeit und Komposition eigener Stücke sind gerade mit dem Projekt Hamburch-Berlin (über Gießen), das der Hamburger Arne Niemann mit mir im Herbst 2014 begonnen hat, aktuell geworden. Zwei kleine Auftritte gab es bereits. Mehr dazu an anderer Stelle.


croon papillon, creative commons und YouTube

Ein paar YouTuber machten sich die creative commons Lizenz der croon papillon Aufnahmen zunutze und verwenden verschiedene Titel als Soundtrack für ihre Videos. Das ist zum einen im Sinne des Erfinders und zum anderen gefällt es mir, zu sehen, welche Art Videos damit ergänzt werden.








Samstag, 3. Januar 2015

Ein wundersames Jahr 2015

Im Juni 2015 wird der Kein Künstler Blog zehn Jahre alt. Vielleicht Anlass dafür, die diversen skizzenhaften Projekte dieser Zeit zusammenzufassen und einen Abschluss zu finden, um daraus etwas Neues zu schaffen.

Ich wünschen jedenfalls allen Leserinnen und Lesern ein frohes, heilsames und friedvolles Jahr 2015!

Freitag, 23. Mai 2014

Lilienthal - Vom Bauen und Fliegen

Otto Lilienthal wollte fliegen und schwebte immerhin. Sein Bruder Gustav baute das Haus, in der Straße, in der ich aufgewachsen bin. Beide Brüder Pioniere. Gustav erfand Spielzeug, versuchte sich als Kunstpädagoge und baute Häuser; Otto Flugapparate.

Von allem menschlichen Schaffen und Streben sind Bauen und Fliegen fast schon archetypisch. Die Gestaltung von Umwelt zur Wohnwelt und der sinnliche Rausch der Himmel, die Nähe der Sonne, der weite Blick über die Welt.

Mir fiel kürzlich ein wie, möglicherweise, die Traumerfahrung des Fliegens konstruiert wird und weshalb es so schwierig ist, in den Lüften zu bleiben. Als Kind wird man oft u.a. beim Flugzeugspielen hin- und hergehoben. Die Bewegung ist dabei eher sprunghaft, die Höhe meist über den Köpfen der Eltern, die Dauer des Flugs recht kurz. Wen wundert es, wenn die Flugversuche im Traum auf diesen sinnlichen Eindrücken basieren.
Die Konstruktion von Flugreisen im Traum gelingt nur nach Höhenerfahrung, der veränderten Perspektive durch den Blick von Gebäuden, Bäumen, Hügeln usw. und sicherlich auch durch entsprechende Filmaufnahmen (z.B. die Flugszenen in der Serie des kleinen Vampirs.)

Ich träumte als Kind intensiv vom Gitarrespielen. Das ließ mich, wie vieles andere, nicht los. Beim Traumspiel habe ich es dann schließlich nicht belassen. Es wird Zeit, die anderen Dinge anzugehen.

Träumen Menschen, die in den Bergen aufwachsen, anders vom Fliegen? Von Segelflügen durch die Täler? Träumt eigentlich jemand auch vom Häuserbau?

Donnerstag, 16. Mai 2013

Darum Bass (Ted Russell Kamp)

Tecumseh Valley
- steht bei mir auf der rehearsal list.
Ted Russell Kamp

Auf das Video bin ich vor einiger Zeit aufmerksam gemacht worden. Und seitdem ließ mich diese Geschichte mit dem Bass nicht los. Vorher hatte ich gelegentlich den Gedanken, dass einen Bass zu haben nicht verkehrt sei, um bei Aufnahmen etwas mehr ... Bass in der Musik zu haben.
Aber seit dieser medialen Begegnung mit Ted Russell Kamp wollte ich Bass spielen und dazu singen.

Irrigerweise schielte ich seit dem auf einen Fender Precision Bass oder eine günstige Kopie.
Als ich dann den Bass eines Freundes reparierte und der Bass dann auch zum Verkauf stand, wollte ich mich erst nicht so recht damit anfreunden. Kein P-Bass, sondern moderne Form, durchgehender Hals und zwei Humbucker. Er stand erst eine Weile herum, wurde repariert, stand weiter herum. Und schließlich kaufte ich ihn und veränderte die Elektronik.
Ich mag den Bass. So sehr, dass ich sogar etwas für ihn nähte. Und dabei nähe ich nicht gerne - nur für besondere Geschenke.

