Samstag, 2. Oktober 2010

Gießen Improvisers Pool - Jubiläumskonzertbericht

Alte Universitätsbibliothek, Gießen, 01.10.2010

Der Gießen Improvisers Pool veranstaltete zu seinem zwanzigjährigen Bestehen ein Jubiläumskonzert und präsentierte improvisierte Musik in wechselnden Besetzungen.

Manfred Becker, Peter Geisselbrecht

Zwei Stuhlreihen waren im Georg-Büchner-Saal der Alten Universitätsbibliothek gestellt, dabei hatte ich eine Menge erwartet: Studierende, neugierige Zuhörer, Schulklassen.
Es blieb viel Raum - und der wurde von Musik lebendig.

Nach einer freundlichen Begrüßung und Einführung in den Abend - es werde vorwiegend in Trios improvisiert - begannen die Musiker ihr Spiel.

Georg Wolf, Manfred Becker, Martin Speicher

Es war anders als mein erster Besuch eines GIP-Konzerts. Und ich hörte und achtete anders auf die Musiker und wie sie sich bewegten. Denn neben dem was sie spielten, war zu beobachten, was sie nicht spielten, z.B. wenn Wolfgang Schliemann immer wieder zum Schlag ausholte und dann doch keine Trommel und kein Becken zum Klingen brachte, das war dann auch zu hören.

Und noch viel mehr.

Das sind neue Hörerfahrungen, und man kann auf den Geschmack kommen. Vielleicht passt es, ein Zitat des improvisierenden Kampfkünstlers Bruce Lee auf die Musik zu übertragen: Manche Musik ist beliebt und populär, begeistert das Publikum durch reißerische Spieltechnik und passende Show, aber gib Acht: sie ist wie verwässerter Wein.
Manch andere Musik kommt ohne Show, aber sie hat das gewisse merkwürdige Etwas. Wie Oliven, ihr Aroma ist eigen und bleibt. Du kommst irgendwann auf den Geschmack. Aber niemand kam bisher auf den Geschmack von verwässertem Wein. (Vgl. Tao of Jeet Kune Do)

Das Konzert ging mit gewünschten Zugaben bis 22 Uhr. Anschließend Gespräche und ein sanftes Ausklingen des Abends.

Frank Rühl, Georg Wolf, Wolfgang Schliemann

Von der Gießener Allgemeinen gibt es ein kurzes YouTube-Video-Interview mit kleinen musikalischen Eindrücken. Das Erlebnis, beim musikschaffenden Spiel der Musiker anwesend und teilnehmend zu sein, kann das Video nicht ersetzen, deswegen das nächste Konzert nicht verpassen - und bis dahin selbst Musik spielen!


Frank Rühl erzählt zum zwanzig-jährigen Bestehen des GIP
und Peter Geisselbrecht zeigt, dass man zum Klavierspielen
Köpfchen gebrauchen kann

Montag, 27. September 2010

Tito & Tarantula im Jokus, Gießen - Konzertbericht

Jokus, Gießen - 26.09.2010

Die Kultband Tito & Tarantula um den charismatischen Frontmann Tito Larriva machte auf ihrem ewigen Road Trip einen kurzen Halt in Gießen.

Wer Filme von Robert Rodriguez mag, wird die Musik der Band und den Frontmann aus Desperado, Once upon a Time in Mexico oder From Dusk Till Dawn kennen. In Kürze läuft der jetzt schon kultige Streifen Machete, zu dem Tito & Tarantula ebenfalls Musik spielen, in den Kinos an.

"The Equipment" - Wie die Foltermaschine eines Horrorfilms.
Instrumente auf der Bühne im Jokus.

Ankunft

Einlass im Jokus war offiziell um 20 Uhr. Ich kaufte mir eine Karte und spazierte noch etwas durch den Abend. Die Musik sollte um 21 Uhr starten, Zeit also für ein schnelles Abendessen und einen Kaffee. Unterwegs fragt mich jemand, ob ich eine Karte für Tito&Tarantula möchte, er hätte eine zuviel. - Danke, hab grad eine gekauft.

