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Montag, 6. April 2026

Start the kite

 

Start the kite,
sketched in Krita,
ald, April 6th, 2026, 1 am

Dienstag, 14. Januar 2025

der Wandel zum Schmetterling

der Wandel zum Schmetterling, ald, 14. Januar 2025
Da sind Projekte und Arbeiten, die zum Erfolg geführt werden wollen, und damit ist ein Abschluß gemeint: Sie werden erfolgt sein. So ist der Wandel.

Von der Raupe zum Kokon zum Schmetterling sei als Bild für den Wandel verstanden.

Nun sind wir keine Raupen, die zu Schmetterlingen werden, wir sind Menschen und werden herausfinden müssen, wo wir herkommen, wo wir sind und wo wir hingehen werden. Wandelnd.

Wandelnd schreiben, malen, singen und allerlei miteinander und allein.

Bei aller Ablenkung die Ruhe finden in der einfachen Zeichnung, mit der Geschichten erzählt werden wollen.

Samstag, 6. Juli 2024

Mut. - Fluss mit Flair 2024 in Gießen

 

Der diesjährige Fluss mit Flair steht unter dem Motto Mut und findet am 7. Juli 2024 von 11 Uhr bis 19 Uhr auf der Lonystraße und der Löberstraße in Gießen statt. 

Mut. Schwermut, Sanftmut, Armut, Hochmut, Unmut, Gutmütigkeit, der Mut zum forschenden Gestalten, der Mut zur Vergebung. Stimmungen, Verstimmungen, Stolpern, Scheitern, Weitergehen.

Ich werde ausgewählte Arbeiten aus meiner Biographiefragmentmanufaktur präsentieren, das sind Selbstportraits, automatisch geschriebene Textfragmente, Skizzen, Studien, Illustrationen. Ich danke für die vorbereitende Untersützung bei Transport und Aufbau!

Der Künstler testet immer. Jeder Blick ist ein prüfender, jedes Element wird in den Zusammenhang des Gesamtwerks und möglicher Präsentationsorte gestellt. Formale Studien werden gesammelt, für spätere Projekte wiederverwendet, Lösungen konkreter Probleme und künstlerischer Fragestellungen abstrahiert. Die künstlerische Arbeit ist immer diskursiv, wirkt im Alltag, erfordert Abstand, Perspektivwechsel, Diskussion. Sie ist Werkstattarbeit und damit, Heldengeschichten zum Trotz, Ensemblearbeit. Sie erfordert Routine, stetige Optimierung von Routinen, Werkzeugepflege, Werkzeugherstellung, auch Adaption neuer Werkzeuge und Arbeitsprozesse. Sie bedarf einer kritisch-rationalen Betrachtung der Verwendung ihrer Ergebnisse und Werke.

Die Stichpunktlebensgeschichte, diese seltsame Textform, wird zur Erzählung über den Lebensweg eines Menschen durch die Welt. Die Auswahl der Ereignisse, Begegnungen und Erfahrungen hängt vom Erzählkontext, den Zuhörern, oft von der Laune des Erzählers ab. Die Erzählung und was vermittelt von ihren Zuhörern weiter- und nacherzählt wird, ist dem tatsächlichen Leben selten angemessen. Hier wird übertrieben, dort ausgelassen. Einer verdreht, der andere biegt. Wie die Ereignisse und Handlungen aller Beteiligten tatsächlich zusammenwirkten, bleibt  unerzählt; aber dass diese verwobenen Zusammenhänge existieren, muss heilsam aufgezeigt werden. So brüllte Inspector Goole in J.B. Priestleys An Inspector Calls seine wachrüttelnde Stoprede: „We don‘t live alone. […] We are responsible for each other.“

Es rettet dich nur die Hand, die dich packt und aus der Grube zieht, nicht die, die winkt und sagt: Ich will dir alles Gute.

Wer sich, wie Münchhausen, am eigenen Zopfe selbst aus der Grube heben musste, wird sich hernach vor die Entscheidung stellen, anderen die Überwindung der Hürden zu erleichtern, die er selbst schon bezwingen konnte.

Das ist der unstetige Fortschritt des Menschen, dass das nächste Scheitern auf höherem Niveau gelingt.

„Your life is your life. Don‘t let it be clubbed into dank submission.“
(Charles Bukowski, The Laughing Heart)

Freitag, 3. November 2023

Novemberblatt 3

 

colorierte Skizze (Krita mit Wacom Bamboo One)
 Even wandering monsters need pennies from heaven.

Montag, 11. November 2013

Fragmente einer Bildgeschichte

Kritzelei mit Krita.
Fragmente einer Bildgeschichte. (ald 11.11.2013)

Dienstag, 15. November 2011

"Fast Winter"-Zeichnungen: Mathe, Drachen und Märchenburg


Zeichenzeug und ein neues kleines Notizbuch.
Fast Winter

Die Erde kreist zur Zeit in einem ungünstigen Neigungswinkel um die Sonne, so dass uns hier das Sonnenlicht nur für wenige Stunden erreicht. Falls es nicht von Wolken gefiltert wird und Städte und deren weite Umgebung in diffuses ausgegrautes Licht taucht.
Es ist eine Zeit für künstliches Licht. Kerzen und Lampen, Laternen und Schaufensterbeleuchtung. Fernseher, Monitore und Smartphonedisplays.
Der Drache sitzt derweil auf seinem Felsen und betrachtet sehnend den Mond, der das Licht der Sonne reflektiert und so scheint als leuchte er selbst. Trickster. Oder doch ein freundlicher Begleiter in der Nacht.

