Neulich war
WG-Flohmarkt in Gießen. Bei diesem
großartigen Ereignis laden WGs zum
Plaudern,
Kaffeetrinken,
Kuchenessen und
Trödelstöbern ein. Außerdem gibt es handgemachte Musik.
Die Atmosphäre ist friedlich und freundlich. Man achtet auf
faire Angebote und zu jedem Trödelstück gibt es
eine passende Anekdote.
Ich stellte ein paar gelesene Bücher, geschaute DVDs, Rollenspiele und meinen alten
Atari 1040 STE mit funktionierendem Schwarzweißmonitor und diversen Originalspielen aus. Darunter auch mein damaliges Lieblingsspiel
Dungeon Master inklusive dem Sequel Chaos Strikes Back.
Mir war schon klar, dass es ein paar spezialisierte Schnäppchenjäger geben würde, die sich ein paar Liebhaberstücke unter den Nagel reißen wollten, um sie gewinnbringend zu verkaufen.
Während wir (
Hamburch-Berlin) Live-Musik machten, wurden wir
zweimal im selben Lied unterbrochen, um eine offensichtlich dringende Preisfrage zu klären.
Der Mensch mit dem wichtigen Anliegen war zuvor mit seinem Smartphone beschäftigt im Internet zu recherchieren und fragte dann, was
Dungeon Master kosten solle. Weil er offensichtlich nicht warten wollte, unterbrachen wir das Stück. Ich sagte kurz: "Acht Euro." Und wir spielten erneut. Worauf wir kurz danach wieder unterbrochen wurden. Denn
er hatte es nicht passend und ob ich wechseln könne. Dass aus dem Publikum die erneute Unterbrechung mit Kommentaren sanktioniert wurde, hielt den
eifrigen Feilscher nicht davon ab, noch anzubieten, nur 5 Euro zu zahlen, die er nämlich passend hätte und wir somit nicht wechseln müssten, dann würde er gleich gehen oder so. Ich blieb bei: "Acht Euro."
In der schicken
Dungeon Master-Schachtel lagen die
Originaldisketten, die
Anleitungen, der
Originalkaufbeleg sowie die
Originalversion von
Times of Lore ebenfalls mit Anleitung.
Er wollte das Spiel angeblich für einen Freund und hatte kein Interesse an dem Atari ST und kannte sich damit auch nicht aus.
Nun, den sogenannten Freund sucht er wohl noch im Internet und will sich teuer dafür bezahlen lassen. Sollte bei einem ähnlichen Anlass wieder jemand unsere Musik stören, werde ich erstens
das Stück zu Ende spielen, zweitens
Hausverbot erteilen und drittens
den Gegenstand an echte Liebhaber
verschenken.
Hört lieber der Musik zu, setzt Euch zu den anderen, esst Kuchen, trinkt Kaffee und tauscht Euch über die Gegenstände und Anekdoten aus, anstatt das Zeug nur ohne seiner Geschichte weiterzuverhökern. (Abajetz habtaja eene.)
Wir danken den übrigen wunderbaren, freundlichen und gern gesehenen Gästen.