Man trifft sich auf dem Konzert wieder. Ich geb die Lederjacke an der Garderobe ab und kauf mir ne kalte Apfelschorle. Drinnen kleine Clubatmosphäre, alles geordnet. Einige wenige in schwarzer Kluft, ein paar Polohemdenträger und fast jeder mit ner kühlen Flasche in der Hand. Im gesamten Haus ist Rauchverbot, vor dem Eingang daher leises Gedränge aschender Figuren.

Caroline "Lucy LaLoca" Rippy am Bass, Tito Larriva an Mikro und Gitarre

Erster Teil

Am Merchandise-Stand gibt's Buttons, Autogrammkarten, T-Shirts und CDs von Tito&Tarantula und auch von der Vorband (Support) Kellner aus Regensburg. Nie gehört, wusste nichtmal, dass eine Vorband spielen würde. Ich unterhalt mich kurz mit dem Typen hinterm Stand und bin gespannt auf den angekündigten Akustikrock.

Pünktlich um 21 Uhr betritt dann Kellner die Bühne und startet den Live-Abend mit Präsenz und Musik, die das Publikum schonmal zum Mitwippen bewegt. Sie spielen ein abwechlungsreiches Set und aufgrund des lautstarken Wunsches aus dem Publikum auch eine Zugabe bevor sie die Bühne räumen. Dann folgt eine Umbauphase, während der manche draußen rauchen, andere frische Luft schnappen.

After Dark - Tito holt hübsche Frauen auf die Bühne, die kurz darauf
hinter lauten Kerlen nicht mehr zu sehen sind - und es wird getanzt!

Zweiter Teil

Nach einer knappen halben Stunde beginnt der Hauptteil des Abends mit der Musik, auf die alle gewartet haben. Die Musiker werden umjubelt empfangen und begrüßen das Publikum mit einem Set aus teils bekannten und teils neuen Stücken. Das Konzert gehört zur Promotion-Tour für das neue Album Back into the Darkness. (Anm. d. Verf.: Dachte ich zumindest, wegen des coolen Banners im Hintergrund der Bühne. Tatsächlich ist das Album von 2008. Tito und Freunde sind also schon seit ner Weile auf dem Weg zurück in die Dunkelheit ... Lichtblicke wie dieses Konzert scheint's trotzdem zu geben.)

Verschwitzte Gitarrenriffs mit den TänzerInnen vor der Bühne.

Es ist eine Rockmusik, die man bis zur Ekstase spielen und tanzen muss, um sie zu erfahren. Tausend mal Tausend Meilen Road Trip der Band, und das eigene Leben beginnt zu beben und unaufhaltsam durch die Stadt, die Straßen in die Welt zu dringen. I'm on the road again... Die Wohnung, das Haus, das Zimmer nur eine kleine Station zur Rast auf dem Weg durch Tag und Nacht eines taumelnden Planeten. Bloßes Gerede bis man tatsächlich unterwegs ist und ein Traum sobald man kurz innehält.

Steven Medina Hufsteter - Gitarrist mit Hut, lässig heißen Licks
und ner schwarzen Duesenberg. Alfredo "It's no wig!" Ortiz an den Drums.


Als letzte Zugabe, nach La Bamba, erzählte Tito eine kleine Anekdote über den Einfluss deutscher Musiker auf die mexikanische Musik, die nicht nur Bier, Schnaps und deutsche Frauen mitgebracht und damit für Begeisterung gesorgt hätten, sondern auch die Blasmusik. Ich war mir nicht sicher, ob ich einen leisen Vorwurf heraushören sollte. Danach gab's La Cucaracha.

Abfahrt - Back into the Darkness

Die vier Musiker verließen schließlich die Bühne und hinter dem Publikum vorbei den Raum, um auf die Straße zurückzukehren.
Ihr ewiger Road Trip geht weiter. Wer ihnen begegnet, darf sich auf ein kleines musikalisches Abenteuer freuen.

Ich warte auf Machete.

(ald)

Sonntag, 26. September 2010

Der einfachste Weg, um als Künstler ins Museum zu kommen ...

