Montag, 17. August 2009

on writing - stumble upon

Mein kleines schwarzes Notizbuch. So zerfleddert wie die festgehaltenen Fragmente im Innern.

Stumble Upon machte den Irrsinn des weltweiten Netzes erst richtig zugänglich. Während man bei Verwendung herkömmlicher Methoden die Suchmaschinenmonster mit mühselig gewählten Begriffen füttern musste, bevor man mit etwas Glück auf eine interessante Seite stoßen konnte, bekommt man mit Stumble Upon Internetseiten nach Vorauswahl bestimmter Lieblingsthemen empfohlen.

Zu meinen Präferenzen gehörten bis vor kurzem noch Rezepte. Keine Ahnung warum. Es schien mir das Richtige zu sein, auch über interessante Rezeptseiten informiert zu werden. Mit jeder weiteren Rezeptseite, die mir Huhn, Fisch, Muffins und Nudeln in allen erdenklichen Zubereitungsweisen vor die hungrigen Computeraugen hielt, wuchs meine Ungeduld. Und ich klickte weiter... und erhielt weitere Rezepte für Schokokuchen, Trennkost, Reverse-Engineered Fast Food für Zuhause. Kann ja jeder machen wir er will. Jedenfalls wollte ich keine Rezepte mehr sehen.

Die Rezepte wurden aus meinen Präferenzen entfernt.

Seite einiger Zeit droht ein weiteres Interessengebiet aus meiner Liste zu fallen: Writing.

Quasi jeder zweite oder dritte Klick auf den Stumblebutton wirft mich auf eine Seite mit Tips, Anregungen und lustigen Anekdoten zum Schreiben.

Romane schreiben, Bewerbungen schreiben, Gedichte schreiben, Briefe schreiben, Bestseller schreiben, Liebesbriefe schreiben, Grußkarten schreiben, Essays schreiben, Berichte schreiben, Zeitungsartikel schreiben, Kurzgeschichten schreiben, Science-Fiction schreiben, Fantasy schreiben etc. pp undundund usw. usf.

Hinzu kommen die hundert wichtigsten Top-10-Listen der häufigsten Anfängerfehler, Stilblüten, Kunstgriffe, dicht gefolgt von ellenlangen Sammlungen an Zitaten irgendwelcher Schriftsteller, Autoren und Kritiker.

Damit nicht genug, tummeln sich unter den wertvollen Empfehlungen auch noch zahlreiche Ratgeber, die ganze Bücher über das Schreiben verfasst haben und nun für unglaubliche 25,99 Euro zum Sonderpreis verkaufen! Die vermeintlichen Verkaufsseiten strotzen nur so von den Versuchen, dem geneigten Leser mittels NLP nen Knopf an die Backe zu labern, während man so gut wie kein Beispiel der exzellenten Texte, die die Ratgeber eigentlich selbst verfasst haben sollten, zu Lesen bekommt.

Es kann ja sein, dass das Universum mir mit diesen Seitenempfehlungen etwas mitteilen möchte. Ich bin bereit Universum - lass mich Deine Stimme sein ;) . Es kommt mir jedoch merkwürdig vor, dass die Ratgeberseiten zum Schreiben eines unterschlagen: die Dokumentation des kreativen Schreibprozesses, Schreibskizzen und die ganzen "Fehler", die beim Schreiben anfallen. Was macht man denn damit, mmh?

Was alle Ratgeber mitteilen, ist der Imperativ der Selektion: Geschriebenes zu vereinfachen, die sog. Lesbarkeit zu erhöhen - was kaum etwas anderes ist, als formale Kriterien zu berücksichtigen. Und bei weitem noch keinen besonderen Text ausmacht. Der ganze Mist an unnötiger Information wird aus den vielen undurchsichtigen Sätzen komplexer grammatikalischer Struktur quasi wie beim Unkrautjäten durchstöbert und alles, was nach Ansicht der Ratgeber nicht glänzt, wird ausgerupft und weggeworfen, bis gegen Ende dieses Wortmassakers nur mehr ein kleiner harmloser Rest übrigbleibt, der sich auch noch leicht ver kaufen lässt!

Nun denn. Die Schreibtips werden gestrichen. Derweil schreibe ich weiter unleserliche Notizen mit kleinen gekritzelten Illustrationen in mein kleines schwarzes Büchlein, bis die gesammelten Fragmente eines Tages gesichtet und zusammengefügt werden und daraus nette kleine Texte entstehen.

Im übrigen habe ich ein wirklich interessantes Rezept ganz nach der guten alten Googlemethode gefunden. Makronentörtchen. Diese kleinen Marzipanleckereien, die es leider kaum noch zu kaufen gibt.