Drache auf Fels (ald) 06.11.2011
Bleistift und Aquarell

Es ist eine Skizze mit Bleistift und Aquarell auf Kopierpapier unterhalb einiger Notizen über Narration bei Rollenspielen und der Perspektive von Spielern und Spielfiguren auf eine erzählte Situation - und bezüglich der Spieler auch auf die Erzählsituation. Solche Notizen sammle ich gelegentlich, um sie im Archiv der Hausregeln für Rollenspiele zu hinterlegen. Ein langfristiges Projekt, in dem die Narrationsform Rollenspiel beschrieben und untersucht wird - zusammen mit Spielideen und Interpretationen diverser Rollenspielregelsysteme. Mittlerweile ist ja Skyrim - The Elder Scrolls V erschienen, eines der wenigen Computerrollenspiele, das mich noch interessiert. Ich würde gerne an Story, Gameplay und Konzept eines Computerrollenspiels mitarbeiten, das die Narrationsform von Tischrollenspielen (Pen&Paper) überträgt oder zumindest von den begrenzten Interaktions- und Narrationsmöglichkeiten bisheriger Spiele abweicht. Die Übertragung auf Computerspiele hat (meiner Meinung nach) bisher nicht überzeugend funktioniert - wie auch jüngste Versuche wie Drakensang basierend auf dem populären Spielsystem Das Schwarze Auge zeigen. Immerhin liegt der Spiel-CD auch das Basisregelwerk als PDF-Datei bei.

Kritzelstudien und Landschaften

Eine Seite im kleinen roten Notizbuch. 

Landschaften in Kritzeleien zu sehen fällt erstaunlich leicht. Es genügt eine zittrige Linie, um den Horizont auszumachen und im Inneren eröffnet sich eine Landschaft, die erforscht werden kann. Ich beginne eine Reise und über die Reise eine Erzählung. Mühelos.

Eine colorierte Kritzelstudie.
Kugelschreiber und Aquarell.

Solche Kritzelstudien zeigen nicht nur Landschaften, sondern auch seltsame Szenen von unbekannten Objekten, fremden Gestalten und verzerrten Räumen. Trotz ihrer Befremdlichkeit sind sie gegenständlich und im Inneren erlebbar. Das Landschaftserleben im Äußeren wie im Innern scheint mir einen engen Bezug auf kognitive Prozesse und Informationsverarbeitung zu haben. Ich erlebe Informationen als Objekte im inneren Raum und deren Relation und Bewegung zu anderen Objekten in einer weiten Landschaft und mitunter in voneinander getrennten Räumen.

Kunst im Park

Dieses Steintor ist ein Portal in der Landschaft. Es scheint unsinnig - wozu ein Tor, wenn es keine Räume verbindet? - bis man sich dem Tor mit den Sinnen nähert. Wie das Licht darauf spielt, Moos wächst, der Wind darum weht und man hindurchgehen, hinaufklettern oder es in der Ferne passieren kann. Es wirkt jeweils anders. Was man erlebt, wenn man hindurchgeht, erfährt nur, wer es versucht. Vielleicht gibt es ein Lächeln zu entdecken. Das ist wie mit künstlerischen Plastiken im Park. Ein Problem, das ästhetisch-sinnlich verstanden werden kann.

Steintor in der Landschaft.
Eine Plastik - ein Problem.


Künstlerische und mathematische Probleme

 Kleine Kritzellandschaft
und ein seltsamer Gedanke. 

Woher dieser Gedanke kam, kann ich nicht genau rekonstruieren. Es ist nicht mehr als ein Fragment, das hinterfragt und bestenfalls korrigiert werden kann:

"Probleme, die scheinbar mit Mathematik lösbar sind, lassen sich im Geiste bewegen."

Ich bin mir allerdings sicher, dass ich in den vergangenen Wochen ein Gespräch geführt hatte, das sogenanntes Talent in künstlerischen Disziplinen thematisierte und wir dabei auch auf Mathematik kamen. Aus ihrer allgemeinen Schulerfahrung sprechen manche gerne davon, dass sie Mathe nicht können - und auch kein Talent für Kunst hätten. Unabhängig davon, was dazu zu sagen wäre, behaupte ich, dass Mathematik und Kunst mehr sind als fehlerfrei im Kopf rechnen und eine fiktive Hauptstraße in Fluchtpunktperspektive zeichnen zu können. Probleme verstehen und Lösungsstrategien anwenden. Darum geht es. Wenn man sich verrechnet, wird man das bei der Überprüfung merken. Das gilt auch für künstlerische Probleme.

Fluxkompensator?

Ich erinnere mich an eine Nacht, in der ich aus einem Halbschlaftraum aufwachte und über Kugeln und Ellipsoide nachdachte und versuchte eine Art Formel zur Berechnung bliebiger Punkte auf der Oberfläche einer Kugel zu Punkten auf der Oberfläche einer anderen Kugel zu finden. Ich stand auf und fertigte schlaftrunken ein paar Skizzen mit Kugeln in dreidimensionalen Koordinatensystem an. Bis heute habe ich keine Lösung für das Problem gefunden, schmökere aber hin und wieder in meinen Mathematikformelbüchern. Der Bezug zu dem losen Gedanken, dürfte deutlich werden. Ich entdeckte ein Problem, das ich mit Hilfe der Mathematik lösen und deren Lösung mathematisch beschreiben wollte und ich konnte dieses Problem im Geiste bewegen. Denn ich sah und fühlte Kugeln und Ellipsoide im inneren Raum, wie sie sich bewegten und wie einzelne Punkte auf deren Oberflächen Verbindungen zu Punkten auf der Oberfläche anderer Kugeln und Objekte hatten. Durch die Bewegung der Kugeln veränderte sich die Distanz und Relation der einzelnen Punkte.

