Sonntag, 3. September 2017

RPG-Blog-O-Quest September 2017 - Charaktere

Die Septemberqueste 2017 steht unter dem Titel Charaktere und wird von Timberwere ausgerichtet.

1. Nach welchen Gesichtspunkten und aufgrund welcher Inspirationen baust du deine Charaktere? Mittlerweile würfele ich entweder 3w6 in Reihenfolge und wähle die übrigen systemrelevanten Werte, um merkwürdige Figuren zu schaffen oder ich setze merkwürdige Klischees zusammen und verteile Würfel unter den Klischees.
Über die Inspiration dabei zu schreiben, d.h., den stream of consciousness zu dokumentieren oder ausgewählt davon zu erzählen, halte ich an dieser Stelle für zu aufwendig. Ich kann viele der Assoziationen und Entscheidungen rekonstruieren und erklären. Das scheint mir für ein Teegespräch geeignet.
2. Was fällt dir am Leichtesten bzw. am Schwersten beim Charakterbau und warum? Ermüdend ist das Lesen vielseitiger Listen mit Fertigkeiten, Spezialfähigkeiten usw. beim Charakterbau. Systeme, die das mit sich bringen, finde ich  daher eher langweilig. Am Ende stelle ich dann fest, dass das Versprechen "Spiel was Du willst!" (oder so) tatsächlich ein Hinweis darauf ist, dass ich ein anderes Spiel spielen sollte.
3. Recycelst du gelegentlich Charaktere, die du in einer früheren Runde schon einmal gespielt hast, für neue Runden und warum oder warum nicht? Ja. Meistens Nichtspielerfiguren. Weil die Entwicklung interessanter Spielfiguren zeitaufwendig ist und mehrere Spielrunden dauert. We want to meet the cool characters, again, and again, and again.
4. Wie stehst du zum Charaktertod? Darf dein Charakter sterben bzw. unter welchen Umständen? Gehört dazu. In der Regel, wenn die Trefferpunkte auf 0 fallen.
5. Was bedeutet Charakterentwicklung für dich? Als Spieler mit der Figur im Verlauf einer Spielserie andere Entscheidungen treffen und die Handlungsoptionen erweitern.
Die Bonusfrage beantworte ich mal nicht.

Sonntag, 13. August 2017

SC, NSC, Rollen und Spielfiguren und Wiederholungen

Spielfiguren

Wir nennen es Rollenspiel und sprechen davon, Charaktere zu erschaffen. Charaktere von Spielern werden von denen der Spielleitung unterschieden und diese Spielercharaktere, jene Nicht-Spielercharaktere genannt.
Die Spieler sagen: "Ich spiele einen Magier." oder "Ich spiele eine mal-o-fantastische Zwergenkriegerin des ölften Zauberreigens." Manch einer nennt seine Rolle beim Namen: "In dieser Abenteuerkampagne spiele ich Salogel, den flinken Waldelfenprinzling." und selten behauptet ein Spieler, jemand anderes zu sein: "Ich bin Adelheid, Königin des Sternenmeeres!"
Als Spielleiter sage ich manchmal: "Ich spiele den ganzen Rest. Die Welt." und scherzend füge ich seltener noch hinzu: "Damit die Weltordnung in guten Händen bleibt."

Die Begriffe und ihre Verwendung referenzieren Dinge und ihren Kontext und wie sie gemeint sind. Wenn ich von Spielfiguren spreche, anstatt von Spielercharakteren, dann weil ich mir auf meinem Weg als Rollenspieler eine Haltung sicherer Distanz zu den Figuren angeeignet habe. Ich will eben nicht "mehr von der ultimativen Immersion", sondern eine lebensbereichernde Spielerfahrung mit Freunden. Und wenn sie das nicht ist, dann will ich stattdessen etwas anderes Lebensbereicherndes machen. Hausmusik, beispielsweise. (Und wenn die das zu der Zeit auch nicht ist, dann will ich etwas anderes Lebensbereicherndes machen. Usw.)
Hinzu kommt, dass der englische Begriff character im Bereich der Literaturwissenschaft im Deutschen als Figur verwendet wird. Und da wir uns im Kontext eines Spiels bewegen, halte ich die Spielfigur für naheliegend. Assoziationen mit Ach-ist-doch-nicht-so-schlimm-dass-Du-verlierst-Figuren kann ich beiseite schieben.

