Sonntag, 25. September 2011
Montag, 1. August 2011
AutoWrite 41 - einen Sommer lang
Zeit, sich in die Wellen zu werfen.
AutoWrite 41 - Einen Sommer lang (ald - 01.08.2011)
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Dienstag, 19. Juli 2011
Kunst ist kein Fastfood - Hiroyuki Masuyama "1000 Blumen" in Gießen
Vom 17. Juli bis 18. September 2011 zeigt die Kunsthalle Gießen in der Ausstellung "1000 Blumen" Arbeiten von Hiroyuki Masuyama.
Die Notausgangtür war leicht angelehnt. Ich betrat das Gebäude am Berliner Platz und passierte eine Tischgesellschaft, von denen manche mich anblickten, als sei ich ungebetener Gast. Aber ich war Besucher.
In der Kunsthalle stille Atmosphäre, Licht und eine große Kugel, die meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Sie ruhte dort auf einem weißen Podest. Eine offene Klappe, wie die Luke eines kleinen selbstgebauten Kugel-UFOs, lud mich ohne Worte auf eine Reise ein. Ich sah mich um und setzte mich dann, um mir die Schuhe auszuziehen.
Eine Reisebegleiterin in Schwarz war bei den Vorbereitungen behilflich und schloss die Luke hinter mir.
Raum und Zeit
Drinnen klingt die Welt anders. Das eigene Flüstern schallt lauter in der Weite des Weltraums. Sterne leuchten um mich herum, tanzen ruhig mit jedem Atemzug.
Draußen eine Blumenwiese, zehntausend Selbstportraits des Künstlers, ebensoviele Galaxien und die 27 Meter lange Dokumentation einer Weltreise. Das alles kann nicht so interessant sein wie die Erfahrung in der Weltraumkugel. Trotzdem verweilen die Besucher vor den leuchtenden Arbeiten, spazieren an den Arbeiten vorbei und verlängern die Wände mit jedem ihrer langsamen Schritte.
Ich liege im Dunkeln, greife mit den Händen nach den Sternen und lausche. Ungeduldige Stimmen in der Warteschlange zur Weltall-Meditation.
"Ist da noch jemand drin?"
"Ja."
"Wie lange dauert das noch."
"Bis der Besucher klopft."
Zur Rezeption der Arbeit "O" gehört es, sich nicht drängeln zu lassen. Es handelt sich um einen inszenierten Meditationsraum. Es reicht nicht aus, ein schnelles Handy-Foto zu machen, um zu sagen "Ich war hier." Die sinnlich-ästhetische Erfahrung ist kein kurzes Rein und Raus.
Ich klopfe noch lange nicht. Aber viel zu früh.
Ästhetische Erfahrung
Die ästhetische Erfahrung, die Sie gerade machen, könnte ähnlich dieser sein: Sie sitzen auf ihrem Stuhl und starren auf den Bildschirm. Tragen dabei ihre Kleidung, vielleicht eine Tasse in der Hand, die Maus in der anderen. Surren des Lüfters, Zehen in den Flipflops kratzen an der Fußleiste, um das Jucken unter den Nägeln zu beenden. Der Kaffee ist lauwarm, zu kalt eigentlich, riecht aber noch nach 6,99 Euro und soll darum nicht weggeschüttet werden. Im Rücken ein Druck von Kandinsky, goldgerahmt. - Kandinsky, weil es drunter steht. Wie in unzähligen Arztpraxen, die als Ausstellungsräume dieser Kunstdrucke das bedrückende Warten, peinliches Schweigen und das flüchtende Blättern in belanglosen Zeitschriften als ästhetische Erfahrungen dazuschenken. - Auf dem Schreibtisch ein Kaffeeabdruck der Tasse. "O" ein dunkler Ring. Monochromatisches Symbol einer Unendlichkeit. Weggewischt mit Taschentuch oder Hemdärmel.
Wer ästhetische Erfahrungen machen will oder sich fragt, was das genau sei und wo man sie findet, weshalb sie nicht nur in den Kunstunterricht gehören, der kann mit der Wahrnehmung von Selbst und unmittelbarer Umgebung anfangen und ein paar Schritte weiter gehen. In die Kunsthalle Gießen.