NASA knows

Jetzt, da ich das schreibe, sehe ich die Kugeln und Ellipsoide als Planeten und Monde und die Punkte als Städte und interstellare Raumstationen. Die Verbindungen sind Strecken und Flugbahnen. Wahrscheinlich hat die NASA mein Problem schon längst gelöst. Ich sollte denen mal eine E-Mail schreiben. Desweiteren fällt mir ein, dass das Computerspiel Elite II - Final Frontier eine sehr detaillierte Darstellung der Sternensysteme hatte und man Bewegung und Rotation der Planeten und Monde sowie die Flugbahnen zu den Sternhäfen gut verfolgen konnte. Da ich das Spiel gerne spielte, ist hier möglicherweise ein Hinweise darauf, dass die Darstellung von Information (auch in Spielen) kognitive Denkmuster beeinflusst und also erst befähigt, manche Probleme im Geiste zu bewegen.

Wo kommt nun endlich die Mathematik ins Spiel? Sie liefert ein Instrumentarium zur Beschreibung und Lösung des Problems. Die Probleme können spannend, phantasievoll und unterhaltsam sein, oft sogar praktisch - man denke an die Berechnung von Flugbahnen von einem Raumhafen zum nächsten - wer sie lösen will, bedient sich der Mathematik.

Und die Kunst?

So, wie sich Probleme mathematisch lassen, können sie künstlerisch angegangen werden. Das kann eine Fragestellung oder eine Aufgabe sein. Oft sind Aufgaben mit Fragestellungen verknüpft, und es gilt, einzelne Aufgaben als Schritte zum Verstehen und später zur Lösung des Problems zu erkennen und durchzuführen.
Manche Probleme tauchen erst auf, wenn man bestimmte Erfahrungen gemacht hat. Ideen und Probleme sind nicht ohne Kontext. Je nachdem welchen Kontext man wahrnimmt, erkennt man Probleme und Ideen zur Lösung von Problemen oder einfach: Spielideen.

Hat man eine Anzahl an Objekten und Handlungsmöglichkeiten damit zu hantieren, dann entdeckt man Spielmöglichkeiten. Fast so wie MacGyver. Der hatte auch viele Probleme und allerlei Zeug, um die Probleme zu lösen. Außerdem hatte er einige Ideen, was er damit anstellen könnte - womöglich weil er in der Schule aufgepasst hat. So jedenfalls die versteckte Propaganda der Sendung. MacGyver war die Sesamstraße für nerdige Teenager in den 80-ern. Eine Aufgabe die zeitgenössisch von Computerspielen übernommen werden müsste, die bislang aber eher für die Tradition von Mythen und derlei genutzt werden.

Ein weiterer Travel-O-Fant auf der Reise. 

Zukunftsvision

Science-Fiction ist Gedankenspiel innerhalb eines Kontextes von fiktiver Technologie und utopischer oder dystopischer Gesellschaft und was darin geschehen mag.
Als ich die Travel-O-Fanten von Claire Mux entdeckte, sah ich damit Fragmente zur Bildung eines Kontextes, in dem gespielt werden kann. Lebendige Maschinen, die mich an die Raumschiffe in Farscape erinnerten und Elefanten, die die verschollen gegangenen wolligen Mammuts aus dem Abenteuerspiel Syberia wachriefen. Ich vermute auch eine gruselige Verknüpfung der Entwürfe von Claire Mux mit den nanotechnologischen Zombies aus meinem unvollständigen automatisch geschriebenen Roman. Dem werde ich nachgehen.

Bisher konnte ich an keine Konstruktionsskizzen der Designerin Claire Mux gelangen, und so bleibt es bei den wenigen Außenansichten, die mich zu sehr an Elefanten und zu wenig an die kybernetisch-hybriden Reisetiere aus dem Hause Wolpert&Glück erinnern. Ich warte auf Berichte der Reisenden.

Eine liegende Gestalt in Kritzellandschaft.
Sind das Gebüsche oder Rauchwolken?
Vielleicht eine Weltraumreisende nach einem Absturz ihrer Flugmaschine?

Märchenlandschaften

Neben der Science-Fiction gibt es Märchenhaftes und Fantasy, das ich in den Kritzeleien entdecke. Bei den Bäumen dachte ich, dass sie bereits in den bisherigen Skizzen zu sehen waren und z.B. diese Ansicht einer Märchenburg einen weiteren Ausschnitt derselben Landschaft zeigt.

Eine Seite Märchenhaftes.
Burg, Turm und Ritter
- und ein Heißluftballon am Horizont. 

Ritter und Turm zeigen eine Szene, die der Geschichte aus meinem Drachenbilderbuch entnommen ist. Der kleine Ritter ist auf der Suche nach einer Prinzessin. Die Umerzählung einer alten Geschichte. Boy seeks girl.