Im Bereich der Theaterarbeit, des Schauspiels, der sich meiner Ansicht nur bedingt mit dem des Rollenspiels - und ich grenze hier auf das typische Tischrollenspiel ein - überschneidet, spreche ich davon, eine Rolle zu spielen. Zur Zeit arbeite ich an der Rolle des Detective Sergeant Trotter. Die Vorbereitung dafür, die Probenarbeit mit Ensemble und Regie ist nicht vergleichbar mit den Vorbereitungen für einen Rollenspielabend mit Freunden. Das liegt nicht nur am Skript, den Vorgaben durch die Inszenierung der Regie, den Rahmenbedingungen von Bühnenbild, Licht, Maske und Kostüm, sondern an der Intention der Beteiligten. Darüberhinaus ist die Bühne ein sicherer Ort für Selbstarbeit bei der Ergründung einer Rolle und erlaubt durch Proben sowie Aufführungen etwas, das hierfür und für das Sammeln solcher Erfahrungen wesentlich ist und im Tischenrollenspiel üblicherweise vermieden wird: Wiederholung.
Die Wiederholung und experimentelle Variation in der Ausführung mit Stimme und Körper und gelegentlich auch das Abweichen vom Skript, um die Reaktion im Ensemble und das Fortführen der begonnenen Bewegungen und damit der Handlung zu erfahren.
Diese Wiederholung und Variation eröffnet die Möglichkeit für Erfahrungen. Das Rollenspiel mit dem Zweck des Perspektivwechsels, das auch im pädagogischen Kontext stark verregelt verwendet wird, taugt nur, wenn es diese experimentelle Wiederholung einsetzt und den Teilnehmern, wie sie dann leider genannt werden, die Erlaubnis zur Variation gibt. Lassen wir die Pädagogik sowie auch Rollentheorien aus Soziologie und angrenzende Bereiche der Psychologie beiseite (und tun wir damit so, als wären wir darauf eingegangen und hätten eine Ahnung davon).
Den Diskurs um sog. Spielertypen, wie Ich-will-immer-gewinnen-Typen, soll hier außen vor bleiben. Ich verweise nur leise darauf, dass es ja gelegentlich ganz horizonterweiternd sein kann, mal was anderes zu spielen. Das gilt übrigens auch für die Leise-und-vorsichtig-Spieler, denen die extrovertierte Rolle einige hilfreiche Einblicke in neue Handlungsoptionen bieten kann.

Wiederholungen

Also, auf zu einem vernachlässigten Aspekt des Rollenspiels und gekaufter oder selbstgeschriebener Abenteuer: nämlich, dass es durchaus sinnvoll ist, ein Abenteuer oder eine Szene daraus, wiederholt zu spielen und dabei nicht nur die Durchführung und den Ausgang durch andere Zufallswerte beim Würfeln, sondern auch durch andere Entscheidungen bezüglich des Handelns der Spielfiguren experimentell zu variieren. Damit gelangt man zur Nacherzählung und Umerzählung: Da wir uns mit dem Rollenspiel im Bereich der Erzählung befinden, kann sich dieser Werkzeuge ruhig bedient werden.
Dabei ist sich in Erinnerung zu rufen: Die Ereignisse und die Erzählung zu den Ereignissen sind nicht dasselbe - das ist wie mit der Karte eines Gebiets und dem Gebiet oder dem Quatsch im Internet und der wirklichen Welt. Für jede kleine Zankerei gibt es sowohl eine Erzählung des vermeintlichen Gewinners, als auch eine des vermeintlichen Verlierers, der nicht selten mit einem umgedeuteten Sieg prahlt.
Die Erzählung über die Ereignisse wird Teil und Weiterführung der Ereignisse, und die Fiktion wirkt ihrerseits auf die addressierte Leserschaft oder allgemein auf das Publikum, das der Erzählung seine Aufmerksamkeit schenkt.
Tolkiens Herr der Ringe unterscheidet sich beispielsweise in einigen Dingen von Jacksons Herrn der Ringe. Die tatsächlichen Ereignisse lassen sich nur schwer überprüfen, und die Berufung auf originale Textquellen des angeblichen Autors ist in diesem Zusammenhang zumindestens fragwürdig. Beide Erzählungen sind Fiktion und beide Erzählungen haben ihr Publikum. Wenn sich nur genügend Zuschauer bloß an Jacksons Verfilmungen halten, dann werden Tom Bombadil und Goldbeere bald in Vergessenheit geraten. Abgesehen von kleinen Geheimgesellschaften, die das wahre Wissen um den Herrn der Ringe in Artefakten der Popkultur verschlüsselt von einer Generation an die nächste weitergeben, wird sich keiner um die beiden kümmern. Die Umerzählung, Nacherzählung und Neudichtung des Herrn der Ringe halten sicherlich manche für unpassend und ein weiteres Remake für unwahrscheinlich (Ich bin nach wie vor für eine Serie, die die Reise der Gefährten über mehrere Staffeln verfolgt.), aber sie ist möglich. Und weil es sich um Fiktion handelt und es hier um Spiel geht, lassen sich solche Umerzählungen experimentell nutzen. Die Rezeption (Lesen oder Sehen) beider Fassungen bietet ihrem Publikum unterschiedliche Erfahrungen, was mir nicht ganz unwichtig scheint.