"Der einfachste Weg, um als Künstler ins Museum zu kommen,
ist, eine Eintrittskarte zu kaufen." (ald)

Sonntag, 29. August 2010

AutoWrite 37 - herzweh

AutoWrite 37 - ald
(Bild zur Vergrößerung anklicken!)

Montag, 26. Juli 2010

Stell Dich! - Aus meinem Drachenbilderbuch

"Stell Dich!" rief der kleine Ritter dem Drachen zu.
Und der Drache setzte sich auf den Felsen. (ald)
Bleistift und Aquarell auf Papier
(Draufklicken zur Vergrößerung)

Einer meiner Projektzombies, der mich hin und wieder anstubst, ist ein Bilderbuch. Genauer gesagt, sind es die Figuren dieses Bilderbuches, die mir immer wieder vor dem inneren Auge auftauchen und mir ihre Geschichten erzählen. Sie betonen, wie wichtig es sei, dass ich sie endlich illustriere und veröffentliche. Das geht schon seit Jahren so und sie sind nicht die einzigen.

Bisher sind die Figuren auf meiner E-Gitarre, der Drachenstrat, zu finden und in einer Zeichenmappe mit Skizzen, Notizen, Texten, Dialogfetzen und Illustrationen.

Drachenstrat und Illustrationen (ald)
Bleistift und Aquarell auf Papier und Gitarre

Und so wuselt ein kleiner Ritter mit seinem Pferdchen vor mir auf dem Schreibtisch herum und erklimmt die Tastatur, um sich bemerkbar zu machen, gleichwohl er weiß, wie gefährlich die riesigen Hände für ihn und sein Reittier sein können. Hinter mir entfaltet der Drache seine ledrigen Flügel und reckt seinen Hals gähnend zur Zimmerdecke in schläfriger Geduld eines Jahrtausendtiers, das die Hektik schreibender Finger beobachtet wie ein Hund auf dem Sofa seinem staubsaugenden Herrchen oder Frauchen zusieht.

"Das Bilderbuch hätte schon vor Jahren fertig gestellt sein sollen." murmelt der Drache in mein Ohr. Jaja, denk ich. Aber das ist eine lange Geschichte!

Es war einmal vor langer langer Zeit...

Begleitend zu einem zweisemestrigen "Seminar zum Bilderbuch" an der JLU Gießen bei Prof. Dr. Axel von Criegern fertigte ich Zeichnungen, Skizzen, Notizen und allerlei Fragmente zu einem Bilderbuch, das den Namen Ritter&Drache trägt.
Das Seminar erschien insofern interessant, als Axel von Criegern selbst Illustrator ist und entsprechend Erfahrungen sammeln konnte. Zuvor hatte ich an einem Bilderbuch (Die Reise nach Irgendwo - Eine Bärengeschichte) gearbeitet, das mich zu jenem Zeitpunkt schon als Projektzombie verfolgte. Sowohl Handlung als auch Figuren wandelten sich in einem langen Prozess des Sinnens und Schaffens.

Reise nach Irgendwo, Kapitänskajüte
Ein Bär mit Schreibblockade?
Acryl auf Papier
(ald)

Vom Seminar erhoffte ich mir die nötige Struktur und Erkenntnisse über den Arbeitsprozess der Erstellung eines Bilderbuches, dem Verhältnis von Erzähltext und Illustration, sowie Praxis in der Coloration, da mich meine Aquarellarbeiten nicht zufriedenstellten.

Von Rittern, Drachen und Prinzessinnen, die in Türmen gefangen sind.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Die Handlung

Es ist die Geschichte von einem kleinen Ritter, der auszog einen Drachen zu bezwingen, um so einer gefangenen Prinzessin seine Liebe und Tapferkeit zu beweisen. Dummerweise schien es nirgendwo auf der Welt noch Drachen zu geben und anstatt die Prinzessin einfach ohne besiegtem Drachen zu befreien, begann er eine lange Queste nach dem letzten Drachen dieser Welt.