Herbstlandschaft und Märchenburg


Am Schluß ein Eigenzitat aus der Reflexion langjähriger Spielleitererfahrung im Rollenspiel und übermäßigen Konsums realitätsferner Filme und Geschichten. Eine Art Affirmation und ein Zen-Rätsel über den Selbstbetrug, in der eigenen eingeschränkten Perspektive auf die Welt, Sinn stiften zu wollen.

"I (want to) believe in happy endings.
And if a story does not have a happy end
- then the last chapter hasn't been told, yet." (ald 15.11.2011)

Ritter und Prinzessinnenturm
"Was ist, wenn der Turm unbewohnt ist?" 

Freitag, 4. November 2011

Herbstzeichnungen: Landschaft, Flutdrache und Typ mit Toaster


Bleistift, Knetgummi, Spitzer, kleines rotes Notizbuch,
Aquarellkasten, Kugelschreiber im Lederetui

Auf die Sonne warten

Da ich die Digitalaufnahmen der Zeichnungen mit einem mittlerweile alten Sony Ericsson Cybershot Mobilfunktelefon anfertige und ich keinen Blitz verwenden möchte, muss ich darauf warten, dass die Sonne durch's Fenster scheint. Dann platziere ich das kleine Notizbuch mit Stiften und Farben auf der schönen handgefertigten Wolldecke und knipse ein paar Fotos. Die Aufnahmen werden anschließen in GIMP skaliert.

Notizbuchseite: Bleistsiftkritzeleien, coloriert
mit Aquarellfarben

Am vergangenen kleinen Künstlertreff ging es u.a. um Landschaftzeichnung und perspektivische Tiefe. Wie lässt sich Tiefe suggerieren und welche Details sind dabei wichtig? Wie wird der Blick des Betrachters gelenkt? Wo im Bild hat der Betrachter seinen gedachten Standpunkt und was passiert, wenn er dort nicht stehen bleibt?

Landschaft mit verschiedenen Ebenen
in Vordergrund und Hintergrund

Diese kleine Landschaft kritzelte ich zur Demonstration der Erarbeitung von Vorder- und Hintergründen. Zwar liegt die Baumsilhouette im Bildmittelgrund, aber der Blick wird weiter nach rechts gelenkt zu dem entfernten Baum, dessen Wipfel in leichtes Herbstsonnenlicht getaucht ist. Die Pilze liegen dabei in der Blickachse und beim Betrachten kann man den Fokus zwischen Baum und Pilzen wechseln.

Drache über Flutlandschaft (ald 02.11.2011)

Diese kleine Szene entstand zur Demonstration von zeichnerischer Ergänzung von Farbauftrag. Der leichte Farbauftrag entstand als Pinselkritzelei und schaffte den Hintergrund. Mit dem Bleistift wurden ganz leicht Konturen und Silhouetten gesetzt, so dass eine Landschaft unter Wasser zu sehen war. Aus der Ferne näherte sich schon bald ein Drache. Ein freundlicher Drache, vielleicht auf der Suche nach Menschen und Tieren in Not? Sobald er sich näherte, konnte ich ihn zeichnen. Die Szene kommt fast ohne Details aus. Was angedeutet ist, wird vom Betrachter innerlich vervollständigt. Das funktioniert manchmal deutlicher, als würde man versuchen detailliert zu zeichnen.

"..."
Toaster Guy (ald)
Der Typ mit dem Toaster

Bei dieser Kritzelei entstand zuerst der Hintergrund als Kompositionsstudie bis ich entdeckte, dass im Vordergrund eine Gestalt an einem Tisch sitzt. So als wäre der Tisch in eine Nische gerückt. Auf dem Tisch ein Gegenstand, den ich nur irgendwie als Toaster erkennen kann. Mir kam zunächst die Idee eines Weltraumhelms und ich war versucht, aus der Gestalt Eric den Weltraumpiloten zu machen. Ich entschied mich dafür, die Szene so zu belassen und colorierte sie anschließend. Mir gefällt die Tür im Hintergrund, und der unausgesprochene Dialog des Typen mit seinem Toaster steht fast archetypisch für alltägliche Frühstücksbegegnungen mit Haushaltsgeräten.

Freitag, 28. Oktober 2011

Reisetiere, Zen und der Verlust der Jugend

Notizen im Sonnenlicht.
Geheimnisvolles

Nach der ersten Begegnung mit Passagieren der Travel-O-Fanten recherchierte ich nach der Designerin Claire Mux in großen und kleinen Archiven und Bibliotheken und erkundigte mich bei Wolpert&Glück. Sie entwarf noch andere kybernetische Tiere. Kleine Wegbegleiter für den Alltag wie die Schildkröte, die mächtigen Travel-O-Fanten der Überlandkarawanen und die bunten Walfamilien für Ozeanreisen.

Notizen über die Designerin Claire Mux
und die Gerüchte eines geheimen Ortes,
zu dem ihre kybernetischen Tiere eines Tages wandern werden. (ald)
Kugelschreiber und Aquarell. 