So, if you'll ever read this, Mr. Kamp, I owe you for sparking that interest in me, to play bass guitar and sing along with it.

Ich könnte ihm allerdings auch mal 'ne Postkarte schicken.

Sonntag, 22. Mai 2011

Selbstzeichnung mit E-Gitarre

Selbstzeichnung vom 14.05.2011
Kugelschreiber im kleinen orangenen Notizbuch
(Klick aufs Bild zur Vergrößerung)

Im Rahmen eines Projektseminars an der JLU Gießen zum Thema "Wege des Musiklernens", sammle und ordne ich zur Zeit autobiographische Fragmente, die zur Bildung des eigenen künstlerisch-musikalischen Selbstkonzeptes beigetragen haben und beitragen.

Wenn ich eine Zeichnung von mir betrachte, dann weiß ich: So, wie ich mich in dieser Zeichnung lese, so gut kann ich garnicht Gitarre spielen. Aber das macht nichts. Ich kann mich so zeichnen, als ob ich es könnte. Das ist wie ein Reisender, der wunderbar von Geschichten erzählt hat, die er so nie erlebte. Ich bin mit Karl May großgeworden und war auf der Lügenbaron Münchhausen-Grundschule - Irgendwas hat da auf mich abgefärbt.

Entscheidend ist dabei: Wer die Selbstinszenierung versteht und anwenden kann, fällt auf den Unsinn anderer Leute nicht so leicht hinein.

Wer mal wieder eine Künstlerbiographie (von Politikern will ich garnicht reden) liest und sich wegen der geistigen Reife, großartigen Frühwerke usw. ganz klein und unbedeutend fühlt, sollte sich einmal kritisch mit der Erzähl- und Darstellungsweise, mit der Inszenierung beschäftigen und anschließend die eigene Lebensgeschichte so erzählen, dass sie einem Leser ebenfalls ganz wunderbar vorkommen muss.

Danach werden Sie aus dem Schmunzeln beim Lesen von Selbstdarstellungen, Pressetexten von Künstlern u.a. nicht mehr herauskommen.

Montag, 26. Juli 2010

Stell Dich! - Aus meinem Drachenbilderbuch

"Stell Dich!" rief der kleine Ritter dem Drachen zu.
Und der Drache setzte sich auf den Felsen. (ald)
Bleistift und Aquarell auf Papier
(Draufklicken zur Vergrößerung)

Einer meiner Projektzombies, der mich hin und wieder anstubst, ist ein Bilderbuch. Genauer gesagt, sind es die Figuren dieses Bilderbuches, die mir immer wieder vor dem inneren Auge auftauchen und mir ihre Geschichten erzählen. Sie betonen, wie wichtig es sei, dass ich sie endlich illustriere und veröffentliche. Das geht schon seit Jahren so und sie sind nicht die einzigen.

Bisher sind die Figuren auf meiner E-Gitarre, der Drachenstrat, zu finden und in einer Zeichenmappe mit Skizzen, Notizen, Texten, Dialogfetzen und Illustrationen.

Drachenstrat und Illustrationen (ald)
Bleistift und Aquarell auf Papier und Gitarre

Und so wuselt ein kleiner Ritter mit seinem Pferdchen vor mir auf dem Schreibtisch herum und erklimmt die Tastatur, um sich bemerkbar zu machen, gleichwohl er weiß, wie gefährlich die riesigen Hände für ihn und sein Reittier sein können. Hinter mir entfaltet der Drache seine ledrigen Flügel und reckt seinen Hals gähnend zur Zimmerdecke in schläfriger Geduld eines Jahrtausendtiers, das die Hektik schreibender Finger beobachtet wie ein Hund auf dem Sofa seinem staubsaugenden Herrchen oder Frauchen zusieht.

"Das Bilderbuch hätte schon vor Jahren fertig gestellt sein sollen." murmelt der Drache in mein Ohr. Jaja, denk ich. Aber das ist eine lange Geschichte!

Es war einmal vor langer langer Zeit...

