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Sonntag, 5. Januar 2025

a memory of a daydream

A memory of a daydream, ald, 5. Januar 2025

Aus der Kritzelei entstehen Kompositionen, Figuren, die sich in der Einbildung des Betrachtenden in Landschaften bewegen, denken, träumen, sprechen. Das Unvollständige, das Skizzenhafte wird beim dabei ergänzt, verändert, vervollständigt und animiert. Der Text bedingt die Deutung und soll im Gedankenspiel ersetzt werden, um die innere Szene zu ändern.

Eine improvisierte Bildseite, die digital mit Krita und Wacom Grafiktablett erstellt wurde.

Samstag, 6. Juli 2024

Mut. - Fluss mit Flair 2024 in Gießen

 

Der diesjährige Fluss mit Flair steht unter dem Motto Mut und findet am 7. Juli 2024 von 11 Uhr bis 19 Uhr auf der Lonystraße und der Löberstraße in Gießen statt. 

Mut. Schwermut, Sanftmut, Armut, Hochmut, Unmut, Gutmütigkeit, der Mut zum forschenden Gestalten, der Mut zur Vergebung. Stimmungen, Verstimmungen, Stolpern, Scheitern, Weitergehen.

Ich werde ausgewählte Arbeiten aus meiner Biographiefragmentmanufaktur präsentieren, das sind Selbstportraits, automatisch geschriebene Textfragmente, Skizzen, Studien, Illustrationen. Ich danke für die vorbereitende Untersützung bei Transport und Aufbau!

Der Künstler testet immer. Jeder Blick ist ein prüfender, jedes Element wird in den Zusammenhang des Gesamtwerks und möglicher Präsentationsorte gestellt. Formale Studien werden gesammelt, für spätere Projekte wiederverwendet, Lösungen konkreter Probleme und künstlerischer Fragestellungen abstrahiert. Die künstlerische Arbeit ist immer diskursiv, wirkt im Alltag, erfordert Abstand, Perspektivwechsel, Diskussion. Sie ist Werkstattarbeit und damit, Heldengeschichten zum Trotz, Ensemblearbeit. Sie erfordert Routine, stetige Optimierung von Routinen, Werkzeugepflege, Werkzeugherstellung, auch Adaption neuer Werkzeuge und Arbeitsprozesse. Sie bedarf einer kritisch-rationalen Betrachtung der Verwendung ihrer Ergebnisse und Werke.

Die Stichpunktlebensgeschichte, diese seltsame Textform, wird zur Erzählung über den Lebensweg eines Menschen durch die Welt. Die Auswahl der Ereignisse, Begegnungen und Erfahrungen hängt vom Erzählkontext, den Zuhörern, oft von der Laune des Erzählers ab. Die Erzählung und was vermittelt von ihren Zuhörern weiter- und nacherzählt wird, ist dem tatsächlichen Leben selten angemessen. Hier wird übertrieben, dort ausgelassen. Einer verdreht, der andere biegt. Wie die Ereignisse und Handlungen aller Beteiligten tatsächlich zusammenwirkten, bleibt  unerzählt; aber dass diese verwobenen Zusammenhänge existieren, muss heilsam aufgezeigt werden. So brüllte Inspector Goole in J.B. Priestleys An Inspector Calls seine wachrüttelnde Stoprede: „We don‘t live alone. […] We are responsible for each other.“

Es rettet dich nur die Hand, die dich packt und aus der Grube zieht, nicht die, die winkt und sagt: Ich will dir alles Gute.

Wer sich, wie Münchhausen, am eigenen Zopfe selbst aus der Grube heben musste, wird sich hernach vor die Entscheidung stellen, anderen die Überwindung der Hürden zu erleichtern, die er selbst schon bezwingen konnte.

Das ist der unstetige Fortschritt des Menschen, dass das nächste Scheitern auf höherem Niveau gelingt.

„Your life is your life. Don‘t let it be clubbed into dank submission.“
(Charles Bukowski, The Laughing Heart)

Samstag, 3. Januar 2015

Ein wundersames Jahr 2015

Im Juni 2015 wird der Kein Künstler Blog zehn Jahre alt. Vielleicht Anlass dafür, die diversen skizzenhaften Projekte dieser Zeit zusammenzufassen und einen Abschluss zu finden, um daraus etwas Neues zu schaffen.