Gerüchten zufolge, sind alle ihre Tiere mit einem versteckten Navigationssystem ausgestattet, das ihnen den Zutritt zu einem geheimen Ort ermöglicht. Manche behaupten, es sei eine Art Recycling-Friedhof, andere phantasieren von großartigen Schätzen.
Die PR-Abteilung der Firma Wolpert&Glück dementierte sämtliche Gerüchte über Schätze und erklärte, dass die Tiere mit einem Peilsender ausgestattet sind, der es erlaubt, ihren Status abzurufen und sie weltweit zu lokalisieren, um gegebenenfalls Reparatur- und Bergungsarbeiten vorzunehmen. Thomas Wolpert Jr. amüsiert sich gerne über Geschichten: "Natürlich können die Tiere weltweit zurückgerufen werden, so dass an der Idee des Recycling-Friedhofs irgendwie etwas dran ist. Das einzige Geheimnis, das Claire Mux in ihren Tieren versteckt hat, ist der imaginative Zauber, der sie zu so wunderbaren Begleitern macht."

Eine kleine Schildkröte als Reisebegleiterin (ald)

Sicher ist, dass die Geschichten die Phantasie beflügeln und so manchen Reisenden als Amateur-Schatzsucher in die Wildnis geschickt haben. Ein Umstand der schon längst von Reise-Agenturen für Marketingzwecke entdeckt wurde.

 Abends unterwegs - ein Travel-O-Fant (ald)
Mir sieht er zu elefantig und zu wenig o-matisch aus.

"Lotterie zu spielen ist zwar billiger, belohnt aber nicht mit einer solch bemerkenswerten Reise-Erfahrung. Die Gewinnchancen auf den Jackpot sind dabei nahezu gleich hoch," erklärte Gunild Hobelspan von der Silberwind Reise-Agentur im Interview zu einer ihrer jüngsten Kampagnen, die sich besonders an Menschen in der Mid-Life Crisis richtet.

[Was für eine gelungene Überleitung.]

Der Verlust der Jugend

Die folgende kleine Sequenz entstand während ich über die Vergänglichkeit eines Backenzahns nachdachte, den mir Karies und Baktus, eine alte Plombe und ein Taco-Chip in verschwörerischer Zusammenarbeit zertrümmerten und der letztlich gezogen wurde.

"Youth is lost only if you think of it
as possession." (ald, 26.10.2011)
Kugelschreiber und Aquarell
im kleinen roten Notizbuch.

Die Wunde heilt, Gefühl und Geschmack sind beeinflusst. Das Sprechen ist ungewohnt, hört sich innerlich verändert an. Die Zunge muss sich neu orientieren, vermisst einen alten Mitbewohner, lernt einen neuen Umgang innerhalb ihrer Umgebung. Ob sich das aufs Denken auswirkt?

Vielleicht passt der Baum dazu mit seinem Astloch. Er wächst - und vergeht irgendwann in einer merkwürdigen Beständigkeit.

Baum. (ald)

Sonntag, 23. Oktober 2011

Von Travel-O-Fanten, künstlerischen Studien und Strandszenen

Sonne und Werkzeug. Notizbuch, Kugelschreiber, Etui,
Aquarellkasten, E-Gitarre und eine Wolldecke.

Weiterzeichnen

Anschließend an das Kunstwochenende fanden mehrere spontane Treffen zum gemeinsamen Zeichnen statt. Es wurde gekritzelt, gezeichnet, geknetet und ein kurzer Stop-Motion-Horrorfilm animiert, der sich zur Zeit in der Post-Production-Phase befindet und hoffentlich noch pünktlich zu Helloween zu sehen sein wird.
Ich selbst entdeckte die Farben neu und kramte meinen kleinen Aquarellkasten für unterwegs aus meinem Kunstkoffer hervor. Auf dem 12-Farben-Set steht "Van Gogh" drauf und solange ich mir beim Zeichnen kein Ohr abschneiden muss, um etwas aufs Papier zu bringen... (Ich weiß, ein Künstlerwitz mit elendigem Bart.) ..., bin ich mit der überschaubaren Farbpalette zufrieden. Immerhin passen Notizbuch und Farben bequem in die Jackentasche.

Kleine Kompositionsstudien vom 17.10.2011 (ald)
Kugelschreiber und Aquarell im kleinen roten Notizbuch.

Seminarnotizen

Meine kleinen Notizbücher sind ständige Begleiter. Wer die Vorzüge kleiner Notizbücher noch nicht kennt, kann sich in diesem Beitrag informieren. Nicht nur bei Spaziergängen, Café-Besuchen und in den Nächten zuhause, auch in Uni-Seminaren sammle ich Gedanken und Kritzeleien.

Gekritzelte Kompositionsstudien und Landschaft (ald)
Kugelschreiber und Aquarell.

Die kleinen Studien zu den fliegenden Objekten im Weltall hatte ich bereits erwähnt. Nachdem ich diese hier im Seminar angefertigt hatte, colorierte ich sie anschließend mit Aquarellfarben.
Von der Idee, Scans anzufertigen und die Coloration per Grafiktablett am Computer vorzunehmen, habe ich für's erste Abstand genommen, da mir dazu offensichtlich die Routine fehlt. Und ein brauchbares Grafiktablett...

Wenn ich es mir recht überlege, dann mag ich dieses vertraute Gefühl, Notizbuch und Aquarellkasten in der Innentasche meiner Lederjacke herumzutragen. Analog statt digital.
Wie fühlt sich ein Tablet-PC für die digitale Zeichnung an? Die Veröffentlichung im Netz einen Klick nach dem Fertigstellen der Arbeit oder gar in real-time während andere Nutzer im Netz die Entstehung der Arbeit beobachten?
Ich weiß es noch nicht. Bin aber gespannt ...

Gekritzelte Kompositionsstudien (ald)
Kugelschreiber und Aquarell. 