Begleitend zu einem zweisemestrigen "Seminar zum Bilderbuch" an der JLU Gießen bei Prof. Dr. Axel von Criegern fertigte ich Zeichnungen, Skizzen, Notizen und allerlei Fragmente zu einem Bilderbuch, das den Namen Ritter&Drache trägt.
Das Seminar erschien insofern interessant, als Axel von Criegern selbst Illustrator ist und entsprechend Erfahrungen sammeln konnte. Zuvor hatte ich an einem Bilderbuch (Die Reise nach Irgendwo - Eine Bärengeschichte) gearbeitet, das mich zu jenem Zeitpunkt schon als Projektzombie verfolgte. Sowohl Handlung als auch Figuren wandelten sich in einem langen Prozess des Sinnens und Schaffens.

Reise nach Irgendwo, Kapitänskajüte
Ein Bär mit Schreibblockade?
Acryl auf Papier
(ald)

Vom Seminar erhoffte ich mir die nötige Struktur und Erkenntnisse über den Arbeitsprozess der Erstellung eines Bilderbuches, dem Verhältnis von Erzähltext und Illustration, sowie Praxis in der Coloration, da mich meine Aquarellarbeiten nicht zufriedenstellten.

Von Rittern, Drachen und Prinzessinnen, die in Türmen gefangen sind.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Die Handlung

Es ist die Geschichte von einem kleinen Ritter, der auszog einen Drachen zu bezwingen, um so einer gefangenen Prinzessin seine Liebe und Tapferkeit zu beweisen. Dummerweise schien es nirgendwo auf der Welt noch Drachen zu geben und anstatt die Prinzessin einfach ohne besiegtem Drachen zu befreien, begann er eine lange Queste nach dem letzten Drachen dieser Welt.

Die Tierkinder mit ihren Puppen.
Bleistift auf Papier. (ald)

Erzählt wird die Geschichte von einem Nilpferd, das zusammen mit ein paar Tierkindern die Geschichte in Form eines Puppenspiels darstellt. Es sind durch Text und Illustration verschiedene Ebenen der Narration verwoben: die eigentliche Geschichte von Ritter und Drache, die gelesene Erzählung des Nilpferds und die Darstellung der Geschichte im Puppentheater.

Ein kleines halbstarkes Nashorn, eine kleine verträumte Giraffe,
ein kleiner Elefant mit Fprachfehler, ein kleines bissiges Krokodil
und eine kleine verpeilte Hyäne.

Bleistift und Aquarell auf Papier. (ald)

Ein weiterer Handlungsstrang ist die Begegnung des Drachen mit seinen Tierfreunden, die ihn auf seiner Reise zum Mond begleiten, da er sich erhofft, dort vielleicht eine Drachenfrau zu finden. Immerhin ist er als letzter Drache dieser Welt ziemlich einsam.


Im weiten Himmel unter der Sonne.
Bleistift und Aquarell auf Papier. (ald)

Das Problem


Ich erlebte u.a. zwei Dämpfer, die mich nachhaltig verunsicherten.
  1. Axel von Criegern bezweifelte, dass das Buch jemals fertig würde, als ich ihm anbot, ein fertiges Exemplar zukommen zu lassen. ;) Das war vielleicht nur ein Witz, oder Lebensweisheit, jedenfalls traf mich das doch nachhaltig stark, zumal ich das Scheitern solcher Projekte leid war.
  2. Auf der Frankfurter Buchmesse (2004) machte mich ein Literaturagent, mit dem ich (Dank gezeichneter Visitenkarte) ein Treffen vereinbaren konnte, darauf aufmerksam, dass es keine Bilderbücher für Jugendliche und Erwachsene, wie meines eins zu werden schien, gebe. Anders gesagt: es würde niemand kaufen. Desweiteren merkte er an, dass es zwar eine Reihe guter Illustratoren und gute Texter gebe, aber eben nicht in einer Person und ich sollte doch überlegen, ob ich nicht bei den Illustrationen bliebe. Ich war etwas empört und erklärte, ich würde ihm Illustrationen und Text zu einem anderen Bilderbuchprojekt (der Reise nach Irgendwo...) in den folgenden Wochen zur Ansicht zukommen lassen.
Ich brauch kaum zu erwähnen, dass ich dem Agenten in meinem Selbstzweifeln nichts habe zukommen lassen und mich dieses ganze Erlebnis doch recht überfordert hatte. Hinzu kam, dass mich ein anderer Agent, der ausschließlich mit Illustrationen zu tun hat, einmal auf die Animationsfilmindustrie verwies und zum anderen aufforderte, zur folgenden Kinderbuchmesse nach Bolognia zu kommen und meine Arbeiten als Illustrator vorzustellen.
Italien schien mir unerreichbar weit weg, die Fahrt zu teuer, die Reise und die vielen Leute zu unbekannt und überhaupt stand ich ohne Plan da. Ich war durcheinander.