Entscheidend ist, dass nicht nur eine dieser Erzählungen als alleingültig weitererzählt wird, sondern, dass, so wie beide Erzählungen (des Gewinners und des Verlierers) über eine Zankerei erhellend und wesentlich für die Streitschlichtung sein können, im Zusammenhang mit wiederholten Abenteuern, die Spieler Erfahrungen machen, die sie für Vergleiche, Diskurse und die Erweiterung ihrer Handlungsoptionen in späteren Spielen nutzen können.

Wer besser Spielen und Spielleiten können möchte, darf sich gerne daran versuchen. Wie auch beim Gitarrespielen, Karatekatalaufen usw. ist es sinnvoll die Übungen zu variieren: Wer behauptet, man müsse mindestens zehn Jahre lang "Silvanas Befreiung" mit allen möglichen Helden des Schwarzen Augen spielen, bevor man sich Spielmeister des ersten Grades nennen darf, verschließt sich und andere möglicherweise vor vielen schönen Spielerfahrungen.

Wiederholung und experimentelle Variation sind wesentlich für künstlerische Studien, für Versuche in Komposition und Improvisation, beim Kochen und beim Küssen.

So viel dazu, erstmal.

RPG-Blog-O-Quest August 2017 - Spielleitung

Die Augustqueste dieses schönen Jahres (2017) wird ausgerichtet von jaegers.net, und die Fragen drehen sich um Spielleitung.
  1. Am liebsten spiele ich Rollenspiele in einem gemütlichen, passend beleuchtetem Raum an einem Tisch mit ergonomischen Stühlen und genügend Platz für alle Spielmaterialen, Getränke und Knabbereien und mit einer Musikanlage zur Hand, denn dort lässt es sich gut spielen und reden.
  2. Ich bin seit mehr als zwei Jahrzehnten gerne und meistens Spielleiter, da sich in den ersten Tagen, als ich mich mit den Helden des Schwarzen Auges auf den Weg ins Abenteuer machte, niemand freiwillig zeigte, sich in die Regeln einzulesen und eine Spielgruppe zu moderieren, aber und daran hat sich bisher nichts geändert.
  3. Als Spieler bin ich zur Zeit eher am Computer in Abenteuerwelten unterwegs, denn a) siehe 2. - es leitet niemand sonst und b) führe ich insgeheim Studien durch, um die Zusammensetzung des perfekten Computerrollenspiels zu finden und für die Spielwelt nutzbar zu machen.
  4. Meister, Gamemaster (GM), Spielleiter(in) oder Spielleitung (SL) – die Bezeichnung ist mir fast schnuppe, jedoch bevorzuge ich im Englischen game master und im Deutschen Spielleiter. Und da ich kürzlich davon las - für sog. (non-)player characters bevorzuge ich den Begriff Spielfiguren.
  5. Wie bereitest du dich auf eine Spielrunde als Spielleiter und als Spieler vor? Als Spieler entwerfe ich meine Spielfigur und wecke meine Erinnerungen an vergangene Spielrunden mit einer besinnlichen Rückschau und anhand meiner Notizen. Als Spielleiter mache ich das ähnlich, nur dass ich mich auf wesentlich mehr Spielfiguren, Handlungsfäden und Ereignisse erinnere und vorbereite. Die Spieler sehen meist ihre Perspektive und ihre Deutung der Ereignisse aufgrund ihrer Spielerfahrung und Notizen. Was tatsächlich geschieht oder geschah, deckt sich ja nicht immer damit.
  6. Und weil wir mitten in der Convention Saison stecken noch die traditionelle Bonusfrage: Auf einer Rollenspiel Convention spielte ich bisher garnicht mit, weil ich noch auf keiner Convention darüber nachdachte, teilzunehmen. Vielleicht beim nächsten Mal.

Wie RPG-Blog-O-Quest funktioniert?