Diese kleinen Kompositionsstudien, die ich nun seit Jahren kritzele, verdichten sich immer mehr zu konzeptioneller Arbeit. Gedankliche Konstrukte zu Papier gebracht.
Spuren - von künstlerischen Gehversuchen.

Aufklärung.
"Sie hängt als Luftballon an einem Stein
und wird hin und wieder geworfen.
Doch trifft der Stein, nicht der Ballon." (ald)

Aufklärungsversuche

Die kleine Kritzelei kam mir in einem Seminar in den Sinn. Zuerst war da der Ballon, dann die Aufschrift, dann der Stein und wenige Momente später schrieb ich unbedacht den kleinen Text. Der Seminartitel lautet "Identität und Ideologie - Musik und die Dialektik der Aufklärung". Welche Interpretationen von Text und Zeichnung plausibel sein mögen, es ist eine Kritzelei und hat ihre Gültigkeit und Bedeutung von meiner Seite nur in diesem Kontext.

Figurenkritzeleien, Portrait, Akt und Strandszene vom 20.10.2011 (ald)
Kugelschreiber und Aquarell.

Bilderbuchillustrationen

Die Bilderbucharbeit lässt mich nicht los. Die Figuren rufen aus den Zeichnungen und wollen ihre Geschichten erzählen. Drachen und Ritter und schöne Frauen, wie diese Nackte am Strand. Daneben ein fast geordnetes Durcheinander, das ich mir gerne vergrößert aufhängen würde. Für eine Weile zur Betrachtung.

 Weiblicher Akt am Strand und Komposition ohne Titel (ald)

Das fiktive Portrait blieb solange noch ungegenständliche Kritzelei bis ich Mund und Unterkiefer erkannt und die Farben verwendete, um das Gesicht einzurahmen. Als, auf dieser kleinen Studie aufbauenden, Aufgabe gilt es nun, ein Portrait einer tatsächlichen Person in dieser Art anzufertigen.

Fiktives Portrait (ald)

Kleine gekritzelte Figuren waren auch Thema des Kunstworkshops. Das Auge sollte Kritzeleien überprüfen und entscheiden, was es braucht, um eine Figur zu erkennen. Es ist schon bemerkenswert, wie viel Ausdruck (Körperhaltung und Gestik) in solch Kritzelei interpretiert werden.
Manchmal fehlt nur etwas Farbe, ein Titel und schon lassen sich kleine Dialogszenen dazu erdichten.

Strandszene - Hund mit Pärchen (ald)
Wie das eben so ist. Passende Dialoge kann sich
jeder Hundebesitzer selbst denken.

Eine Phantasiereise auf Travel-O-Fanten

Aus der Kritzelei sollte eine Landschaft entstehen, weshalb ich das Querformat wählte. Ich wollte eine Landschaftszene erforschen und arbeitete sowohl in der Ferne als auch am Vordergrund bis ich kleine Figuren entdeckte und große merkwürdige Wesen, die wie riesige Elefanten wirkten. Ich erinnerte mich an die Olifanten (oliphaunts), die Samwise Gamgee in so großes Staunen versetzten und ihm sicherlich einen gehörigen Schrecken einjagten.
Die Elefantenwesen, denen ich begegnete, waren anderer Art. "Karawane der Travel-O-Fanten" hörte ich eine der kleinen Gestalten sagen und dann wusste ich womit ich es zu tun hatte.

Bilderbuchszene - Karawane der Travel-O-Fanten (ald)

Was sind Travel-O-Fanten?

"Sie wollen die Wüste der staubigen Ruinen Westlands durchqueren oder in den farbenfrohen Urwäldern der Sonnenschluchten auf die Suche nach den sagenumwobenen Steinen der Erleuchtung gehen? Sie sind abenteuerlich veranlagt und spüren tief in Ihrem Innern, dass sie in Ihrem Leben noch Großes sehen und bewegen werden? Dann buchen Sie eine unvergessliche Reise mit unseren luxuriösen Travel-O-Fanten!"
(Aus einer Reisebroschüre der Silberwind Reise-Agentur)

Travel-O-Fant (pl -en) 1.  Kybernetisch-Hybride Lebensform in Anlehnung an die Art der Elefanten. Die von der Designerin Claire Mux entworfenen T. sind als Reise- und Lasttiere gedacht und bieten durch ihren geräumigen Innenbereich, luxuriöse Einrichtung und hochwertige Technologie sowohl Reisekomfort als auch besondere Sicherheit auch in Gefahrenzonen. Mit einer Schulterhöhe von bis zu 17m zählen sie zur Transportklasse B und ihre Piloten benötigen die Lizenz B-TOF bzw. B-TOF-P für den Transport von mehr als 7 Personen. 2. Eingetragene Marke der Firma Wolpert&Glück.


Wenn Jobs und Uni-Seminare nicht anstünden, ich würde eine Reise mit der Karawane der Travel-O-Fanten antreten. Nun, wer selbst nicht reist, muss sich erzählen lassen. Vielleicht ist gerade jetzt die richtige Zeit dafür, die kleinen Figuren nach ihren Erlebnissen zu fragen. Wer weiß? Vielleicht berichtet mir der eine oder die andere von seltsamen Ereignissen, wunderbaren Begegnungen oder aufregenden Abenteuern?