Die Tierkinder mit ihren Puppen.
Bleistift auf Papier. (ald)

Erzählt wird die Geschichte von einem Nilpferd, das zusammen mit ein paar Tierkindern die Geschichte in Form eines Puppenspiels darstellt. Es sind durch Text und Illustration verschiedene Ebenen der Narration verwoben: die eigentliche Geschichte von Ritter und Drache, die gelesene Erzählung des Nilpferds und die Darstellung der Geschichte im Puppentheater.

Ein kleines halbstarkes Nashorn, eine kleine verträumte Giraffe,
ein kleiner Elefant mit Fprachfehler, ein kleines bissiges Krokodil
und eine kleine verpeilte Hyäne.

Bleistift und Aquarell auf Papier. (ald)

Ein weiterer Handlungsstrang ist die Begegnung des Drachen mit seinen Tierfreunden, die ihn auf seiner Reise zum Mond begleiten, da er sich erhofft, dort vielleicht eine Drachenfrau zu finden. Immerhin ist er als letzter Drache dieser Welt ziemlich einsam.


Im weiten Himmel unter der Sonne.
Bleistift und Aquarell auf Papier. (ald)

Das Problem


Ich erlebte u.a. zwei Dämpfer, die mich nachhaltig verunsicherten.
  1. Axel von Criegern bezweifelte, dass das Buch jemals fertig würde, als ich ihm anbot, ein fertiges Exemplar zukommen zu lassen. ;) Das war vielleicht nur ein Witz, oder Lebensweisheit, jedenfalls traf mich das doch nachhaltig stark, zumal ich das Scheitern solcher Projekte leid war.
  2. Auf der Frankfurter Buchmesse (2004) machte mich ein Literaturagent, mit dem ich (Dank gezeichneter Visitenkarte) ein Treffen vereinbaren konnte, darauf aufmerksam, dass es keine Bilderbücher für Jugendliche und Erwachsene, wie meines eins zu werden schien, gebe. Anders gesagt: es würde niemand kaufen. Desweiteren merkte er an, dass es zwar eine Reihe guter Illustratoren und gute Texter gebe, aber eben nicht in einer Person und ich sollte doch überlegen, ob ich nicht bei den Illustrationen bliebe. Ich war etwas empört und erklärte, ich würde ihm Illustrationen und Text zu einem anderen Bilderbuchprojekt (der Reise nach Irgendwo...) in den folgenden Wochen zur Ansicht zukommen lassen.
Ich brauch kaum zu erwähnen, dass ich dem Agenten in meinem Selbstzweifeln nichts habe zukommen lassen und mich dieses ganze Erlebnis doch recht überfordert hatte. Hinzu kam, dass mich ein anderer Agent, der ausschließlich mit Illustrationen zu tun hat, einmal auf die Animationsfilmindustrie verwies und zum anderen aufforderte, zur folgenden Kinderbuchmesse nach Bolognia zu kommen und meine Arbeiten als Illustrator vorzustellen.
Italien schien mir unerreichbar weit weg, die Fahrt zu teuer, die Reise und die vielen Leute zu unbekannt und überhaupt stand ich ohne Plan da. Ich war durcheinander.

"Warum muf ich immer twei fpielen?" beschwerte sich der kleine Elefant,
der neben dem Elefanten auch den Drachen halten musste.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)


Formatschwierigkeiten

Ich wählte aus Unkenntnis ein mich ansprechendes aber kniffliges Format irgendwo zwischen A4 und A3. Das bedeutete u.a., dass ich die Illustrationen nicht ganzseitig einscannen konnte. A3 Scanner waren rar und teuer und das Stückeln mittels A4-Scanner war mir zu fummelig.

"Hyäne, Du muft mitfpielen!" ermahnte der kleine Elefant die kleine Hyäne,
die unbeteiligt an ihrem Puppenstock knabberte.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Desweiteren hatte ich weder genug Erfahrung, noch Routine im Umgang mit digitaler Bildbearbeitung. Kein Grafiktablett und keinen dafür brauchbaren Computer. Das war noch zu den (Atari-Clone-)Milan-Zeiten.
Auszug aus dem Storyboard (ald)
Bleistift auf Papier

Was vor mir liegt...