Führungen können gebucht werden. Neugierige gehen selbst drauflos. Spontane wandeln die Wartezeit an der Bushaltestelle Berliner Platz in eine Abenteuertour.
Wer möchte darf eigene Fotos mit der Begegnung der Arbeiten einreichen und am Diskurs teilnehmen.
Der Eintritt ist kostenlos und der Besuch nicht umsonst.
Digitale Bilder analog präsentiert.
Mit Handy wiederum digital gewandelt, hochgeladen
und von ihrem Bildschirm analog gewandelt.
Mit Handy wiederum digital gewandelt, hochgeladen
und von ihrem Bildschirm analog gewandelt.
Hineingestolpert
Die Notausgangtür war leicht angelehnt. Ich betrat das Gebäude am Berliner Platz und passierte eine Tischgesellschaft, von denen manche mich anblickten, als sei ich ungebetener Gast. Aber ich war Besucher.
In der Kunsthalle stille Atmosphäre, Licht und eine große Kugel, die meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Sie ruhte dort auf einem weißen Podest. Eine offene Klappe, wie die Luke eines kleinen selbstgebauten Kugel-UFOs, lud mich ohne Worte auf eine Reise ein. Ich sah mich um und setzte mich dann, um mir die Schuhe auszuziehen.
Eine Reisebegleiterin in Schwarz war bei den Vorbereitungen behilflich und schloss die Luke hinter mir.
Mit Leinenhemd vor Hiroyuki Masuyamas Blumen - 17. Juli 2011
Raum und Zeit
Drinnen klingt die Welt anders. Das eigene Flüstern schallt lauter in der Weite des Weltraums. Sterne leuchten um mich herum, tanzen ruhig mit jedem Atemzug.
Draußen eine Blumenwiese, zehntausend Selbstportraits des Künstlers, ebensoviele Galaxien und die 27 Meter lange Dokumentation einer Weltreise. Das alles kann nicht so interessant sein wie die Erfahrung in der Weltraumkugel. Trotzdem verweilen die Besucher vor den leuchtenden Arbeiten, spazieren an den Arbeiten vorbei und verlängern die Wände mit jedem ihrer langsamen Schritte.
Ich liege im Dunkeln, greife mit den Händen nach den Sternen und lausche. Ungeduldige Stimmen in der Warteschlange zur Weltall-Meditation.
"Ist da noch jemand drin?"
"Ja."
"Wie lange dauert das noch."
"Bis der Besucher klopft."
Zur Rezeption der Arbeit "O" gehört es, sich nicht drängeln zu lassen. Es handelt sich um einen inszenierten Meditationsraum. Es reicht nicht aus, ein schnelles Handy-Foto zu machen, um zu sagen "Ich war hier." Die sinnlich-ästhetische Erfahrung ist kein kurzes Rein und Raus.
Ich klopfe noch lange nicht. Aber viel zu früh.
"O"
Altered States - Die Kugel im Zentrum erlaubt Einsicht und Aussicht.
Altered States - Die Kugel im Zentrum erlaubt Einsicht und Aussicht.
Wer hineinsteigt, darf sich Zeit lassen. Kunst ist kein Fastfood.
Ästhetische Erfahrung
Die ästhetische Erfahrung, die Sie gerade machen, könnte ähnlich dieser sein: Sie sitzen auf ihrem Stuhl und starren auf den Bildschirm. Tragen dabei ihre Kleidung, vielleicht eine Tasse in der Hand, die Maus in der anderen. Surren des Lüfters, Zehen in den Flipflops kratzen an der Fußleiste, um das Jucken unter den Nägeln zu beenden. Der Kaffee ist lauwarm, zu kalt eigentlich, riecht aber noch nach 6,99 Euro und soll darum nicht weggeschüttet werden. Im Rücken ein Druck von Kandinsky, goldgerahmt. - Kandinsky, weil es drunter steht. Wie in unzähligen Arztpraxen, die als Ausstellungsräume dieser Kunstdrucke das bedrückende Warten, peinliches Schweigen und das flüchtende Blättern in belanglosen Zeitschriften als ästhetische Erfahrungen dazuschenken. - Auf dem Schreibtisch ein Kaffeeabdruck der Tasse. "O" ein dunkler Ring. Monochromatisches Symbol einer Unendlichkeit. Weggewischt mit Taschentuch oder Hemdärmel.