Und für die, die den monatlichen RPG-Blog-O-Quest immer noch nicht kennen, ist hier auch noch einmal die Erläuterung zu der monatlichen Aktion zusammengefasst:
  • An jedem Monatsersten stellen unterschiedliche Blogs, organisiert über das Forum auf RSP-Blogs, dem Rollenspielvolk fünf Fragen und oft eine Bonusfrage (in der Regel in Form von Lückentexten), um deren Beantwortung auf Blogs, in Podcasts, in Vlogs oder in Foren gebeten wird.
  • Jeder Monat erhält ein Hauptthema, um das sich die Fragen drehen.
  • Über die Zusendung der Links freuen sich die Ausrichter.
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, die Fragen zu beantworten, ist herzlich Willkommen.
  • Die “RPG-Blog-O–Quest” Logos dürfen selbstverständlich in den Beiträgen benutzt werden.

Sonntag, 7. Mai 2017

RPG Blog-O-Quest Mai 2017 - Rollenbrettspiele

Die RGP Blog-O-Queste wird in diesem Monat von Spiele im Kopf ausgerichtet. Beiträge teilnehmender Blogs werden in dem entsprechenden RSP-Forumsthread gesammelt.

1. Hast Du bereits ein Brettspiel gespielt, das Dir ein vergleichbares Erlebnis wie ein Rollenspiel vermittelt hat? Nö.

2. Brettspiele buhlen gerade auf Kickstarter mit opulenter Ausstattung wie Miniaturen, Spielbrettern und Markern. Hast Du schon ein Brettspiel für Komponenten ausgeschlachtet, die Du dann im Rollenspiel eingesetzt hast?
Nö. Und mich sprechen diese Spiele nicht an.

3. Spinnen wir diesen Gedanken weiter: Einige Systeme bieten inzwischen Einsteigerboxen an, die eben mit Bodenplänen, Markern oder fertigen handlichen Beispielcharakteren das Erlernen eines neuen Rollenspiel greifbarer machen. Vermisst Du in diesen Produkten noch weiteres hilfreiches Material, oder sähest Du vielleicht gern, dass weiterführende Publikationen das Boxkonzept mit beigefügten Komponenten fortführten?
Solche Einsteigerboxen mit Kartenmaterial usw. haben ihren Reiz, weil Schachteln etwas Geheimnisvolles an sich haben können. Vorgefertigte Spielfiguren fand ich meist uninteressant, wobei die Templates bei Star Wars d6 und die Archetypen bei Shadowrun meiner Erinnerung nach ganz gut funktionierten. Hilfreiches Material finde ich eine gute Idee. Würfel, Charakterdatenblätter, Kopiervorlagen für Karten, Checklisten für Spielvorbereitung, Leselisten für weiterführende Literatur, Recherchetips, Spielanekdoten...
Ich verfolge aus dem Augenwinkel, wie Spieler sich ihre eigenen Papierminis für ihre Spiele entwerfen. Die lassen sich mit Karten und Bodenplänen zur Veranschaulichung oder für Miniaturregeln oder für eigene Brettminispiele verwenden. Das ist einigermaßen spannend.

4. Einige der beliebtesten Rollenspielwelten wie z. B. DnD, DSA oder Warhammer setzen parallel auf Brettspielumsetzungen. Kommt bei Dir auch davon etwas regelmäßig auf den Spieltisch?
Nö. Kein Interesse.

5. Als Abenteuermodul für das Rollenspiel ein alter Hut, bei Brettspielen ein neuer Trend und als Abzocke verschrien: Kampagnen- und Einmal-Spiele wie zum Beispiel Pandemic Legacy, T.I.M.E Stories oder Escape Rooms wollen neben einem einmaligen Spielerlebnis erst gar keinen Wiederspielwert bieten. Reizen Abenteuermodule und derartige Brettspiele Dich dennoch?
Nö-ö. Update: Übrigens kann man Abenteuermodule mehrfach spielen. Auch mit den gleichen Spielfiguren. Tatsächlich halte ich das für eines der spannendsten Dinge, die das Rollenspiel zu bieten hat! Nach- und Umerzählung, das Ausprobieren unterschiedlicher Herangehensweisen an gleiche oder ähnliche Situationen.

Bonusfrage: DnD 5e erscheint dieser Tage überraschend in einer deutschen Fassung. Hast Du auch Interesse an einer Übersetzung der aktuellen DnD-Brettspiele wie etwa Lords of Waterdeep oder Dungeon? Nö-ö-ö!

Sonntag, 5. März 2017

RPG-Blog-o-Quest März 2017 - SciFi-Tech und Magie

Greifenklaue initiierte die Märzqueste rund um Technik und Magie.