Sollte ich Zeit, Kraft und (nicht nur intrinsische) Motivation finden, um das Projekt weiter und mit einem fertigen Bilderbuch zu Ende zu führen, dann bedeutet das: lange harte Arbeit (das habe ich heute schon mehrfach gehört).
  • Das Storyboard muss neu aufgerollt werden.
  • Ich muss weiter üben, die Figuren zu zeichnen und Routine erlangen.
  • Das Format muss eventuell neu gewählt werden, so dass die weiteren Arbeitsschritte dadurch nicht behindert werden.
  • Die Art der Coloration und Weiterbearbeitung muss geklärt werden. Aquarell, Tusche oder digitale Bildbearbeitung?
  • Arbeitsmaterialien (Papier, Tusche, Grafiktablett) müssen gekauft und ein Arbeitsbereich (zeitlich und räumlich) eingerichtet werden.
  • Mit Text und Bildverhältnis experimentieren.
  • Text überarbeiten. Verhältnis von Text und Meta- bzw. Subtext abwägen.
  • Einen Verlag finden und mich am besten vor allen Schritten über diverse Anforderung der Bildbearbeitung erkundigen.
  • Feedback sammeln und Kritik ernst nehmen.
  • Weitere wichtige Dinge, die ich vergessen oder noch garnicht erkannt habe.
"Warte Welt! Hier hast Du einen Drachentöter!" rief der kleine Ritter.
Bleistift und Aquarell auf Papier (ald)

Im Hinblick auf meine (Auto-)Biographiestudien ist die Geschichte des Bilderbuches, sowie die Geschichte der Figuren auch meine eigene. Ein kleiner Ritter, der auszog, um unbedingt einen Drachen zu bezwingen, um sich zu beweisen, während die eigentlichen Prüfungen im Leben woanders und garnicht weit entfernt liegen?

Wer kennt das nicht?

Dieses Gefühl etwas Wichtiges verpasst zu haben? Und die Vorwürfe des eigenen schlechten Gewissens (und anderer, die meinen dazu etwas sagen zu müssen.) Ach, hätte ich doch damals die Kraft gehabt, mich der Kritik des Literaturagenten zu stellen, ihm meine Arbeiten zukommen zu lassen! - Ach, hätte ich mich doch erkundigt und wäre nach Bologna gefahren!
Tatsache ist, dass ich die Kraft eben nicht hatte und dieses Scheitern zum Arbeitsprozess und zum Leben dazugehört. Es sind also bald sieben Jahre vergangen, in denen die Welt ganz gut ohne dem Bilderbuch ausgekommen ist. "Weil fie nicht weif, waf fie verpaft hat!" spricht mir der kleine Elefant zu.

Mir fällt dabei auf, dass ich heute immernochnicht vor die Haustür getreten bin.

"Stell' Dich!" rufen Ritter und Drache in mein Ohr und jagen einander durchs Zimmer.

(Alexander-Lars Dallmann - ald)

Samstag, 3. Juli 2010

Sturm und Klang Festival 2010 in Gießen

Ein verrückendes Wochenende

Ein Kommentar zu Erlebnissen während des Sturm und Klang Festivals 2010 an der JLU Gießen:

Ich will es nicht in Worte fassen.
Ich will davon bewegt bleiben.
Von unserer Lebendigkeit, unserem Tanz, unserer Liebe.

ald 27.06.2010

The Day I jumped over all my Fears

"On the day I jumped over all my fears,
I skipped the fun parts." (ald)
Graphitstift auf Tapetenrückseite - 01.07.2010


Einladung zur Malnacht

Nachtaktiv durch den Sommer. Während die einen auf Parties tanzen, schaffen andere Kunst.

Einer spontanen Einladung zur Malnacht folgend, hatte ich mir ein paar Stifte geschnappt und bin in die Atelierräume in der Ludwigstraße gelaufen, um mich dort mit einer Künstlerin zu treffen.

Ich fertigte eine kleine Arbeit zum Thema Angstbewältigung an. Text und Illustration in der Art der Zeichnungen, die ich in der letzten Zeit durchgeführt hatte. Kürzlich griff ich nach Axel von Criegerns Buch "Vom Text zum Bild - Wege ästhetischer Bildung" und daraufhin zum Zeichenstift, um wieder bewusst zu zeichnen. Als Folge waren die vorangegangenen kleinen Arbeiten entstanden.