Wer ästhetische Erfahrungen machen will oder sich fragt, was das genau sei und wo man sie findet, weshalb sie nicht nur in den Kunstunterricht gehören, der kann mit der Wahrnehmung von Selbst und unmittelbarer Umgebung anfangen und ein paar Schritte weiter gehen. In die Kunsthalle Gießen.
Führungen können gebucht werden. Neugierige gehen selbst drauflos. Spontane wandeln die Wartezeit an der Bushaltestelle Berliner Platz in eine Abenteuertour.
Wer möchte darf eigene Fotos mit der Begegnung der Arbeiten einreichen und am Diskurs teilnehmen.
Der Eintritt ist kostenlos und der Besuch nicht umsonst.
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Montag, 11. Juli 2011
8-Bit Sounds und "Digital Memories" von LukHash
Kürzlich bin ich auf Jamendo über das Album "Digital Memories" gestolpert. Tanzbare 8-Bit Mucke für den Gute-Laune-Schub in der Kaffeepause. Bürosesseltanz für alle!
Während man von den GameBoy-Musikern Pornophonique nach ihrem wunderbaren 8-Bit Lagerfeuer leider schon eine Weile nichts mehr gehört hat, gibt es von LukHash eine ganze Reihe 8-Bit inspirierter Alben.
8-Bit Forever
Seit einer Weile erfreuen sich sogenannte 8-Bit Remixes bekannter Titel einiger Beliebtheit. Die meisten von denen sind allerdings nicht mit originaler Soft- und Hardware komponiert, sondern entstanden aus MIDI-Dateien, die z.B. mit 8-Bit emulierenden VST-Instrumenten interpretiert wurden. Die meisten klingen genauso schrottig wie MIDI-Dateien einer Bach-Sonate über einen Soundblaster-Chip.
Andere Titel werden tatsächlich nachprogrammiert bzw. ge-tracked und die besonderen (eingeschränkten aber beliebten) Soundmöglichkeiten der SID-Chips genutzt. Manche Chipfans wollen den originalen Chip klingen hören, der die komponierte Musik in Echtzeit interpretiert. Für die ist die Software-Emulation eines SID-Chips ein Sakrileg wie die Saxophon-Synthese eines Keyboards für einen Jazz-Saxophonisten. Gelegenheitshörer mögen behaupten, es sei egal, wenn man nicht genau hin hört, die Melodie ist doch trotzdem schön...
Ein feines Beispiel für 8-Bit Sound und Musik ist der Titel Turrican von Chris Huelsbeck.
Wer sich für Tracking-Software auf modernen Computern interessiert, sollte sich Renoise ansehen und mit der kostenlosen Demo Musik komponieren. Die Möglichkeiten sind vielfältig.
Mittlerweile ist der Soundtrack von Computerspielen und die Geschichte der Computerspielmusik Forschungsgegenstand der Musikwissenschaft. Einen kurzen Einblick, wissenschaftliche Publikationen und Links kann man bei Karen Collins finden.
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Freitag, 3. Juni 2011
Dienstag, 31. Mai 2011
Blues or Rock - Choose Wisely
"Blues or Rock - Choose Wisely"
Kugelschreiber im kleinen orangenen Notizbuch, 31.05.2011 (ald)
Selbstzeichnungen zu Klischeevorstellungen über E-Gitarristen in der Rock- und Bluesmusik. So oder so - Klischees.
Das kleine orangene Notizbuch ist damit gefüllt. Die letzte Seite sieht so aus:
"Das war's mal wieder ... auf zu neuen Abenteuern!"
Kugelschreiber im kleinen orangenen Notizbuch, 31.05.2011 (ald)
Das neue kleine Notizbuch ist creme-weiß und wartet auf Skizzen, Notizen und Erkenntnisse über Kunst, Sex und Musik und was darüber zu berichten ist.
Tut Euch was Gutes!
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Sonntag, 22. Mai 2011
Selbstzeichnung mit E-Gitarre
Selbstzeichnung vom 14.05.2011
Kugelschreiber im kleinen orangenen Notizbuch
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Im Rahmen eines Projektseminars an der JLU Gießen zum Thema "Wege des Musiklernens", sammle und ordne ich zur Zeit autobiographische Fragmente, die zur Bildung des eigenen künstlerisch-musikalischen Selbstkonzeptes beigetragen haben und beitragen.