Ich wünschen jedenfalls allen Leserinnen und Lesern ein frohes, heilsames und friedvolles Jahr 2015!

Freitag, 28. Oktober 2011

Reisetiere, Zen und der Verlust der Jugend

Notizen im Sonnenlicht.
Geheimnisvolles

Nach der ersten Begegnung mit Passagieren der Travel-O-Fanten recherchierte ich nach der Designerin Claire Mux in großen und kleinen Archiven und Bibliotheken und erkundigte mich bei Wolpert&Glück. Sie entwarf noch andere kybernetische Tiere. Kleine Wegbegleiter für den Alltag wie die Schildkröte, die mächtigen Travel-O-Fanten der Überlandkarawanen und die bunten Walfamilien für Ozeanreisen.

Notizen über die Designerin Claire Mux
und die Gerüchte eines geheimen Ortes,
zu dem ihre kybernetischen Tiere eines Tages wandern werden. (ald)
Kugelschreiber und Aquarell. 

Gerüchten zufolge, sind alle ihre Tiere mit einem versteckten Navigationssystem ausgestattet, das ihnen den Zutritt zu einem geheimen Ort ermöglicht. Manche behaupten, es sei eine Art Recycling-Friedhof, andere phantasieren von großartigen Schätzen.
Die PR-Abteilung der Firma Wolpert&Glück dementierte sämtliche Gerüchte über Schätze und erklärte, dass die Tiere mit einem Peilsender ausgestattet sind, der es erlaubt, ihren Status abzurufen und sie weltweit zu lokalisieren, um gegebenenfalls Reparatur- und Bergungsarbeiten vorzunehmen. Thomas Wolpert Jr. amüsiert sich gerne über Geschichten: "Natürlich können die Tiere weltweit zurückgerufen werden, so dass an der Idee des Recycling-Friedhofs irgendwie etwas dran ist. Das einzige Geheimnis, das Claire Mux in ihren Tieren versteckt hat, ist der imaginative Zauber, der sie zu so wunderbaren Begleitern macht."

Eine kleine Schildkröte als Reisebegleiterin (ald)

Sicher ist, dass die Geschichten die Phantasie beflügeln und so manchen Reisenden als Amateur-Schatzsucher in die Wildnis geschickt haben. Ein Umstand der schon längst von Reise-Agenturen für Marketingzwecke entdeckt wurde.

 Abends unterwegs - ein Travel-O-Fant (ald)
Mir sieht er zu elefantig und zu wenig o-matisch aus.

"Lotterie zu spielen ist zwar billiger, belohnt aber nicht mit einer solch bemerkenswerten Reise-Erfahrung. Die Gewinnchancen auf den Jackpot sind dabei nahezu gleich hoch," erklärte Gunild Hobelspan von der Silberwind Reise-Agentur im Interview zu einer ihrer jüngsten Kampagnen, die sich besonders an Menschen in der Mid-Life Crisis richtet.

[Was für eine gelungene Überleitung.]

Der Verlust der Jugend

Die folgende kleine Sequenz entstand während ich über die Vergänglichkeit eines Backenzahns nachdachte, den mir Karies und Baktus, eine alte Plombe und ein Taco-Chip in verschwörerischer Zusammenarbeit zertrümmerten und der letztlich gezogen wurde.

"Youth is lost only if you think of it
as possession." (ald, 26.10.2011)
Kugelschreiber und Aquarell
im kleinen roten Notizbuch.

Die Wunde heilt, Gefühl und Geschmack sind beeinflusst. Das Sprechen ist ungewohnt, hört sich innerlich verändert an. Die Zunge muss sich neu orientieren, vermisst einen alten Mitbewohner, lernt einen neuen Umgang innerhalb ihrer Umgebung. Ob sich das aufs Denken auswirkt?

Vielleicht passt der Baum dazu mit seinem Astloch. Er wächst - und vergeht irgendwann in einer merkwürdigen Beständigkeit.