"Warum muf ich immer twei fpielen?" beschwerte sich der kleine Elefant,
der neben dem Elefanten auch den Drachen halten musste.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)


Formatschwierigkeiten

Ich wählte aus Unkenntnis ein mich ansprechendes aber kniffliges Format irgendwo zwischen A4 und A3. Das bedeutete u.a., dass ich die Illustrationen nicht ganzseitig einscannen konnte. A3 Scanner waren rar und teuer und das Stückeln mittels A4-Scanner war mir zu fummelig.

"Hyäne, Du muft mitfpielen!" ermahnte der kleine Elefant die kleine Hyäne,
die unbeteiligt an ihrem Puppenstock knabberte.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Desweiteren hatte ich weder genug Erfahrung, noch Routine im Umgang mit digitaler Bildbearbeitung. Kein Grafiktablett und keinen dafür brauchbaren Computer. Das war noch zu den (Atari-Clone-)Milan-Zeiten.
Auszug aus dem Storyboard (ald)
Bleistift auf Papier

Was vor mir liegt...

Sollte ich Zeit, Kraft und (nicht nur intrinsische) Motivation finden, um das Projekt weiter und mit einem fertigen Bilderbuch zu Ende zu führen, dann bedeutet das: lange harte Arbeit (das habe ich heute schon mehrfach gehört).
  • Das Storyboard muss neu aufgerollt werden.
  • Ich muss weiter üben, die Figuren zu zeichnen und Routine erlangen.
  • Das Format muss eventuell neu gewählt werden, so dass die weiteren Arbeitsschritte dadurch nicht behindert werden.
  • Die Art der Coloration und Weiterbearbeitung muss geklärt werden. Aquarell, Tusche oder digitale Bildbearbeitung?
  • Arbeitsmaterialien (Papier, Tusche, Grafiktablett) müssen gekauft und ein Arbeitsbereich (zeitlich und räumlich) eingerichtet werden.
  • Mit Text und Bildverhältnis experimentieren.
  • Text überarbeiten. Verhältnis von Text und Meta- bzw. Subtext abwägen.
  • Einen Verlag finden und mich am besten vor allen Schritten über diverse Anforderung der Bildbearbeitung erkundigen.
  • Feedback sammeln und Kritik ernst nehmen.
  • Weitere wichtige Dinge, die ich vergessen oder noch garnicht erkannt habe.
"Warte Welt! Hier hast Du einen Drachentöter!" rief der kleine Ritter.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Im Hinblick auf meine (Auto-)Biographiestudien ist die Geschichte des Bilderbuches, sowie die Geschichte der Figuren auch meine eigene. Ein kleiner Ritter, der auszog, um unbedingt einen Drachen zu bezwingen, um sich zu beweisen, während die eigentlichen Prüfungen im Leben woanders und garnicht weit entfernt liegen?

Wer kennt das nicht?

Dieses Gefühl etwas Wichtiges verpasst zu haben? Und die Vorwürfe des eigenen schlechten Gewissens (und anderer, die meinen dazu etwas sagen zu müssen.) Ach, hätte ich doch damals die Kraft gehabt, mich der Kritik des Literaturagenten zu stellen, ihm meine Arbeiten zukommen zu lassen! - Ach, hätte ich mich doch erkundigt und wäre nach Bologna gefahren!
Tatsache ist, dass ich die Kraft eben nicht hatte und dieses Scheitern zum Arbeitsprozess und zum Leben dazugehört. Es sind also bald sieben Jahre vergangen, in denen die Welt ganz gut ohne dem Bilderbuch ausgekommen ist. "Weil fie nicht weif, waf fie verpaft hat!" spricht mir der kleine Elefant zu.

Mir fällt dabei auf, dass ich heute immernochnicht vor die Haustür getreten bin.

"Stell' Dich!" rufen Ritter und Drache in mein Ohr und jagen einander durchs Zimmer.

(Alexander-Lars Dallmann - ald)

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