Wenn ich eine Zeichnung von mir betrachte, dann weiß ich: So, wie ich mich in dieser Zeichnung lese, so gut kann ich garnicht Gitarre spielen. Aber das macht nichts. Ich kann mich so zeichnen, als ob ich es könnte. Das ist wie ein Reisender, der wunderbar von Geschichten erzählt hat, die er so nie erlebte. Ich bin mit Karl May großgeworden und war auf der Lügenbaron Münchhausen-Grundschule - Irgendwas hat da auf mich abgefärbt.
Entscheidend ist dabei: Wer die Selbstinszenierung versteht und anwenden kann, fällt auf den Unsinn anderer Leute nicht so leicht hinein.
Wer mal wieder eine Künstlerbiographie (von Politikern will ich garnicht reden) liest und sich wegen der geistigen Reife, großartigen Frühwerke usw. ganz klein und unbedeutend fühlt, sollte sich einmal kritisch mit der Erzähl- und Darstellungsweise, mit der Inszenierung beschäftigen und anschließend die eigene Lebensgeschichte so erzählen, dass sie einem Leser ebenfalls ganz wunderbar vorkommen muss.
Danach werden Sie aus dem Schmunzeln beim Lesen von Selbstdarstellungen, Pressetexten von Künstlern u.a. nicht mehr herauskommen.
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Sonntag, 10. April 2011
AutoWrite 40 - Unter Wasser die Sonne
Unter Wasser die Sonne (ald)
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Als Soundtrack empfehle ich den Titel Oh, Sea! Take me Home!
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Donnerstag, 7. April 2011
Freak Guitar im KIG - Guitar Clinic mit Mattias "IA" Eklundh
Mattias IA Eklundh beim
Two-Handed Chord Tapping im KIG
Aufbruch
Dank Olli von Spreading Miasma hatte ich von dem kurzfristig geplanten Event Kunde erhalten und entschied mich, zum KIG zu reisen. Das gute Wetter war für den Ausflug wie bestellt. Sonnenbrille auf, Stoffbeutel mit Apfelsaftschorle und nem Apfel als Reiseproviant mitgenommen und ab in den Bus.
Am Berliner Platz ein kurzer Aufenthalt in der Sonne unter'm Dino vor der Kongresshalle. Dann in den nächsten Bus in Richtung Europaviertel zum KIG.
Im Bus bemerke ich dann, dass mir der Reiseproviant abhanden gekommen ist. Das wäre der zweite Stoffbeutel, den ich innerhalb kurzer Zeit irgendwo verloren hab. Mist.
So, was, dachte ich? Ich dachte: "Dinge werden doch mal eine Weile irgendwo liegen bleiben können, ohne dass sie mitgenommen werden oder sich in Luft auflösen." Das ist wie in einem Computerrollenspiel, in dem man seine Ausrüstungsgegenstände, Klamotten, Brötchen usw. auch irgendwo liegen lassen und später wieder abholen kann, ohne dass fiese Monsterchen das Zeug in ihren Höhlen verbuddeln. Wenn das in einem Computerspiel geht, dann sollte es in dieser hochauflösenden Wirklichkeit doch auch funktionieren, oder?
Also, keine Panik und mit Vorfreude ab zum KIG.
Ankunft
"Hi, I'm Mattias IA Eklundh. I make strange music!"
Dort angekommen schaute ich mich etwas um, genoss die Abendsonne und betrat dann das KIG-Gebäude. Der alte Schwede saß an der Bühnenkante und plauderte mit den ersten Besuchern. Dann begrüßte er mich, wie auch jeden anderen, der den Raum betrat und bat mir einen Platz ein. Die erste Reihe blieb unbesetzt - wie in der Kirche.
Bevor es offiziell losging, unterhielt er sich mit uns, erklärte seine neue Apple Horn-Gitarre mit True Temperament Bundierung, seine einzigen beiden Effekte: ein Volumenpedal und ein Wah Wah und zeigte den Kindern in der zweiten Reihe wie man auf der E-Gitarre eine Autohupe und einen Elefanten nachmacht. Als ein Besucherhund herangeschnüffelt kommt, erzählt er von seinem riesigen Schäferhundwelpen, der mit seiner Nase immer in den Verstärker stupst, wenn er Gitarre spielt und mit Harmonics herumquiekst.