Baum. (ald)

Samstag, 9. Oktober 2010

Enjoy Gießen - Kritzeleien in der Nacht

Notizen, Skizzen und Selbstportrait
bei einem Mojito Light in der Enjoy Bar, Gießen. (ald)

Durch die Nacht

Ziel- und vorbehaltlos durch die Stadt.
Die Nacht verändert das Bewusstsein, macht aus täglichen Gestalten nächtliche
und manche von ihnen betrunken.
Enjoy Bar. Billard, Kicker, Cocktails. Einer sitzt an der Wand und zeichnet.
Zwei Drivers für den Fußgänger. Notizen.
Dann zurück in die Nacht. Studentenfutter.

Das ist kein Gedicht. Mehr fällt mir grad nicht ein.

Selbstportrait und Selbstfigur
Kugelschreiber im kleinen schwarzen Notizbuch (ald)

Dienstag, 18. August 2009

Das kleine schwarze Notizbuch

Tips von Ihrem Lieblingskünstler
Ein kleines schwarzes Notizbuch: 1 Euro.
Bleistift und Kugelschreiber: als Werbegeschenk kostenlos.
Ihre Ideen: Verkäuflich!


In dieser Ausgabe Tips zum Schreiben werde ich auf die Problematik der Schriftstellerei als brotlose Kunst eingehen.

Wer kennt nicht die Geschichten von talentierten Menschen, die unerkannt und erfolglos durchs Leben ziehen, obwohl sie mehr als nur einmal von den Musen geküsst wurden und der Welt wahrlich einprägsame Gedichte, bewegende Geschichten, kraftvolle Drehbücher geben würden, ließe man sie nur!
Oft werden solche Menschen belächelt und zurecht gewiesen: Du wirst nie ein Goethe! Du wirst nie ein Picasso! Du wirst nie ein Jimi Hendrix!
Doch wie viele der Spottenden wurden schon ent-täuscht, wenn sich die Belächelten dann doch erhoben und Ihre Stimme erklingen ließen, ihre Geschichten vortrugen, ihre Bilder zeigten!

Es gibt also Hoffnung!

Damit zu Ihnen:

Lesen Sie viel?
Sind sie fasziniert von guten Geschichten?
Haben Sie auch eine Idee für einen spannenden Roman?
Haben Sie sich bisher nicht getraut, Ihre Geschichten zu veröffentlichen?
Fehlt Ihnen oft einfach die Zeit, wichtige Gedanken und interessante Einfälle aufzuschreiben?
Spüren Sie tief in sich, dass Sie der Welt mehr zu sagen haben, als Einkaufslisten und belanglose Berichte zu schreiben?

Dann fangen Sie noch heute an, Ihre wertvollen Ideen aufzuschreiben, um sie anschließend und zu einer passenden Zeit weiterzubearbeiten und zu vollenden!

Wie das geht?

Ganz einfach! Sämtliche Materialien besitzen Sie entweder schon, oder Sie können sie leicht erwerben.

1. Kaufen Sie sich ein kleines schwarzes Notizbuch!

Tip: Kleine schwarze Notizbücher gibt es schon für 1 Euro (Ich hab meine bei Karstadt in der Schreibwarenabteilung gekauft.)

2. Kaufen Sie sich einen Schreibstift, der zu Ihnen passt!

Extratip: Kugelschreiber und Bleistifte gibt es oft als Werbegeschenke! Aufgepasst und mitgenommen! (Bei IKEA gibt's Bleistifte und im Zuge der diesjährigen Bundestagswahl gibt's Kugelschreiber von den meisten Parteien!)

3. Machen Sie Notizen Ihrer Ideen!

Tip: Notieren Sie sich jeweils das Datum zu jedem Eintrag, damit Sie Ihre Ideen chronologisch nachvollziehen können! Das erleichtert weitere Schritte im Schreibprozess und gewährt Ihnen wichtige Einblicke in Ihren individuellen kreativen Arbeitsprozess!

Unterwegs, am Schreibtisch, neben dem Bett: Das kleine schwarzes Notizbuch ist ständiger Begleiter und verlässliche Alternative zu Netbooks mit kleinen Tastaturen oder sperrigen Notebooks! Leere Akkus und Ärger mit dem Betriebsystem gehören der Vergangenheit an!

Einen Kugelschreiber benötigen Sie sowieso immer und das kleine schwarze Notizbuch passt bald in jede Tasche!