  1. Magie und Technik im selben Setting sind, wie im wahren Leben, nicht immer das, was man den Geschichten, Rezensionen und Werbevideos nach erwartet. Ganz abgesehen davon, dass beide in manchen Anwendungsfällen erstaunlich fehleranfällig sind. Wie kam jemand auf die Idee, Magie und Technik zu trennen und auf verschiedene Settings aufzuteilen? Das klingt so, als würde das eine die Funktionstüchtigkeit des anderen ausschließen.
  2. Ein abgestürztes UFO als Dungeon klingt nach einer Variation des "Die Schrecken des Magierlabyrinths"-Themas.
  3. Hast Du schonmal einen Roboter/Droiden/Cyborg gespielt und war das wie bei jedem anderen {N}SC oder hatte das eine besondere Note? Ja, als NSC. Klischeebedingt verstellte ich meine Stimme entsprechend. (Schonmal aufgefallen, dass die Kanonenfutterdroiden aus Episode Eins wie ein billiges Upgrade von Stephen Hawkings Sprachcomputer klingen?)
  4. Was hältst Du von einem Ansatz wie bei Numenera, wo Technik zur Magie wird? Bedingt interessant für Leute, die sich gerne an das Clarke-Zitat erinnern.
  5. Was hältst Du von Magie {PSI/ die Macht} in SciFi-Settings? Siehe Antwort zur ersten Frage.
Außerdem gibt es eine Bonusfrage – diesmal wieder passend zum Karneval Rollenspiel und Bücher:
Welches war das letzte Buch, welches Dich rollenspielerisch beeinflußt hat, ohne ein Rollenspielbuch zu sein? Inwiefern hat es Dich beeinflußt? In letzter Zeit lese ich hauptsächlich Bücher, die mich wenig an Rollenspiel denken lassen - und das beeinflusst mich auch rollenspielerisch.

Samstag, 22. Oktober 2016

[magic item] Staff of the Spring Woman

A woman was known to carry a sacred staff on her journeys between villages where she tended the sick. She became to be known as Spring Woman, because she was thought to bring renewal, birth and healing. After her death her body and her few belongings were burnt and stored in an urn. Some of those old enough to remember will tell that those ashes then were stolen, or distributed among the villages where they are kept in sacred places to honor her life among the people.

This wooden quarterstaff is a +1 magic weapon. Upon command word it turns into fine crystal dust, and changes into its original and complete shape and form upon another command. When the weapon gets damaged or destroyed it can be repaired by turning it into crystal dust and reassembling it. The command word must be uttered within 15' radius of the staff or particles of its dust in order to have an effect.
1d3 healing spells are randomly stored upon reassembling the staff. They work as if cast by a 7th level cleric. When a spell is randomly determined a magic symbol appears edged into the staff, so the wielder knows which spells are available. The spells are activated by touching the symbol with the intent to heal a specific creature or character.
It was not known what deity granted the magic of the staff. Rumors of the villagers suggest that the Spring Woman herself was a petty goddess.

roll d12 for random spell
1. cure blindness
2. cure disease
3. cure light wounds
4. remove fear
5. purify food & water
6. cure serious wounds
7. remove curse
8. neutralize poison
9. regenerate
10. restoration
11. heal
12. raise dead

Donnerstag, 15. September 2016

RPG Blog-O-Quest September 2016 - Das liebe Geld

Die Septemberblogqueste wurde von Greifenklaue gestartet und dreht sich ums Geld.
  1. Wie groß ist Dein durchschnittliches monatliches Rollenspielbudget {z.B. bezogen auf ein Jahr geteilt durch zwölf}? Dieses Jahr gab ich kein Geld für Rollenspielmaterial aus. Das Budget wurde in den Bereich Programmierung überführt. ;)
  2. Wieviel gibst Du typischerweise für eine Sitzung aus und wo ist Deine Schmerzgrenze {z.B. für Essen, Knabbereien, Trinken, Anfahrt, Material, … – ich komm da mit Anfahrt und ggf. einer größeren Essensbestellung öfter mal auf 20 Euro.}? Getränke und Zutaten zum Kochen werden in der Regel geteilt. Ein paar Kopien kommen vielleicht dazu, ansonsten ist Spielmaterial vorhanden.
  3. Für welche Art von RPG-Gimmicks würdest Du Geld ausgeben {z.B. im Rahmen eines Kickstarts, vielleicht magst Du aber auch die DSA-Notizbücher oder Cthulhu-Plüschies}? RPG-Gimmicks interessieren mich nicht besonders. Ich habe aber irgendwo noch eine alte Shadowrun-Anstecknadel, die ich gerne wiederfinden würde. :)
  4. Bei DSA oder Earthdawn gab es zuletzt drei unterschiedliche Ausgaben: die saugünstigen Sparausgaben mit wenig Illus, die Normalausgabe und die teurere Sammlerausgabe, z.B. in {Pseudo}-Schlangenleder für Earthdawn. Welche Art Ausgabe bevorzugst Du für Dein Lieblingssystem, welche für ein System, welches Du mal eben ausprobieren möchtest? Und wo wir gerade dabei sind: Numenera hat es vorgemacht … Box oder Hardcover? Oder ganz anders? Ich mag lesbar gesetzte Schwarzweißdrucke. Gerne in einer Schachtel.
  5. Spendenaktionen im Rollenspiel, egal ob die Ulisses-Charity auf der Ratcon {via Nandurion}, das Bundle of Holding oder Spendenbundle bei DriveThru / RPG Now – wie stehst Du dazu? Das Bundle of Holding gefiel mir manchmal ganz gut, weswegen ich entsprechend ein paar PDF-Bundles kaufte, z.B. RuneQuest 6. Spenden geht auch ohne Bundle, und prinzipiell stehe ich solchen Aktionen kritisch gegenüber.