Eine Schande.

AutoWrite 33 - Bröckeleien

Montag, 10. August 2009

Coffee Hack

Wer Kaffee liebt, hat Qualen mit dem Mahlen.

Problem: Keine Kaffeefilter mehr da.

Mögliche Lösungen:

1. Kaffeepresse (French Press) nehmen. Am besten mit frisch gemahlenem Bohnenkaffee.

2. Gemahlenen Kaffee in Tasse kippen, heißes Wasser drüber, ziehen lassen bis sich der Kaffee gesetzt hat, trinken oder mit feinem Küchensieb den Satz filtern. Kaffee trinken. Satz lesen.

3. Teefilter nehmen, gemahlenen Kaffee reinkippen, Filter in die Tasse, heißes Wasser drüber, ziehen lassen. Filter raus. Kaffee trinken.

Ich hab mich für Option 3 entschieden und musste eine Entdeckung machen: Kaffee aus Teefilter schmeckt so ähnlich wie Kaffee aus ner Kaffeepadmaschine. Die kleinen runden Dinger sehen ja auch schon verdächtig nach Teefiltern aus (in England gibt's diese runden Teefilter ohne Fädchen schon länger...) Nur, dass eben Kaffee drin ist.
Wer wohl auf diese glorreiche Idee kam? Wahrscheinlich dachte man sich in Zeiten der anbahnenden Krise, eine Ware wie Kaffee müsste neu vermarktet werden, damit neue Käufer gewonnen werden, oder überhaupt damit das Kaffeekochen und Trinken inklusive leichtem Genussfaktor optimiert in den reibungslosen Alltag passt.
Kaffee auf Knopfdruck wird im Handumdrehen angefordert, was zu höherem Konsum führen kann, mehr Gewinne für die Kaffeeverkäufer etc. Das ist letztlich ganz egal...

Was mich an den Kaffeepadmaschinen etwas stutzig machte, war die Tatsache, dass die intelligenten Designer nicht bei ihren ersten Entwürfen schon auf die Idee kamen, Platz für große Kaffeepötte auf der Maschine zu lassen. Wer am Arbeitsplatz hat denn noch so kleine 125ml Kaffeetassen? Wo passt denn da nen Spruch oder Bilder drauf?

Vielleicht waren sie garnicht so intelligent (so manche intelligenten Designer werden überschätzt), oder ihre Intelligenz steckte in der Verkaufsstrategie... nämlich für die Problematik, die die Konsumenten mit Kaffeepötten (quasi alle, die so eine Maschine gekauft haben) bald entdecken würden, eine Lösung anzubieten. Und *schwupp* bieten sie eine Kaffeepadmaschine 2.0 (hausintern vielleicht noch 0.6b). Wer die erste schon gut fand, muss die zweite mit diesem intelligenten neuen Feature lieben! Features sind klasse. Aber zurück zum eigentlichen Problem...



Wie Lösungsmöglichkeit 3 zeigt, kann man das Kaffeepadgeschmackserlebnis auch mittels Teefilter emulieren.

Kaffeepad oder Teefilter? Beides schmeckt seicht und langweilig.

unity

Freitag, 31. Juli 2009

Frag' nen Künstler - FAQ


Auch schon mal ne Frage gehabt, die man nem Künstler stellen wollte?
Gern gewußt, was Kunst und allerlei Kritzelei eigentlich soll?
Der Meinung, "dass das ja jeder kann!"?
Gern verstanden, wie ein Künstler denkt und die Welt sieht?

Wer keine Angst vor Antworten hat, ist herzlich eingeladen, Fragen zu stellen und Antworten zu kommentieren.
Bis zum 31.8.2009 werden Fragen gesammelt und nach und nach bearbeitet.

Fragen als Kommentare zu diesem Beitrag schreiben oder per E-Mail (siehe Profil) senden.

Freitag, 24. Juli 2009

Wo die Wilden Kerle Wohnen - Tribute by ald

Eine kleine schnelle Tribute-Skizze, die ich gerade angefertigt hab, nachdem ich den Trailer zu "Wo die Wilden Kerle Wohnen" angeschaut hatte und von den feinen Arbeiten auf Terrible Yellow Eyes inspiriert worden bin.
Kugelschreiber auf Papier, dann gescannt und mit GIMP und Grafiktablett grob coloriert.

Mittwoch, 22. Juli 2009

the jazz years



"Art.

such a

delightful way

to gain

insanity"

(ald 21.07.2009)

自治 (じち)jichi - just code - A complete AI coding agent in C, conforming to the C89 (ANSI C / C90) standard

Today marks the public release of jichi . A project that grew out of an experiment, and a few questions: Where is all this software people a...