Im Handumdrehen haben Sie Ihre neuesten Ideen verewigt, notieren interessante Ereignisse, Telefonnummern, Produktdetails und verknüpfen diese Informationen spielerisch zu komplexen Kontexten, die Ihnen ganze Welten für Geschichten, Gedichte oder philosophische und spirituelle Texte zu Füßen legen!

Mit dem kleinen schwarzen Notizbuch haben Sie alles in der Hand! Sie sind am Zug!

Starten Sie noch heute das selbstbestimmte bewusste Leben eines Autors! Mit dem kleinen schwarzen Notizbuch und einem kostenlosen Kugelschreiber sind sie grundlegend gewappnet, um schwarz auf weiß zu beweisen, dass Ihre Ideen dazugehören!

Extratip: Wenn Ihnen einmal nichts einfällt, dann notieren Sie doch einfach Ihre Einkaufsliste! Auch dazu ist das kleine schwarze Notizbuch bestens geeignet!

Sie wollen mit Ihren Ideen und Geschichten Freude machen? Mit Ihren Kurzgeschichten und Gedichten zusätzlich Geld verdienen?

Fangen Sie damit an, Notizen zu machen! Lesen Sie Ihre Notizen laut vor!

Lernen Sie wichtige Ideen auswendig und tragen Sie sie vor!

Sie werden hören, wie Ihre Ideen in die Welt hinausschallen und hörbar werden!

Sie hätten es vielleicht nicht geglaubt, aber es kommt alles aus Ihnen!

Tip: Wenn Sie sich einmal nicht sicher sind, steht alles in Ihrem kleinen schwarzen Notizbuch notiert!

Vielleicht fragen Sie sich, weshalb ein kostenloser Kugelschreiber und ein kleines schwarzes Notizbuch die passenden Medien für das Speichern Ihrer Ideen sind?

Ganz einfach! Sie wollen sofort loslegen und verschwenden lieber keine Zeit und kein Geld mit der Suche nach Arbeitsmaterialien, sondern können mit dem kleinen schwarzen Notizbuch schnell, spontan und überall arbeiten! Während andere noch lange grübeln, welche Farbe des Einbands denn am besten für welche Art von Ideen und Notizen geeignet wäre... sind Sie bereits am Ball und nutzen Ihre Chance!

Wenn Sie irgendwann mehr als genug Geld haben, dann können Sie sich auch Notizbücher in edlem Ledereinband mit Goldkante kaufen und mit diamantbesetzten Platinfüllfederhaltern hineinschreiben. Merken Sie sich aber, dass der Inhalt nicht besser wird, wenn die Verpackung was hermacht. Das Paket verkauft sich nur besser.

Früher oder später kommt der ultimative Sell-Out. Authentizität, Originalität werden dann egal, es geht dann um finanziellen Erfolg, um sich endlich eine Karte für eine der nächsten Edelorgien kaufen zu können und in Saus und Braus zu leben. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, denn das gehört dazu! Und deswegen gehen Sie diesen Weg!

Richtig gelesen! Sie SIND schon auf dem WEG! Und weil jeder weiß, dass der Weg das Ziel ist, können Sie sich denken, dass es von hier bergauf geht!

Ich wünsche Ihnen eine gute Reise und viel Erfolg!




Und wenn Sie einmal angefangen haben, täglich Notizen zu machen, dann kommt mit der Zeit einiges an Textfragmenten zusammen, die es zu lesen, zu sichten, zu ordnen gilt. Dann folgt ein Selektionsprozess und dabei ausgewählte Fragmente werden weiterbearbeitet bis hin zu einem Produkt, das Sie als gut und fertig zumindest aber als verkaufsfertig bezeichnet werden!

Extratip: Zerfledderte Notizbücher wirken geheimnisvoll und authentisch! Aber bitte nicht absichtlich fleddern! Das wirkt gegenteilig, nämlich total unauthentisch! (Wie ge-age-te/ge-relic-te Vintage Re-Issue Gitarren :)

Lassen Sie sich nicht verarschen. Und wenn Sie das eine oder andere an dem Artikel brauchbar fanden, dann nehmen Sie sich vor dem Halo-Effekt in acht oder auch in neun.