Nach der Zeichnung fand ich mich beobachtet und verharrte in den Gedanken zur Zeichnung und wie es dazu kam. Den Textanfang "On the Day I jumped over all my fears" sprach ich spontan im Geiste und verwendete ihn, trotzdem ich etwas Lustiges versuchen wollte. Sobald die Selbstfigur gezeichnet und von Buchstaben umstellt war, vollendete ich den Satz mit dem zweiten Teil, wusste mich aber noch nicht zu entscheiden, ob nicht ein too oder as well an den Schluss gehörte. Ich ließ beides aus, da mir der Text so ausdrücklicher schien.

Also wurde ich portraitiert. Und ich wüsste nicht, wie noch jemand meine Stimmung und innerliches Befinden trefflicher auf die Leinwand bringen sollte, als es die Künstlerin Lu Bouten tat. Als ich es betrachtete, fühlte ich mich betroffen von der Schwere wie mein mir bekanntes Innere dem gemalten Äußeren glich.

Wie lassen sich Text und Illustration interpretieren?

Am dem Tag, als ich über all meine Ängste hinwegsprang,
verpasste ich die spaßigen Teile.


Vielleicht sollte es in der Übersetzung spaßige Zeiten heißen. Jedenfalls fällt mir ein innerer Konflikt auf zwischen dem befreienden Sprung über alle Ängste hinweg und dem Verpassen der spaßigen Zeiten. Hängen denn beide zusammen? Eine Angst mit einer spaßigen Zeit? So dass jene genauso übersprungen werden, hebt man über alle Ängste ab?
Irgendwie egal, da ich keinesfalls über all meine Ängste hinweggesprungen bin und also nach der Bewältigung der einen oder anderen jeweils eine spaßige Zeit erlebte. Bei Achterbahnfahrten im Europapark beispielsweise oder beim Sturm und Klang Festival und dem Durchtanzen der Nacht und beim Schwimmen im See ohne Angst vor dem Unbekannten in der Tiefe.

Unter den Atelierräumen wummerte eine Party und draußen hing ein Mond in der Nacht und schien sich um alles mit gespielter Unbeteiligtkeit nicht zu kümmern.

sing. dance. move.

Herzlichen Dank für die Einladung und den Einblick auf mein Äußeres!

Portrait (Lu Bouten)
Acryl auf Leinwand - 01.07.2010

Mittwoch, 9. Juni 2010

the Light at the End

Was man so braucht: was zum Laufen, was zum Sehen, was zum Schreiben.
Und Sonne.


Das Licht am Ende des Schreis

Als würde man irgendwo hinaus gelangen, schreite man nur lange genug.
Und dann klarer sehen können.
Oder geblendet sein.




"The Light at the End of the Scream." (ald)
Kugelschreiber im kleinen schwarzen Notizbuch - 09.06.2010

Mittwoch, 2. Juni 2010

Stop Wasting Your Life


"Stop having your life wasted.
Walk out, get out, shout out.
Stop wasting your life." (ald)
Kugelschreiber im kleinen schwarzen Notizbuch - 02.06.2010


Hör auf Dir Dein Leben verschwenden zu lassen

Hör auf damit.








Jetzt endlich.

Dienstag, 1. Juni 2010

Dance in the Moonlight


"Dance in the Moonlight." (ald)
Kugelschreiber auf A4-Papier - 01.06.2010

sing. dance. move

Dinge, die man (nicht nur als Künstler) machen sollte. Darunter auch das Tanzen im Licht des angeleuchteten Mondes.
Wenn es endlich sommerlich warm wird, kann man das machen. Und wer sich nicht traut, geht erstmal nachts spazieren und singt ein leises Lied im Takt des eigenen Schrittes. Das ist auch schon Tanz. Und Musik.

自治 (じち)jichi - just code - A complete AI coding agent in C, conforming to the C89 (ANSI C / C90) standard

Today marks the public release of jichi . A project that grew out of an experiment, and a few questions: Where is all this software people a...