Montag, 26. Juli 2010

Stell Dich! - Aus meinem Drachenbilderbuch

"Stell Dich!" rief der kleine Ritter dem Drachen zu.
Und der Drache setzte sich auf den Felsen. (ald)
Bleistift und Aquarell auf Papier
(Draufklicken zur Vergrößerung)

Einer meiner Projektzombies, der mich hin und wieder anstubst, ist ein Bilderbuch. Genauer gesagt, sind es die Figuren dieses Bilderbuches, die mir immer wieder vor dem inneren Auge auftauchen und mir ihre Geschichten erzählen. Sie betonen, wie wichtig es sei, dass ich sie endlich illustriere und veröffentliche. Das geht schon seit Jahren so und sie sind nicht die einzigen.

Bisher sind die Figuren auf meiner E-Gitarre, der Drachenstrat, zu finden und in einer Zeichenmappe mit Skizzen, Notizen, Texten, Dialogfetzen und Illustrationen.

Drachenstrat und Illustrationen (ald)
Bleistift und Aquarell auf Papier und Gitarre

Und so wuselt ein kleiner Ritter mit seinem Pferdchen vor mir auf dem Schreibtisch herum und erklimmt die Tastatur, um sich bemerkbar zu machen, gleichwohl er weiß, wie gefährlich die riesigen Hände für ihn und sein Reittier sein können. Hinter mir entfaltet der Drache seine ledrigen Flügel und reckt seinen Hals gähnend zur Zimmerdecke in schläfriger Geduld eines Jahrtausendtiers, das die Hektik schreibender Finger beobachtet wie ein Hund auf dem Sofa seinem staubsaugenden Herrchen oder Frauchen zusieht.

"Das Bilderbuch hätte schon vor Jahren fertig gestellt sein sollen." murmelt der Drache in mein Ohr. Jaja, denk ich. Aber das ist eine lange Geschichte!

Es war einmal vor langer langer Zeit...

Begleitend zu einem zweisemestrigen "Seminar zum Bilderbuch" an der JLU Gießen bei Prof. Dr. Axel von Criegern fertigte ich Zeichnungen, Skizzen, Notizen und allerlei Fragmente zu einem Bilderbuch, das den Namen Ritter&Drache trägt.
Das Seminar erschien insofern interessant, als Axel von Criegern selbst Illustrator ist und entsprechend Erfahrungen sammeln konnte. Zuvor hatte ich an einem Bilderbuch (Die Reise nach Irgendwo - Eine Bärengeschichte) gearbeitet, das mich zu jenem Zeitpunkt schon als Projektzombie verfolgte. Sowohl Handlung als auch Figuren wandelten sich in einem langen Prozess des Sinnens und Schaffens.

Reise nach Irgendwo, Kapitänskajüte
Ein Bär mit Schreibblockade?
Acryl auf Papier
(ald)

Vom Seminar erhoffte ich mir die nötige Struktur und Erkenntnisse über den Arbeitsprozess der Erstellung eines Bilderbuches, dem Verhältnis von Erzähltext und Illustration, sowie Praxis in der Coloration, da mich meine Aquarellarbeiten nicht zufriedenstellten.

Von Rittern, Drachen und Prinzessinnen, die in Türmen gefangen sind.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Die Handlung

Es ist die Geschichte von einem kleinen Ritter, der auszog einen Drachen zu bezwingen, um so einer gefangenen Prinzessin seine Liebe und Tapferkeit zu beweisen. Dummerweise schien es nirgendwo auf der Welt noch Drachen zu geben und anstatt die Prinzessin einfach ohne besiegtem Drachen zu befreien, begann er eine lange Queste nach dem letzten Drachen dieser Welt.

Die Tierkinder mit ihren Puppen.
Bleistift auf Papier. (ald)

Erzählt wird die Geschichte von einem Nilpferd, das zusammen mit ein paar Tierkindern die Geschichte in Form eines Puppenspiels darstellt. Es sind durch Text und Illustration verschiedene Ebenen der Narration verwoben: die eigentliche Geschichte von Ritter und Drache, die gelesene Erzählung des Nilpferds und die Darstellung der Geschichte im Puppentheater.

Ein kleines halbstarkes Nashorn, eine kleine verträumte Giraffe,
ein kleiner Elefant mit Fprachfehler, ein kleines bissiges Krokodil
und eine kleine verpeilte Hyäne.

Bleistift und Aquarell auf Papier. (ald)

Ein weiterer Handlungsstrang ist die Begegnung des Drachen mit seinen Tierfreunden, die ihn auf seiner Reise zum Mond begleiten, da er sich erhofft, dort vielleicht eine Drachenfrau zu finden. Immerhin ist er als letzter Drache dieser Welt ziemlich einsam.


Im weiten Himmel unter der Sonne.
Bleistift und Aquarell auf Papier. (ald)