Montag, 18. Juli 2016

RPG Blog-O-Quest Juli 2016 Fantasy

Die Juli Blog-O-Queste von Greifenklaue dreht sich um Fantasy.

1. Lieber Low- oder Highfantasy? Warum?
Fantasy.

2. Mein liebstes Crossover mit Fantasy ist Shadowrun, weil ich damit einige feine Spielrunden mit Freunden hatte.

3. An Oldschool gefällt mir das hier:
Spieler, die Karten zeichnen, nur ein paar Minuten zum Erwürfeln ihrer Spielfiguren benötigen, Kämpfe fürchten und später Geschichten von ihren überlebten Zufallsbegegnungen erzählen.

4. Im ausgelaufenen Monat war Drachen das Thema des RSP-Karnevals. Meine liebste RPG-Anekdote mit Drachen ist der Endkampf gegen den roten Drachen in dem Computerrollenspielklassiker Dungeon Master. (Ich danke Christoph für die Unterstützung!)

5. Welches ist Dein favorisiertes Fantasyvolk? Warum?
Gnome. Sie tauchen im Hintergrund von mehreren Mad-Kyndalanth-Kampagnen auf. Merkwürdigerweise meist als magiekundige Wächter der Portale zur Anderwelt. Ich hab sie dabei liebgewonnen.

Blauer Gnom. Wie hier schonmal veröffentlicht.

Dienstag, 7. Juni 2016

Mit leichtem Gepäck

Wie ich als begleitender Gitarrist nach Irland reiste, um zwei Konzerte im Rahmen des International Dublin Gay Theatre Festival 2016 zu spielen.

Aus einer Zusammenarbeit am englischsprachigen Gießener Keller Theatre erwuchs eine kleine musikalische Projektarbeit, die drei Konzerte umfasste: ein Warm-Up auf Gießens Kleiner Bühne und zwei in Dublins Cobalt Cafe.

Vom Traum der Menschheit und grenzenloser Freiheit

Mein letzter Flug lag etwa 14 Jahre zurück, und ich begann meinen Reisetag mit einiger Vorfreude auf die Wolkenlandschaftschau, die mich während des Flugs staunen lassen sollte. Was ich stattdessen während der gut zwei Stunden dauernden Flugzeit erblickte, war dieses blöd grinsende Gesicht im Sitz vor mir.