Ein kleines schwarzes Notizbuch ist jedenfalls ein nützliches Werkzeug, ein brauchbares Medium. Kaufen Sie nicht zwei oder drei. Kaufen Sie eins - und schreiben Sie Notizen. Falls Sie Hemmungen haben mit einem unsauberen Strich, einem falschen Kommentar das Notizbuch zu versauen oder Angst vor dem leeren Blatt Papier haben, dann befassen Sie sich doch etwas mit meinem AutoWrite-Projekt. Da geht's nämlich um etwas, das Ihnen in der Schule sicher erfolgreich ausgetrieben wurde: hemmungsloses Krikelkrakel, Schreibversuche, sogenannte Fehler und das Ablegen innerer Zensur.

Schreiben Sie! Ein Lektorat gibt es immer. Allerdings erst nach dem Schreiben!

Tip: Viele Werke im Kanon der Weltliteratur sind im Lektorat erst zu dem geworden, was sie heute sind! Nehmen Sie Kritik ernst, aber lassen Sie sich nicht durch eine, zwei oder hundert Absagen verunsichern! Sondern nehmen Sie sich vor, die Spottenden zu ent-täuschen!

Montag, 17. August 2009

on writing - stumble upon

Mein kleines schwarzes Notizbuch. So zerfleddert wie die festgehaltenen Fragmente im Innern.

Stumble Upon machte den Irrsinn des weltweiten Netzes erst richtig zugänglich. Während man bei Verwendung herkömmlicher Methoden die Suchmaschinenmonster mit mühselig gewählten Begriffen füttern musste, bevor man mit etwas Glück auf eine interessante Seite stoßen konnte, bekommt man mit Stumble Upon Internetseiten nach Vorauswahl bestimmter Lieblingsthemen empfohlen.

Zu meinen Präferenzen gehörten bis vor kurzem noch Rezepte. Keine Ahnung warum. Es schien mir das Richtige zu sein, auch über interessante Rezeptseiten informiert zu werden. Mit jeder weiteren Rezeptseite, die mir Huhn, Fisch, Muffins und Nudeln in allen erdenklichen Zubereitungsweisen vor die hungrigen Computeraugen hielt, wuchs meine Ungeduld. Und ich klickte weiter... und erhielt weitere Rezepte für Schokokuchen, Trennkost, Reverse-Engineered Fast Food für Zuhause. Kann ja jeder machen wir er will. Jedenfalls wollte ich keine Rezepte mehr sehen.

Die Rezepte wurden aus meinen Präferenzen entfernt.

Seite einiger Zeit droht ein weiteres Interessengebiet aus meiner Liste zu fallen: Writing.

Quasi jeder zweite oder dritte Klick auf den Stumblebutton wirft mich auf eine Seite mit Tips, Anregungen und lustigen Anekdoten zum Schreiben.

Romane schreiben, Bewerbungen schreiben, Gedichte schreiben, Briefe schreiben, Bestseller schreiben, Liebesbriefe schreiben, Grußkarten schreiben, Essays schreiben, Berichte schreiben, Zeitungsartikel schreiben, Kurzgeschichten schreiben, Science-Fiction schreiben, Fantasy schreiben etc. pp undundund usw. usf.

Hinzu kommen die hundert wichtigsten Top-10-Listen der häufigsten Anfängerfehler, Stilblüten, Kunstgriffe, dicht gefolgt von ellenlangen Sammlungen an Zitaten irgendwelcher Schriftsteller, Autoren und Kritiker.

Damit nicht genug, tummeln sich unter den wertvollen Empfehlungen auch noch zahlreiche Ratgeber, die ganze Bücher über das Schreiben verfasst haben und nun für unglaubliche 25,99 Euro zum Sonderpreis verkaufen! Die vermeintlichen Verkaufsseiten strotzen nur so von den Versuchen, dem geneigten Leser mittels NLP nen Knopf an die Backe zu labern, während man so gut wie kein Beispiel der exzellenten Texte, die die Ratgeber eigentlich selbst verfasst haben sollten, zu Lesen bekommt.

Es kann ja sein, dass das Universum mir mit diesen Seitenempfehlungen etwas mitteilen möchte. Ich bin bereit Universum - lass mich Deine Stimme sein ;) . Es kommt mir jedoch merkwürdig vor, dass die Ratgeberseiten zum Schreiben eines unterschlagen: die Dokumentation des kreativen Schreibprozesses, Schreibskizzen und die ganzen "Fehler", die beim Schreiben anfallen. Was macht man denn damit, mmh?