Das Problem


Ich erlebte u.a. zwei Dämpfer, die mich nachhaltig verunsicherten.
  1. Axel von Criegern bezweifelte, dass das Buch jemals fertig würde, als ich ihm anbot, ein fertiges Exemplar zukommen zu lassen. ;) Das war vielleicht nur ein Witz, oder Lebensweisheit, jedenfalls traf mich das doch nachhaltig stark, zumal ich das Scheitern solcher Projekte leid war.
  2. Auf der Frankfurter Buchmesse (2004) machte mich ein Literaturagent, mit dem ich (Dank gezeichneter Visitenkarte) ein Treffen vereinbaren konnte, darauf aufmerksam, dass es keine Bilderbücher für Jugendliche und Erwachsene, wie meines eins zu werden schien, gebe. Anders gesagt: es würde niemand kaufen. Desweiteren merkte er an, dass es zwar eine Reihe guter Illustratoren und gute Texter gebe, aber eben nicht in einer Person und ich sollte doch überlegen, ob ich nicht bei den Illustrationen bliebe. Ich war etwas empört und erklärte, ich würde ihm Illustrationen und Text zu einem anderen Bilderbuchprojekt (der Reise nach Irgendwo...) in den folgenden Wochen zur Ansicht zukommen lassen.
Ich brauch kaum zu erwähnen, dass ich dem Agenten in meinem Selbstzweifeln nichts habe zukommen lassen und mich dieses ganze Erlebnis doch recht überfordert hatte. Hinzu kam, dass mich ein anderer Agent, der ausschließlich mit Illustrationen zu tun hat, einmal auf die Animationsfilmindustrie verwies und zum anderen aufforderte, zur folgenden Kinderbuchmesse nach Bolognia zu kommen und meine Arbeiten als Illustrator vorzustellen.
Italien schien mir unerreichbar weit weg, die Fahrt zu teuer, die Reise und die vielen Leute zu unbekannt und überhaupt stand ich ohne Plan da. Ich war durcheinander.

"Warum muf ich immer twei fpielen?" beschwerte sich der kleine Elefant,
der neben dem Elefanten auch den Drachen halten musste.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)


Formatschwierigkeiten

Ich wählte aus Unkenntnis ein mich ansprechendes aber kniffliges Format irgendwo zwischen A4 und A3. Das bedeutete u.a., dass ich die Illustrationen nicht ganzseitig einscannen konnte. A3 Scanner waren rar und teuer und das Stückeln mittels A4-Scanner war mir zu fummelig.

"Hyäne, Du muft mitfpielen!" ermahnte der kleine Elefant die kleine Hyäne,
die unbeteiligt an ihrem Puppenstock knabberte.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Desweiteren hatte ich weder genug Erfahrung, noch Routine im Umgang mit digitaler Bildbearbeitung. Kein Grafiktablett und keinen dafür brauchbaren Computer. Das war noch zu den (Atari-Clone-)Milan-Zeiten.
Auszug aus dem Storyboard (ald)
Bleistift auf Papier

Was vor mir liegt...

Sollte ich Zeit, Kraft und (nicht nur intrinsische) Motivation finden, um das Projekt weiter und mit einem fertigen Bilderbuch zu Ende zu führen, dann bedeutet das: lange harte Arbeit (das habe ich heute schon mehrfach gehört).
  • Das Storyboard muss neu aufgerollt werden.
  • Ich muss weiter üben, die Figuren zu zeichnen und Routine erlangen.
  • Das Format muss eventuell neu gewählt werden, so dass die weiteren Arbeitsschritte dadurch nicht behindert werden.
  • Die Art der Coloration und Weiterbearbeitung muss geklärt werden. Aquarell, Tusche oder digitale Bildbearbeitung?
  • Arbeitsmaterialien (Papier, Tusche, Grafiktablett) müssen gekauft und ein Arbeitsbereich (zeitlich und räumlich) eingerichtet werden.
  • Mit Text und Bildverhältnis experimentieren.
  • Text überarbeiten. Verhältnis von Text und Meta- bzw. Subtext abwägen.
  • Einen Verlag finden und mich am besten vor allen Schritten über diverse Anforderung der Bildbearbeitung erkundigen.
  • Feedback sammeln und Kritik ernst nehmen.
  • Weitere wichtige Dinge, die ich vergessen oder noch garnicht erkannt habe.
"Warte Welt! Hier hast Du einen Drachentöter!" rief der kleine Ritter.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Im Hinblick auf meine (Auto-)Biographiestudien ist die Geschichte des Bilderbuches, sowie die Geschichte der Figuren auch meine eigene. Ein kleiner Ritter, der auszog, um unbedingt einen Drachen zu bezwingen, um sich zu beweisen, während die eigentlichen Prüfungen im Leben woanders und garnicht weit entfernt liegen?

Wer kennt das nicht?

Dieses Gefühl etwas Wichtiges verpasst zu haben? Und die Vorwürfe des eigenen schlechten Gewissens (und anderer, die meinen dazu etwas sagen zu müssen.) Ach, hätte ich doch damals die Kraft gehabt, mich der Kritik des Literaturagenten zu stellen, ihm meine Arbeiten zukommen zu lassen! - Ach, hätte ich mich doch erkundigt und wäre nach Bologna gefahren!
Tatsache ist, dass ich die Kraft eben nicht hatte und dieses Scheitern zum Arbeitsprozess und zum Leben dazugehört. Es sind also bald sieben Jahre vergangen, in denen die Welt ganz gut ohne dem Bilderbuch ausgekommen ist. "Weil fie nicht weif, waf fie verpaft hat!" spricht mir der kleine Elefant zu.

Mir fällt dabei auf, dass ich heute immernochnicht vor die Haustür getreten bin.

"Stell' Dich!" rufen Ritter und Drache in mein Ohr und jagen einander durchs Zimmer.

(Alexander-Lars Dallmann - ald)

Speedreading: Testing Elixir - Effective, and robust testing for Elixir, and its ecosystem (Andrea Leopardi, and Jeffrey Matthias, series editor: Bruce A. Tate, development editor: Jacquelyn Carter)

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