Zugegeben, es ist meiner Höflichkeit geschuldet, dass ich meinen reservierten Fensterplatz zugunsten einer älteren Dame aufgab, die die Sitzreihe mit ihren Verwandten für sich in Anspruch genommen und meinen Fensterplatz wohl versehentlich mit übernommen hatte. Ich wich auf den ihr eigentlich zugewiesenen Sitzplatz aus. (Offensichtlich ist Sitzplatzverwechselung kein Einzelfall, weswegen die Flugbegleiterinnen deutlich daraufhinweisen, nur die eigenen Plätze einzunehmen.)
Bei meinen Beobachtungen während des Fluges, stellte ich fest, dass die meisten Reisenden entweder auf ihrem Smartphone herumwischten, gelangweilt Hochglanzmagazine blätterten oder schliefen. Nach 14 Jahren reise ich mit einem Flugzeug, dieser bemerkenswerten Errungenschaft menschlicher Ingenieursleistung und sehe nichts von der Welt! Stattdessen werde ich von diesem Sitz vor mir beobachtet. Versuche ich den einen oder anderen Blick über meine Sitznachbarn hinaus durch das kleine ovale Fenster zu werfen, fühlen die sich sogleich angestarrt, und das Fenster verbirgt mehr, als dass es zeigt. Das Sitzgesicht grinst mich weiter blöde an, als freute es sich hämisch. Danke Sitzdesigner, Du hast Dir sicherlich lange Gedanken gemacht, um einen so freundlichen Sitz zu entwerfen.
Mir kamen zwei naheliegende Erklärungen für die kleinen Fenster. Zum einen mag es konstruktionsbedingt notwendig sein, die Fenster klein zu halten. Das müsste ich recherchieren, da mir das ungewöhnlich vorkommt, da das Cockpitfenster schließlich auch groß und frontal gegen den Luftwiderstand ausgerichtet ist. Naheliegender scheint mir, dass findige Psychologen, die sich mit flugängstigen Passagieren beschäftigten, in ausgefeilten Studien herausgestellen konnten, dass kleine Fenster die Aufmerksamkeit der Fluggäste weniger auf sich ziehen und diese somit mehr Zeit mit ausgelegten Duty Free-Shoppingmagazinen verbringen und sowohl an Bord als auch am Flughafen freudiger Einkaufen. (Und sei es nur um sich für das brave Überleben des Flugs zu belohnen.)
Der dritte Grund traf meine Gemütslage besser. Er liegt in der boshaften Ironie menschlichen Schaffens, der großen Pläne und deren Ausführung: die Pioniere, Ingenieure und Designer entwarfen das Flugzeug, um die Welt von oben zu bestaunen, ihre Geheimnisse zu erforschen, den Zauber des Fliegens zu erfahren! Und all das Schaffen gipfelt in einem Flugzeug, das viele Menschen durch die Lüfte und über die Welt befördert und die Reisenden von allem nichts sehen lässt.

In Dublin angekommen, wurde ich erwartet und lernte das irische Busfahren kennen. Das unterscheidet sich vom Gießener Busfahren folgendermaßen. Beim Einstiegen grüßt man sich gegenseitig und verabschiedet sich beim Ausstieg. Gegenseitig meint hier den Busfahrer und die Fahrgäste. Und ich rede von Irland. In Gießen grüßen Busfahrer nicht. Man weiß nichtmal, ob sie überhaupt sprechen. In Irland warten Busfahrer auf zur Haltestelle eilende, schwere Taschen tragende, potentielle Fahrgäste. Allerdings sind Gießener Busse pünktlich. In Irland wartet man tatsächlich auch mal etwas länger auf den Bus, weil sich die Busfahrer noch beim Eis in der Sonne miteinander unterhalten. Das erinnert mich an eine Anekdote über eine Berliner Postfiliale, in der es für die Mitarbeiter eine Tischtennisplatte gegeben haben soll. Von den vielen Serviceschaltern wurden nicht alle besetzt - und konnten nicht besetzt werden, weil die entsprechenden Mitarbeiter noch in einem Tischtennismatch gebraucht wurden.

Eine weitere Kuriosität des irischen Straßenverkehrs ist das Geheimnis der Ampeln. Autofahrer, so sehr sie auch eilen - wie Taxis es vermutlich überall auf der Welt tun - halten an roten Ampeln, während irische Fußgänger immer und überall die Straße überqueren, sofern gerade keine Autos fahren oder sie eine Lücke geschickt ausnutzen können. Touristen erkennt man daran, dass sie in Dublin an den roten Fußgängerampeln auf grün warten.

Nachdem das Gepäck in dem kleinen Bed&Breakfast abgestellt worden war, ging es auf erste Erkundungstour durch die Straßen Dublins, zum Ticketpopupshop des Festivals, zum Cobalt Café, um den Aufführungsort kennenzulernen und Absprachen zu den Aufführungen zu machen. Dann wurden Veranstaltungen des Festivals besucht. Irish Pub Food.

Der Gießener Gig erfolgte mit E-Gitarre und Gesangsverstärkerung, während für Dublin ein verstärktes Akustikgitarrenset, Gesangsverstärkung und ein professioneller Tonmensch zugesagt war. Wie sich wenige Tage vor Anreise herausstellte gab es von all dem nichts, weswegen die Auftritte komplett unverstärkt stattfanden. Die Akustikgitarre wurde vor Ort geliehen.
Ich bin E-Gitarrist. Akustikgitarren spiele ich so wie ich E-Gitarre spiele: mit den Fingern. Der Unterschied zwischen beiden Instrumententypen ist die Übersetzung der Fingerarbeit an den Saiten. Mit gefallen die Gegebenheiten und Möglichkeiten der E-Gitarre mit ihrer Verstärkung und Klangveränderung besser als die der Akustikgitarre.
Es freute mich daher, dass so viele Gäste anschließend auf uns zukamen und sich für die Musik bedankten.