Was alle Ratgeber mitteilen, ist der Imperativ der Selektion: Geschriebenes zu vereinfachen, die sog. Lesbarkeit zu erhöhen - was kaum etwas anderes ist, als formale Kriterien zu berücksichtigen. Und bei weitem noch keinen besonderen Text ausmacht. Der ganze Mist an unnötiger Information wird aus den vielen undurchsichtigen Sätzen komplexer grammatikalischer Struktur quasi wie beim Unkrautjäten durchstöbert und alles, was nach Ansicht der Ratgeber nicht glänzt, wird ausgerupft und weggeworfen, bis gegen Ende dieses Wortmassakers nur mehr ein kleiner harmloser Rest übrigbleibt, der sich auch noch leicht ver kaufen lässt!

Nun denn. Die Schreibtips werden gestrichen. Derweil schreibe ich weiter unleserliche Notizen mit kleinen gekritzelten Illustrationen in mein kleines schwarzes Büchlein, bis die gesammelten Fragmente eines Tages gesichtet und zusammengefügt werden und daraus nette kleine Texte entstehen.

Im übrigen habe ich ein wirklich interessantes Rezept ganz nach der guten alten Googlemethode gefunden. Makronentörtchen. Diese kleinen Marzipanleckereien, die es leider kaum noch zu kaufen gibt.

Eine Schande.

Donnerstag, 17. Mai 2007

Mittwoch, 5. Oktober 2005

Venedig und die Kunst

Venedig Biennale

Ein kurzer Abriss – Nachgehen!

Es gab viel zu verpassen. Und tatsächlich machten die Menschen von dieser Chance ordentlich Gebrauch. Das, was im russischen Pavillon Programm genannt, war vielerorts Prinzip. Es dauerte ihnen gar zu lang, das Harren auf den Anfang und das Ende der Videovorführungen, den Einlass und das Gespräch mit den falschen Aufpassern. Was schrieen die noch so künstlich aufgesetzt? „Oh! This is so contemporary!“ (Tino Sehgal)
Aber, was, wenn man das nicht versteht? Und wenn man das nicht versteht, wie ist es erst in all den anderen Vorführungen? Da stolpern sie über die Sprache, die Weitgereisten, Besucher. Sie wissen nicht, wie ihnen zumute ist. Mulmig nämlich. „Was wollen die Aufpasser von uns?“ Ja, eigentlich ein Gespräch, aber dem gehe ich einfach aus dem Weg. Mit einem Lächeln: auf den Lippen und: über die tanzenden Marionetten zeitgenössischer Kunst.
„Da ist uns die Reise zum Mond schon angenehmer.“, sagen die Märchenfreunde. Das verstehen sie nämlich, den zauberhaften Film und die Musik dazu. „Und was ist mit Kolumbien?“, denke ich. Da singen Überlebende ihre eigenen Lieder. Das macht die Zuschauer betroffen und sie sagen danach: „Genial.“ Was daran? Der Effekt? Den haben wir uns selbst zuzuschreiben. Die Lieder? Nun, das ist Musik, die in anderem Kontext keiner hören will. Die Gesichter? Nein. Der Film. Die Vorführung und wir in dem Raum der Vorführung, im Kontext der Vorführung, der Ausstellung. Die Kunst. Der Künstler, der die Gesichter gefilmt, die Lieder aufgenommen und die ahnungslosen Videojunkies damit verführt hat. Deswegen staunen sie - aber nicht über die Einzelschicksale. Sie sind auch nur solange betroffen, wie sie diese Nachrichten aus Kolumbien sehen. Dann gehen sie weiter. Sie kennen nicht den Unterschied zwischen Kulturschaffenden und Kunstindustrie. Sie wissen noch nicht, wer sie sind, die Wandelnden. Und sie waren noch nicht in der Türkei.
Dasselbe in Uruguay. Dort bleiben sie einfach nicht auf dem Teppich! Sie betreten ihn nicht einmal! Und falls doch, dann war es ein Versehen, und sie schämen sich ein wenig, vielleicht auf die Träume anderer getreten zu sein. Sie suchen in der Höhe und würden doch am Boden fündig werden! So fliehen sie unbelehrt weiter. Och, aber das macht nichts. Fast gar nichts. Sie schauen lieber den Stoffgestalten zu, wie sie in die Höhe geschossen werden und erschrecken sich einmal und erwarten das andere Mal den Schrecken der Nächsten. Sie sind wie die kleinen Männer. Machen immer wieder dasselbe, die Zuschauer. Vor dem einen Bild bleiben sie stehen, sagen: „Oh!“, an dem anderen gehen sie vorüber. Einmal bleiben sie eine Weile gefangen, ein weiteres Mal fliehen sie. Vor Gummikrokodilen. Nur, wer nicht richtig hinschaut, hat Angst vor Gummikrokodilen – und wer sie nicht kennt. Das unbekannte Gummikrokodil – es holt sie alle! Da freut sich der Wilde in seinem Grabe.
Denken sie auch manchmal über ihre Geschichte nach, diese Flüchtlinge? Über ihre Identität? Das sollten sie nach der Schweiz tun. Wer aus der Schweiz kommt und nicht ungeduldig geflohen ist, der muss darüber nachdenken. Nein, muss nicht. Nur wer will.
Lucy Duarte, macht Kunst die von Armut kommt. Wer kann das noch sagen: Meine Kunst kommt von Armut. Meine Kunst kommt von Leid. Viele sagen: „Ich brauche Mittel, um Kunst zu machen. Geld, um diese Mittel zu kaufen.“ Sie haben Recht. Die Kunst, die sie machen wollen, kommt nicht von Armut. Sie kommt vom Kapital. Das ist mehr als nur Armut.
Das schnattern auch die Mandarinenenten und fragen etwas später: „Was machen Sie eigentlich mit ihrer sexuellen Energie?“ Die Ungeduldigen scheinen sie in Fluchtgeschwindigkeit zu investieren. Sie haben vielleicht noch nicht verstanden. Kunst sei Interaktion. Aber wer die Sprache nicht spricht, steht oft stumm daneben. Stumm und ungebraucht. Und dann gehen sie. Was macht die Kunst, wenn sie keine Gesprächspartner mehr findet? Sie wird einsam. Aber das ist für sie nicht ganz so schlimm – es ist der Künstler der daran leidet.
Die anderen verpassen. Zum Trost gibt es Kaffee kostenlos. Das ist nur Werbung, aber sie mögen es alle. Und so, am Ende, vielleicht von dauernder Flucht erschöpft, lässt sich sagen: „Ho, it’s only temporarily contemporary. And thank goodness.” (Alexander-Lars Dallmann)