Nachdem der Veranstalter das Okay gegeben hatte, betrat Mattias Eklundh die kleine Bühne und begrüßte seine kleine Schar Gäste herzlich. Dann lud er zur Fragerunde ein. Jeder der eine Frage zu Spieltechnik, Stücken, Musik, Gitarren usw. hatte, erhielt Antwort. Dazu spielte er Stücke zur Demonstration und Unterhaltung (z.B. La Bamba) und erzählte Anekdoten aus seinem Musikerleben.
Regel Nummer Eins: "Do your own thing."
Zum Beispiel wie er mit 16 Jahren von der Schule ging und Musiker wurde. Und wie er dann regelmäßig in der Bibliothek saß und Musik studierte und Geschichte und Politik und allerlei anderes Wissenswertes, das sich über die Jahre in seinen kritischen Texten niederschlagen sollte. Dann empfahl er den anwesenden Kindern, Schülern und Studenten, die Schule auf keinen Fall abzubrechen, aber darauf zu achten, dass die Lehrer nicht ihrer Bildung im Wege stehen. Education is important, and school sucks. Oder so ähnlich.
Regel Nummer Zwei: "Grow your own moustache."
Außerdem dürfe man seine eigene Musik machen und neugierig durch die Welt wandern und von anderen lernen. Er erzählte von seinen Indienreisen und wie er dort mit Kindern auf der Straße spielte und sich selbst wie ein Trottel vorkam, wenn sie lässig ihre für Europäer ungewöhnlichen Taktarten und Rhythmen spielten. In dem, was man macht, soll man zu sich selbst finden und seinen eigenen Schnurrbart wachsen lassen.
Keep the Beat!
Nach der Indien-Anekdote war es Zeit, eine Einführung in krumme Taktarten zu geben und ein paar rhythmische Besonderheiten zu erklären. Ein musikalisches Mitmachspiel und ästhetische Erfahrung.
Wenn er sich dann selbst verspielte, dann erklärte er, dass das nunmal zum Leben dazu gehört. "Sometimes your underwear is dirty. Sometimes you mess up a song. That's part of life. But try to keep the beat."
Abschied
Nach etwa anderthalb Stunden auf der Bühne (und eine gute halbe Stunde davor) spielte er ein Stück von Frank Zappa zum Abschied und beendete die Clinic mit den Worten: "It's always a pleasure to play among friends." und eilte dann aufs Klo. Kein Wunder, dass er am Ende immer schneller gespielt hat...
Im Flur traf ich ihn wieder und bedankte mich für den schönen Abend.
Er meinte noch: "You seem like a dedicated guy. Save up for it and come visit the Freak Guitar Camp this summer. Sell your guitar, you can play mine."
Ich denk noch drüber nach. Für den Erlös meiner Gitarre komme ich vielleicht bis nach Hamburg ... Jedenfalls weiß er, wie man mögliche Kunden umgarnt. Erst ein Selbstbild stärken und dann das Angebot ausbreiten, dessen Ablehnung einer Schwächung des Selbstbildes bedeuten würde. Wir fallen ja so gerne auf Werbung rein ;)
Die Beständigkeit der Dinge
Nachdem ich mich so verabschiedet hatte, wanderte ich durch die Nacht in die Stadt. Dabei Gedanken über Kunst, Musik, Gitarrenspiel, Übungen usw.
Als ich zum Dino zurückkehrte, wartete dort mein Sylt-Beutel. Scheinbar unangetastet, denn wer traut sich schon an einen Dino ran? Braver Dino!
Objektpermanenz ist eine feine Sache. Man darf vertrauen, dass die Dinge beständig sind und in der Regel dort liegen, wo man sie zurückgelassen hat.
Mein Spruch des Tages, der mir irgendwann im Bus einfiel:
"Genius is easy to dismiss, while stupidity isn't." (ald)
Besten Dank an die Kulturintiative Gießen e.V.! Das war ein merk-würdiger Abend!
Samstag, 2. April 2011
Samstag, 26. März 2011
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