Programmieren und so

Land of Lisp auf dem Schreibtisch

Seit dem vergangenen Jahr beschäftige ich mich in einem neuen Anlauf und mit Entschiedenheit mit dem Lernen von Programmierung. Eine kleine Handbibliothek vornehmlich gebrauchter Fachbücher begleitet mich dabei. Nach Learn Python the Hard Way und Einblicke in Perl schmökere und programmiere ich mich durch Struktur und Interpretation von Computerprogrammen (im Link die englische Fassung) und Land of Lisp.
Ich kann noch nicht absehen, wohin mich die Reise führt. Auffallen tut mir, dass ich mich zu Lisp, Guile/Scheme und C hingezogen fühle. Zwei feine Bücher über Computergrafik habe ich ebenfalls finden können: Computer Graphics 2nd Edition in C und eine alte OpenGL Superbible 4th Edition über OpenGL 2.1, das von Guile unterstützt wird.

Die Notensatzsoftware LilyPond ist in Guile/Scheme und Frescobaldi in Python geschrieben. Der Quellcode der Software eignet sich also auch zum Studium.

Was die Computergrafik und digitale Malerei angeht: Krita ist in Version 3.0 erschienen und bietet nun Möglichkeiten zur Animation und steht ab sofort als Appimage zur einfachen Installation zur Verfügung.

Lektüre, die auch ohne Strom geht.

Mittwoch, 1. Juni 2016

RPG Blog-O-Quest Juni 2016 Science Fiction

Der Würfelheld eröffnete die Blog-O-Queste für den Juni und befragt zu Science Fiction.

1. Wie bist Du zur Science Fiction gekommen?
Über seltsame Science Fiction-Filme wie Louis und die außerirdischen Kohlköpfe, Star Trek, Star Wars, Alf und etwas langweilige Jugendbücher sowie die etwas spannenderen Klassiker von Asimov, Clarke usw., die ich aus der lokalen Bibliothek lieh. Ich liebe Bibliotheken. Später interessierte ich mich dann mehr für Cyberpunk und wiederum später für Vernetzung, den gesellschaftlichen Wandel durch Technologien, den Diskurs darüber und die Kritik. Also, wesentliche Aspekte von Science Fiction. Mein erster Berufswunsch war Astronaut, der zweite Pilot. Vermutlich hätte ich mich nicht davon ablenken lassen sollen. :)
In den englischen Literaturwissenschaften wählte ich Utopien und Science Fiction als Schwerpunkt und ließ mich über William Gibson prüfen. Im weiteren Sinne beschäftigte ich mich im Rahmen meiner Examensarbeit zum Thema Netzkunst und Netzkultur damit und mit Verknüpfungen zu Philosophie, Religion und Anthropologie.

2. Was macht für Dich den Reiz dieses Genres aus?
Gedankenexperiment, Mythos, Propaganda.

3. Welche SF Rollenspiele hast Du schon gespielt und was war das Besondere an ihnen?
Wir spielten hauptsächlich Star Wars WEG und Shadowrun, und ich erinnere mich an eine Science Fiction-Runde mit einem Traveller/Saga-System-Mash-Up. Als Rollenspiellektüre gefielen mir auch Space Opera und Expendables.

4. Welcher SF Hintergrund, ob Rollenspiel, PC-/Konsolengame oder Roman ist Dein absoluter Favorit und warum?
Literatur: Stanislaw Lem - Sterntagebücher, Entdeckung der Virtualität. Weil er so manches auf den Punkt brachte.
Film und Fernsehen: Raumpatrouille Orion, Alf, Firefly/Serenity, Farscape, Star Wars, Raumschiff Enterprise ... Wegen der Albernheit, die sie offenbaren.
Computerspiele: System Shock, Fallout 3, Wastelands 2, Starflight, Frontier - Elite 2, Syndicate, Starglider 2, ...

5. Welche SF Hintergrund sollte unbedingt in einem Rollenspiel umgesetzt werden und warum?
Keene Ahnung. Was gibt es denn noch nicht oder ließe sich nicht mit geringem Aufwand mit den diversen vorhandenen Spielsystemen umsetzen?

Speedreading: Testing Elixir - Effective, and robust testing for Elixir, and its ecosystem (Andrea Leopardi, and Jeffrey Matthias, series editor: Bruce A. Tate, development editor: Jacquelyn Carter)

Testing Elixir Die späte Schnelleselektüre dauerte fünfundreißig Minuten und zwanzig Sekunden, und ich hatte sie zuvor auf fünfunddreißig Mi...