Ein paar Bildchen


Der russische Pavillon mit dem Titel
"Escape Program - Too Long to Escape"

Eine Dia-Vorführung, auf die man sich einlassen mußte, um beim Verlassen ein Lächeln im Gesicht zu haben.
Eine sympathische Arbeit




Lucy Duarte... (Pavillon Uruguay in Venedig)








Und ein paar Kleinigkeiten, die sie gemacht hat.













"It is not poor art; it comes frome poorness." (Lucy Duarte)



(Alexander-Lars Dallmann)

Dienstag, 16. August 2005

Selbstportrait - Konzeptarbeit und Rätselei

Die Rückseite Gitarre (the muse) trägt ein Ölgemälde.

Was ist denn nun ein Selbstportrait, wenn nicht mehr Kopf, Gesicht und Schultern des Künstlers abgebildet in dessen eigenen Pinselstrichen?

Sind wir jetzt bei der Selbstcharakterisierung? Aber wie lässt sich die denn lesen?
Ist es überhauptnoch Kunst? Oder ist es Künstlichkeit?
Wer kennt denn den Künstler so, wie er sich darstellt - und wie, meinen wir denn, stellt er sich denn dar?

Hier drei kleine Ein-und Ausblicke auf meine Arbeit zum Thema Selbstprotrait.

Öl auf Leinwand, 1mx1m,2005

Alexander-Lars Dallmann

Basic Fantasy Rollenspiel - eine kleine Aktualisierung für die deutsche Übersetzung der 3. Edition

Open source fantasy roleplaying with  basicfantasy.org Für die deutsche Übersetzung der 3. Edition (OGL) von Chris Gonnermans Basic Fantasy ...